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Urheberrecht in der Wissenschaft Für Fairness und Ausgewogenheit

 ·  Die Wissenschaft braucht ein anderes Urheberrecht, um Großverlage in die Schranken zu weisen. Die Balance zwischen Urhebern, Rechteverwertern und Nutzern ist gestört.

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Rainer Kuhlen

Nicht das Urheberrecht verletzen, aber kreativ umgehen und langfristig verändern

Wie es aussieht, wird die Bundesregierung an der von Marquardt geschilderten Situation kaum etwas ändern. Bildung und Wissenschaft werden beim Urheberrecht leer ausgehen, z.B. kein Zweitveröffentlichungsrecht für Autoren, keine umfassende Wissenschaftsklausel, kein Recht der Öffentlichkeit auf freien Zugang zu dem mit öffentlichen Mitteln finanzierten Wissen.
Aber klagen nutzt wenig. Vielleicht sollten die Wissenschaftsorganisationen sich noch stärker auf das konzentrieren, was international und auch durch eine Empfehlung der EU-Kommission von Juli 2012 der Trend wird, nämlich dafür zu sorgen, dass WissenschaftlerInnen stärker ermutigt bzw. veranlasst werden, ihre Werke nach Open-Access-Prinzipien für jedermann frei zugänglich zu machen.
Das jetzige Recht mag verhindern, dass die Vorab- oder Post-Einstellung in offene Pre-Post-Print-Server verbindlich wird, aber intensiver auf die Vorteile von OA und auf eine "Bringschuld" gegenüber der Öffentlichkeit hinweisen, könnte man schon.

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Dr. Andreas Frick

Alternative: Online Portal

Die Politik könnte das ganz schnell ändern. Man baut ein Online Portal, bei dem sich jeder registrieren kann. Dort kann dann jeder seine Artikel einstellen und alles kommentieren. Bei Berufungen zählt nur noch, was dort publiziert und gut bewertet wurde. Dann gibt es keine Zensur mehr durch Gutachter, es ist viel billiger und die Ergebnisse sind viel schneller verfügbar. Man kann auch gut nach Plagiaten suchen. Zeitschriften sind in der Forschung ein veraltetes Medium. Und es gibt genug begutachtete Artikel, die falsch oder Plagiate sind.

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Joachim Sewe
Joachim Sewe (josewe) - 09.08.2012 11:21 Uhr

Hebe meine Hand für unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht

Hallo zusammen,

danke für den Artikel. Auch ich sehe das Verhältnis zwischen Verlagen, den ursprünglichen Rechteinhabern und den Nutzern als unausgewogen an. Neben dem wissenschaftlichen Bereich möchte ich auf den Konsumenten/Hobbyautoren-Bereich hinweisen, die ihre Werke als eBook veröffentlichen möchten. Diese werden von den führenden Plattformen mit der Aussicht auf kleinere Profitanteile in exklusivrechteinräumende Verträge gelockt, wobei die Vertriebsleistung, wie im klassischen Verlagsgeschäft, ausbleibt. Gelingt dem Autor dennoch eine kritische Masse zu erreichen verbleibt ein Großteil des Profits beim neuen Rechteinhaber ohne nennenswerte Eigenleistung.

Das unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrecht könnte die Potentiale solcher Urheber wahren.

Grüße, Joachim

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Matthias Ulmer
Matthias Ulmer (mulmer) - 09.08.2012 10:51 Uhr

Armutszeugnis

Wissenschaftler wollen Wahrnehmung, die erreichen sie durch renommierte Zeitschriften und diese sind teuer. Das schmeckt der öffentlichen Hand nicht, die bei den Bibliotheken gerne spart. Von 1990 bis heute seien die Preise einzelner Zeitschriften um 500% gestiegen? Das entspricht einem jährlichen Anstieg von 8% was über der Inflation liegt, ok. Aber dafür bekommt die Uni heute Print und Digital, Ausdruckmöglichkeiten, Voltextsuche, Archivzugriff, campusweite Nutzung, Remote Access... Und gleichzeitig sind die Umfänge der Zeitschriften enorm gestiegen.
Effektiv haben die Bibliotheken im gleichen Zeitraum ihre Budgets inflatiosnbereinigt gekürzt. Dass das nicht funktioniert ist klar. An der Misere sind aber die Wissenschaftsorganisationen und nicht die Verlage schuld.
Kartellklage, Abbestellung und Abkehr vom Bibliometrie-System. Die Lösung wäre einfach, aber man jammert eben lieber als zu handeln.

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David Landern

Zum Thema "Reputation von Zeitschriften"

Ich vermute, dass es je nach Fachbereich sehr unterschiedlich ist, aber in "meinen" universitären Kreisen (Lateinische Philologie / Antike / Mittelalter) gilt ein Artikel, der in einem renommierten oder zentralen Fachblatt erscheint, für um Welten "wertvoller" als einer, der z.B. digital veröffentlicht wird. Bei Dissertationen ist es nicht anders, wer die elektronisch publiziert, von dem nimmt man an, er habe einfach keine Lust, kein Geld oder keine Chance gehabt, um von einem namhaften Verlag publiziert zu werden.

Das ist tatsächlich ein Armutszeugnis, zumal digitale Veröffentlichungen die Rezeption der Arbeiten vermutlich gegenüber eines "zehnmal gedruckt und dann auf Lebenszeit im Magazin geparkt"-Verfahrens deutlich erhöhen könnten. Aber solange sich die Meinung hält, man "müsste" als guter Forscher in den altbekannten Verlagen publizieren, wird sich da wohl nicht viel ändern.

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