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Plagiatsdebatte Gewiss kein Glanz

 ·  In der Plagiatsdebatte hat sich ein seltsam beschwichtigender Ton breit gemacht. Promovenden, von denen man offenbar keinen Glanz erwartet, werden als um Erkenntnis ringende Genies verteidigt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (33)
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Klaus Michael Strauss

Wunderbarer Beitrag

Nochmals Dank für diesen Beitrag, der den Leser herausfordert die Botschaft zu finden.

Meines Erachtens eine großartige Kombination einerseits sophistisch anmutender Ausführungen analog von Entlastungsgutachten Pro-Schavan, umwerfend intellektuell formuliert.

Andererseits eingestreut und abschließend der unmissverständliche Standpunkt, daß nachsichtige Entschuldigung politisch Arrivierter skandalös ist.

Ein akademisches System, in dem eventuell nur noch querulatorisch Veranlagte Kritik üben, ist dringlich reformbedürftig.

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Karl Schmidt
Karl Schmidt (Tiuz) - 15.11.2012 12:42 Uhr

Inszenierte Scheindebatte

Wenn man den Artikel des Autors so liest, könnte man meinen, den Plagiatsjägern ginge es um wissenschaftliche Standards. Sie seien ausgezogen, um wieder mehr Genauigkeit, vielleicht auch Anstand an Deutschlands Universitäten einzufordern.

Es fällt allerdings schwer, einen Autor ernst zu nehmen, der schon überfordert zu sein scheint, die wenig verborgene politische Motivation für den Eifer der Jäger in seine Betrachtung einzubeziehen. Gelänge ihm das, würde er vielleicht auch erkennen, dass er sich an einer Scheindebatte beteiligt. Das wäre übrigens auch der Schlüssel, um in dieser Schlammschlacht die Wendungen, das Konjunkturbarometer und den absehbar unproduktiven Ausgang des Ganzen verstehen zu können.

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Esser Oliver

Ministeramt erfordert anscheinend nur Doktortitel, nicht akademische Befähigung

Entscheidender Gesichtspunkt ist, dass unsere Bundeskanzlerin gewillt ist, eine Bildungsministerin zu halten, solange sie nur formal den Doktortitel behalten darf. Dass sie - was auch schon vor Abschluss des universitären Verfahrens für jeden feststeht, der sich die Mühe macht, die bei schavanplag im Volltext aufgeführten Stellen zu vergleichen - jedenfalls nicht in der Lage war oder sich nicht die Mühe gemacht hat, eine wissenschaftlich saubere Arbeit abzuliefern, scheint der Tätigkeit als Bildungsministerin nicht im Weg zu stehen. Warum wir uns als obersten Repräsentanten unseres Bildungssystems jemanden leisten müssen, der akademische Standards mit Füßen tritt und eingestandenermaßen mit seiner "Doktorarbeit" "gewiss keine Glanzleistung" vollbracht hat, erschließt sich mir nicht. Anscheinend reicht der rein formale Doktortitel aus, unabhängig von der inhaltlichen Qualifikation.

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Wolfram Obermanns

Auf einem Auge blind? I

Bevor man auf die verschiedenen Metaebenen der Plagiatsaffären abhebt, lohnt ein Blick auf die bisher bekannt gewordenen Fälle.
Exemplarisch ist zum einen die Arbeit von Guttenberg. Bei der Häufung und Qualität der Mängel in dieser Arbeit drängt sich eine einfache Erkenntnis auf: Die mit summa cum laude bewertete Arbeit wurde verfaßt und akzeptiert, weil sich Guttenberg mit einem Doktortitel und die Uni sich mit Guttenberg schmücken wollte. Darum hat wahrscheinlich keine der beiden Parteien vor der Affäre auch nur einen prüfenden Blick in die Arbeit geworfen.

