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Wissenschaftlicher Zitatindex Lasst Euch nicht erpressen!

 ·  Der „Impact Factor“ zeigt an, wie oft Aufsätze zitiert werden. Doch Zeitschriften blasen damit ihre Bedeutung auf und Wissenschaftler mogeln sich in Rankings nach oben.

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Robert Klemme
Robert Klemme (rklemme) - 12.03.2012 17:03 Uhr

Quantititis: ein Trend der Zeit

An allen Ecken und Enden geht es um Kennzahlen, mit denen man meint, Qualität messen zu können. Leider ist aber oft die Interpretation bereits von einfachen Statistiken schwierig, selbst wenn sie seriös erhobenen wurden. Noch viel schwieriger wird es natürlich, wenn man den Erhebungsprozess nicht kennt oder nicht nachvollziehen kann oder bei der Präsentation "optimiert" wird. Vermutlich hat auch der Siegeszug der Rechner zusammen mit der allgegenwärtigen Arbeitsverdichtung diese Zahlengläubigkeit massiv gefördert. Es wäre an der Zeit, Qualität wieder komplexer zu definieren - aber ich fürchte, dafür ist es bereits zu spät: notwendigerweise wird Subjektivität dann in der Beurteilung ein größeres Gewicht erhalten, was wiederum die "objektive" Vergleichbarkeit behindert - ich sehe schon die Klagewelle von sich benachteiligt Fühlenden auf die Gerichte zurollen...

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Vera Münch

The World's Next Top Scientist?

Wofür braucht man einen Impact Factor? Um The World's Next Top Scientist zu küren? Zeigt denn die Aufnahme und Weiterverwertung eines veröffentlichten Forschungsergebnisses durch Kolleginnen und Kollegen (ausgedrückt in den Zitierungen) wirklich, wie bahnbrechend die Erkenntnis ist? Oder spiegeln sich darin nicht vielmehr kurzfristigere Forschungs- und Entwicklungstrends, die entstehen, weil das Forschungsergebnis hohes wirtschaftliches Potential hat? Wer Statistiken in der Forschung zu großen Einfluss zubilligt läuft Gefahr, die wirklich guten, neue Ideen nicht zu erkennen. Es soll schon Forscherinnen und Forscher gegeben haben, die weit vor Publikation und Zitierung großartige Forschungsarbeit geleistet haben. Selbst wenn sie publiziert werden: Wie oft wird die Arbiet zitiert, wenn sich außer ihnen noch niemand mit dem Forschungsgebiet beschäftigt? Wir sollten Forschungsinhalte bewerten, nicht Zahlen.

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Erich Jansen
Erich Jansen (Nonosus) - 11.03.2012 11:23 Uhr

Zahlen für Hochschulpolitiker, nicht für Wissenschaftler

Die Diagnose"Publikationsflut" ist zutreffend, letztlich aber eine logische Konsequenz des aktuellen Wissenschaftsmarktes. Forscher sind auf Konkurrenz gepolt, suchen sich mit allen Mitteln ein eigenes Profil zu erarbeiten und von anderen abzuheben.
Die beste Möglichkeit dazu ist die Literaturliste. Wenn ich etwas über einen Kollegen wissen will, schaue ich zunächst sein Publikationsverzeichnis an und auch, auf welchen Tagungen er war und in welchen Zeitschriften er veröffentlicht hat. Das gibt Auskunft über Netzwerke und Ressourcen und hilft, das Gewicht des Forschers einzuschätzen. Dass dabei mit Kalkül vorgegangen wird, ist eine Frage des akademischen Überlebens.
Bibliomethrie und Impact-Factor sind fachintern ziemlich nutzlos. Jeder Wissenschaftler weiss, welche Magazine wahrgenommen werden und welche Reste-Rampen sind. Nur Politik, Rankingagenturen und Hochschulleitungen haben davon keine Ahnung und schauen auf die Zahlen. Ihr Einfluss auf die Fächer muss beschnitten werden.

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Michael Koch
Michael Koch (eddie_k) - 11.03.2012 01:57 Uhr

Mogeln in Rankings

Kurios, dass gerade Bruno Frey sich über die Korrumpierung in der Wissenschaft beklagt. Hat er doch kürzlich gemeinsam mit zwei Koautoren versucht, Artikel mit nahezu identischen Inhalten in gleich vier verschiedenen Zeitschriften zu veröffentlichen. Die Sache flog jedoch auf und Frey musste sich entschuldigen....

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Surf Meister

Wer nicht publiziert,

der bekommt auch kein Geld. Das ist bei der DFG so, beim NIH und beim DOD. Alle anderen Stiftungen verfahren ebenso. Wer kein Nature oder Cell Paper hat, bekommt keine Professur. Wer sich jetzt hinstellt und das Gegenteil behauptet, der luegt einfach...

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Paula Pilcher

unpassende Abbildung

Vielleicht ist die Abbildung ironisch gemeint, aber ich finde sie beleidigend. Bei aller Kritik am Wissenschaftssystem: Die meisten Fachzeitschriften enthalten überwiegend sorgfältig erarbeitete und nicht in Gänze vorhersehbare Texte, was man von den meisten Illustrierten eher nicht sagen kann.

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Paula Pilcher

viele Artikel werden noch nicht einmal von ihren Autoren gelesen

"die Hälfte der in referierten Zeitschriften veröffentlichten Artikel würden von niemand anderen gelesen als den Autoren und den Gutachtern" - das ist noch zu optimistisch. Viele Artikel sind noch nicht einmal von allen Co-Autoren gelesen worden. Gutachten, zumal zustimmende, kann man sehr leicht schreiben, nachdem man Abstract und Conclusions gelesen und die Abbildungen angeschaut hat - den Rest dürften viele Gutachter nur überfliegen.

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Firat Yaman
Firat Yaman (sbbh401) - 10.03.2012 21:32 Uhr

Bruno Frey?

Dass ausgerechnet Prof. Frey unredliches Verhalten anprangert ist schon ein starkes Stueck!! Prof. Frey hat m.W. in mehreren Zeitschriften Artikel, die sich nur unwesentlich voneinander unterscheiden, publiziert, und zwar ohne auf die anderen Artikel hinzuweisen. Siehe wikipedia.

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Jahrgang 1979, Redakteur in der Wirtschaft.

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