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Paula Pilcher

Fußnoten auch für Journalisten

"Verständnis allenthalben" - bei mir nicht. "Von einer zornigen Sehnsucht nach dem Neuen ist zu lesen" - wo? "Man sieht die Zeit gekommen" - wer ist man?

Sie lesen wahrscheinlich noch mehr Zeitungen als ich, Sie haben möglicherweise ein feines Sensorium für Trends - und dennoch bin ich nicht bereit, Ihnen eine solche Fülle an Prämissen unbesehen zu glauben. Warum belegen Sie Ihre Wahrnehmungen nicht, warum nennen Sie nicht Ross und Reiter?

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Alexander Berndt

Handwerklich ungenügend ist ungenügend

Der Artikel ist teilweise etwas kompliziert, kommt aber zu dem richtigen Ergebnis, auch ich finde es erstaunlich, dass die ausserordentlichen Bemühungen, die jemand vollbracht haben soll, dann nachher zu keinem Glanzstück werden, so nonchalant kommuniziert werden, sind sie eigentlich auch ein Eingeständnis der mangelnden akademischen Betreuung. Was sich aber in diesen Fällen so manifestiert, ist die mangelnde Wissenschaftlichkeit der Arbeiten. Objektiv überprüfbar sind nunmal die Zitate und der Umgang damit. Das ist ist "Eintrittskarte" der Dissertation, zumindest nach aussen. Die eigene Aussage kann nur dann glaubwürdig untermauert sein, wenn das Handwerk stimmt. Handwerklich ungenügende Arbeiten sind ungenügend, egal ob die Aussage geniereif ist. Das ist beim Aufsatz so, bei einer Hausarbeit, warum soll das plötzlich nicht mehr für eine Doktorarbeit gelten ? Es ist ja geradezu offensichtlich, dass Transparenz Teilen der Wissenschaft unangenehm ist, obwohl es sie doch genau dafür gibt

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Klaus Michael Strauss

Zeitenwende

Dank für diesen Beitrag, der zum Teil den Stil apologetischer (Rechts-)Gutachten imitiert, aufgeblasene unscharfe Desinformation zur imposanten Übertölpelung rechtschaffener Redlichkeit.

Aber dies ist das Jahr 2012, weg vom autokratischen Triumph politisch-akademischer Korporationen. Die Gegner sind zwar geübt und erfahren, sie werden verbissen kämpfen.

Aber Internet und Informatik zusammen mit einer fähigen Gruppe Entschlossener sind bereit.

Die Herzen und der Wille aller wahren Wissenschaftler begleiten sie. Die Verderbnis wahrer Wissenschaft, Kultur und Gerechtigkeit zu beenden.

Nicht aufgeben, bis dieses Ziel vollständig erreicht ist.

Und Gottes Segen für dieses noble Unternehmen erbitten.

(Dwight D. Eisenhower, D-day, June 6th 1944)

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Karl-Heinz Isleif

Wegdefinieren

Wenn das Plagiieren als Problem so groß wird, daß die 'Führungselite' sich bedroht fühlt, dann definiert man es am besten weg. Der erste Schritt ist, daß man verharmlosendes Vokabular einsetzt: schummeln usw. Wenn das nicht reicht, dann definiert man neu, worauf es in einer Dissertation 'eigentlich' ankomme usw.

Etwas weit hergeholt und thematisch nicht ganz angemessen vielleicht, aber man darf trotzdem daran erinnern, daß es seit einiger Zeit (seit Bush, genau) in Amerika keine Folter mehr gibt - man hat sie wegdefiniert.

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Peter Ammelmeyer
Peter Ammelmeyer (pammel) - 14.11.2012 20:24 Uhr

Stumpf mit Zeigfinger von oben ging auch in den Neunzigern nur bedingt.

Es wird von Selbstjustiz einer Netzavantgarde und Texthoheit philosophiert. Weil sehr kryptisch gehalten und mit Rollenbildern behaftet, kommt bei mir nicht alles was Zwischen den Zeilen durchscheinen soll an - weil ich eine andere Generation bin. Also kein Geisteswissenschaftler der späten Neunziger Jahre, wie der Verfasser. Schavan ist aber ein sehr spezieller Fall - verzeihen Sie mir; da Frau Schavan sehr Oberlehrerhaft rüberkommt - hofft man fast sehnlich darauf ihr den Spiegel hinzuhalten zu können. Herr Guttenberg ist in jungen Jahren seiner Eitelkeit erlegen, mit der er keinen anderen direkt Schaden zufügen wollte. Das nun Geisteswissenschaftler genauer als zuvor achten müssen - halte ich in Bezug auf Juristen für falsch. Selbstjustiz wird nicht an Frau Schavan verübt, wenn ihr Psydoduktus gewissermaßen von außen gemaßregelt wird - es gilt, wer sich als Elite versteht, darf vom Volk Kritik bekommen. Plagiate sind ja belegt u. Sie hat keine Erziehungsauthoriät als BM

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.11.2012 01:12 Uhr
Alexander Berndt

Gutmütige Interpretation

Sind Sie da in der Interpretation nicht etwas zu gutmütig?

"Herr Guttenberg ist in jungen Jahren seiner Eitelkeit erlegen, mit der er keinen anderen direkt Schaden zufügen wollte."

Herr v. Guttenberg hat kein 2 Staatsexamen. Er hat -das ist meine Interpretation- gewusst, dass er das nicht schaffen wird, da er schon im 1. Examen nicht geglänzt hat, bzw. er hätte seine politische Karriere mit einem 2 jährigen Vollzeitreferendariat nicht vorantreiben können. Nur "Jurist"(1.Staatsexamen) zu sein ist ein Makel. Er hat eine Note, über die er praktisch nirgendwo hätte promovieren dürfen, eine Seminararbeit wird sein Schlüssel gewesen sein und eine zusammenkopierte -ich denke das darf man so sagen- und mit Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages gepflasterte Doktorarbeit ist ein relativer Ausgleich für ein fehlendes 2. Staatsexamen.

Und von "jungen Jahren" zu sprechen ist für einen 35jährigen (Dissertationszeitpunkt) nicht angemessen, auch in seinem eigenen Interesse.

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Wolfgang Ebel

sehr viele Worte

zum Thema. Wenn auch die Artikulation sehr eloquent ist, muss man aber wenigstens einen akademischen Grad haben, um wirklich hinter den Sinn des ganzen " Geschreibsels " zu kommen. Schreibpapier erötet nicht erkannten schon die alten Lateiner. Gleichwohl nützt es reichlich wenig, die Intentionen einiger " Möchtegern-Akademiker " zu beleuchten und dabei zwei nahezu gleiche Sachverhalte ungleich zu behandeln. Wer bei seiner Dissertation schummelte hat - ohne wenn und aber - und ohne Ansehen der Person, die Konsequenzen zu tragen. So einfach ist das.

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Paul Fischer
Paul Fischer (HHeureka) - 14.11.2012 19:49 Uhr

Ein altes aber wirksames Prinzip

Zunächst erklären wir, dass alle Menschen gleich sind, dann erfinden wir den Doktortitel, der andere nur ein wenig gleicher macht, dann geben wir ihn allen, die a) entweder geistig dazu in der Lage, oder b) so vermögend oder prominent sind, ihn sich zu erkaufen; nun rufen einige, dass der König ja nackt ist, dann verkünden wir eben, dass nackt das neue Angezogen ist, erheben Plagiate zur eigentlichen geistigen Leistung, und voilá, alles ist wieder im Lot. Nun kommen die, die eigentlich geistig zu mehr in Lage wären, auf die Idee, den Weg einfach mit Plagiaten abzukürzen, schließlich ist das nun erlaubt, aber das geht natürlich nicht, weil alle Menschen gleich sind. Denn, wer hart arbeiten, klar denken, sauber forschen kann, der darf sich doch nicht wie die unbegabten aber einflussreichen Upperclass-Betrüger verhalten, damit wäre doch das gesellschaftliche Gleichgewicht gestört. Alles klar?

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Boris Hollas

Was will uns der Autor sagen?

Es ist reichlich überheblich, einem Informatiker die Kompetenz abzusprechen, Plagiate in einer geisteswissenschaftlichen Arbeit zu bewerten. Jeder, der Lesen und wissenschaftliches Arbeiten gelernt hat, ist dazu in der Lage. Abgeschriebene Seiten anzuprangern soll "technizistisches Textverständnis" sein? Das ist der Versuch, Plagiatsplattformen generell als untauglich abzutun. Und wer sollen die "angestammte Autoritäten" sein, die die Plagiatsjäger angeblich düpierten? Die Gutacher von damals? Gegen Betrug ihrer Doktoranden sind auch die nicht gefeit.
Leider bleibt mir unklar, wofür oder wogegen der Autor, selbst promovierender Geisteswissenschaftler, plädiert. Der Artikel schwurbelt erst in die eine, dann in die andere Richtung, ohne daß ich eine klare Argumentation erkennen kann - eher wird es mir schwindelig. Wenigstens erscheint das Thema Schavan wieder in den Medien. Ich hatte schon befürchtet, durch die von Frau Schavans Anwälten verhängte Zensur wird die Sache im Sande verlaufen

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Katharina  Pehle
Katharina Pehle (pehl) - 14.11.2012 18:32 Uhr

Cui bono

Ich kann Frau Ziessler nur beipflichten. Das Promotionsgewese hat - zumindest soweit es die juristische Zunft betrifft, allein diese kann ich beurteilen - einen beklagenswerten Zustand erreicht. Die Hoffnung, die cause Guttenberg werde zu einem Nach- und Umdenken führen, hat sich leider nicht erfüllt. Angefangen bei mangelnder Betreuung, dem Aufblähen winziger Detailprobleme zu Arbeiten von 300 und mehr Seiten, der wissenschaftlichen Redundanz der meisten Arbeiten und dem Verkommen des Doktorgrades zum reinen Titel - man stellt an allen Ecken und Enden fest, dass die meisten Promotionsvorhaben der wissenschaftlichen Legitimation und Legitimationsfähigkeit entbehren. Ganz unabhängig von einem Falschzitat, Nicht-Zitat oder sonstigen, doch eher lässlichen Sünden: Wer sich in der Sache nicht um einen gewissen wissenschaftlichen Anspruch bemühen muss, wird dies auch in puncto "Formalia" nicht tun.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 20:41 Uhr
Peter Ammelmeyer
Peter Ammelmeyer (pammel) - 14.11.2012 20:41 Uhr

....Und Sie haben bestimmt nicht einmal einen Akademischen Abschluss.

denn sonst würden Sie sich das auch zutrauen, hätten nicht so eine Obrigkeitsgläubigkeit. Ist mir aber eigentlich egal - wenn Sie nicht so stumpf argumentieren würden und sich dabei auch noch so unglücklich mit Lautmalerei selbstexponieren. In Frau Schavans Disziplin bin ich mir sehr sicher, andere hätten ihren auch ihren Dissertationsplatz einnehmen können - durften es aber nicht obgleich fachlich mit höherer Begabung. Ob die alle Neidisch geworden sind k.A

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Karl Dietrich Naumann

Wie stehts ?

Wenn das alles so einfach ist, haben Sie sicher auch promoviert ! Wenn nicht, war das
alles nur neidvolles bla, bla, bla ..........

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Closed via SSO

Das vermeintliche Bildungsestablishment schlaegt zurueck...auch hier gilt orwellscher Neusprech

Es waere ja noch einmal schoener, wenn die Einhaltung der Leistungskriterien durch die Allgemeinheit ueberpruefbar wuerden. Schnell, schnell, man verschwurbele die Leistungskriterien, damit sie nicht mehr ueberpruefbar sind und der akademischen Titelzuteilungswillkuer kein Ende gesetzt werden muss. Es ist wie im richtigen Leben: Orwell gilt auf allen Ebenen. So ist abgeschrieben eben nicht mehr abgeschrieben, wenn das Abgeschriebene sich in einen eigenstaendigen Gedankengang einfuegen laesst. Verstanden ? nicht ? Dann reichts zum Doktortitel immer noch.....

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Silke Johannsen
Silke Johannsen (Sidat) - 14.11.2012 18:14 Uhr

Drittklassiges Personal mit ergaunerten Titeln in Spitzenämtern

Hat es unser Land zumal in ernsten Zeiten verdient, mehrheitlich von Totalausfällen, Dissertatitions-Betrügern und dauergrinsenden Nieten regiert zu werden?
Das Regierungspersonal von Guttenberg über Niebel, Pofalla, Westerwelle bis Schavan würde ich nicht einmal einem diktatorisch geführten Entwicklungsland zumuten wollen.
Es ist neben Studiengebühren recht bemerkenswert, dass das bildungspolitische Spitzenamt der Republik von einer mutmaßlich überführten Dissertationsbetrügerin bekleidet wird, die mit Unterlassungsverpflichtungen an Ihre Universität und Horden von Wissenschaftlern und Anwälten für Rechtfertigungswinseleien glaubt, bis zur Wahl Bundesminister bleiben zu können. Das Land hat wahrlich Besseres verdient - oder um es mit unserem Kanzleramtsminister zu sagen: "ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen".

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.11.2012 15:15 Uhr
Helga Zießler

Eines haben Sie noch vergessen, Herr Kannitverstan

Das ist die Ochsentour durch die Parteien-Hierarchie, möglichst schon beginnend während der Schulzeit, und die Unterordnung unter die Parteien-, bzw. Fraktions-Disziplin/Zwang. Das mutet sich doch bloß jemand zu, der bereit ist, sein Rückgrat schon an der Garderobe abzugeben.

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Friedrich Kannitverstan

@Bernd Stegmann - Nein, nicht die Intelligenz der Wähler ist DAS Problem, sondern...

die fehlenden Wahlalternativen. DAS Problem in einer Demokratie ist doch, dass qualifizierte Menschen nicht Politiker werden wollen. Man muss doch masochistisch veranlagt sein oder sonst keine Alternative haben, um sich das anzutun: permanente Beobachtung durch die Öffentlichkeit, relativ bescheidene Entlohnung, schmutzige Auseinandersetzungen mit Parteigegnern oder -"freunden" und vor allem das unkalkulierbare Risiko, beim nächsten Mal nicht wiedergewählt zu werden.

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bernd stegmann

Das tiefgreifendere Problem ist die Tatsache, das diese "Drittklassigen" frei und geheim gewählt

werden. Was sagt das nun über die Intelligenz der Wähler aus? Die wollen doch von sowas regiert werden, sonst würden sie ja was anderes wählen. DAS ist das Problem.

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Dennis Sieberman

Wer jemals eine Uni...

...von innen erlebt hat, weiss um die subtile Perifie ihrer Zukurz-Gekommenen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 18:39 Uhr
Dennis Sieberman

Korrektur zum Verständnis:

Perfidie muss es natürlich heissen.

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Helga Zießler

Inflation des Doktorgrads

"Es geht....darum,...über die ganze Arbeit hinweg die souveräne Autorschaft und die Emanzipation von seinen Quellen zu demonstrieren."
Das ist meiner Ansicht nach ein Schlüsselsatz in dem Artikel. Und ein weiterer:
"Es fragt sich dann aber doch, warum man jemanden, der... keine Glanzleistungen im akademischen Feld vollbracht hat, auf dem wichtigsten bildungspolitischen Posten der Republik halten will."
Das ist zweifellos eine berechtigte Frage. Es sei aber die weitere Frage erlaubt, ob der Ausschluß nur für solch einen wichtigen Posten gelten soll. Ich würde es jedenfalls für besser halten, dass, wer "keine Glanzleistungen im akademischen Feld vollbracht hat", überhaupt nicht promoviert werden dürfte.

Leider aber scheint es so zu sein, dass solch ein Anspruch heute überhaupt keine Rolle mehr spielt. Der "Doktor" ist ein schmückendes Attribut ohne jede Bedeutung. Wozu braucht man den also noch?

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Hans-Joachim Friedrich

Schavans Rache

Schavan weiß, dass ihre Dissertation wertlos ist, sonst hätte sie sich nicht mit ihrer Bildungsreform an den Geisteswissenschaften gerächt und ihre Freiheit zerstört.

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Rolf-Michael Henkel

Wortgewaltig

Promovenden, Hermeneutik, Empirie, Digitalisaten, Genierhetorik, symptomatische Redefigur, Autodafé…

…wohl dem, der weiß was er hier schreibt und vor allem, für wen. Dieser Artikel hätte möglicherweise das Zeug gehabt, einen neuen, vielleicht längst überfälligen Gedankengang in die Diskussion einzubringen, indes er vermag es nicht.

Weil er dermaßen verquast daher kommt, dass man ihn kaum in einem Zug lesen kann sondern mehrmals Anlauf nehmen muss. Und am Ende bleibt die Frage, was der Verfasser eigentlich sagen wollte, über die Plagiatsdiskussion, die an der Person Schawan ihre verständnisvolle Wende zu nehmen scheint, was ich übrigens begrüße. Oder ob er uns vielmehr etwas über sich selbst sagen wollte?

Intellektualität kann hin und wieder zu Gewalt führen, zu Wortgewalt. Aber wahrscheinlich hat es der Verfasser nur gut gemeint, was ja gelegentlich das Gegenteil von gut ist.

Schade eigentlich.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.11.2012 15:20 Uhr
Helga Zießler

Herr Lesker -

Der Autor wurde aber erst Mitte der Siebziger Jahre geboren. Es ist also heute offenbar noch genau so schlimm mit der völlig verquasten (wie Herr Henkel sie zu Recht bezeichnet) Wissenschaftssprache.

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Heiner Lesker

Wissenschaftsjargon

In diesem Stil haben wir in den 70er Jahren unsere philosophischen Hauptseminararbeiten geschrieben. Ich schäme mich heute noch dafür.

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Heiner Lesker

Zustimmung

Sehen wir einmal von der stellenweise verquasten Sprache des Autors ab, der damit seine eigene Genialität (ist er promoviert?) dokumentiert, hat er in der Sache unbestreitbar recht. So lange deutsche Professoren ihren akademischen Ruf daran messen, wie viele Doktoranden sie 'erfolgreich' betreut haben und solange für eine Karriere in Politik, Wirtschaft oder öffentlicher Verwaltung ein - wie auch immer - 'erworbener' Doktortitel wichtig ist, wird sich an der Misere nichts ändern; das Plagiieren der Möchte-gern-Doktores wird weiter gehen. Die Lösung findet sich z.B. in den angelsächsischen Ländern. Dort wird nur jemand promoviert, der ein ernst zu nehmendes Interesse an seriöser wissenschaftlicher Arbeit und einer sich daran anschließenden Hochschullaufbahn hat. Schavans, Guttenbergs, Koch-Mehrins et al. hätten keine Gelegenheit erhalten, sich 'wissenschaftlich' zu äußern. Aber daran hat der deutsche Hochschulbetrieb kein Interesse, allen vollmundigen Beteuerungen zum Trotz.

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14.11.2012, 16:57 Uhr

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Touristen raus!

Von Dirk Schümer

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