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Plagiate Wehe, wenn einer liest, was sie schreiben

 ·  Die Plagiatsaffäre Guttenbergs hat die Universität Bayreuth in Aufregung versetzt und einiges verändert. Jetzt wurde dort über das Unrecht und die Kunst des Plagiierens diskutiert.

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Ulrich Mosel
Ulrich Mosel (u.mosel) - 30.11.2011 20:40 Uhr

Bayreuther Promotionen

Wenn der Bayreuther Hochschullehrer Ohly meint "der viel beschäftigte Bundestagsabgeordnete habe sich zu einem großen Teil aus Zeitungsartikeln bedient, ein vergleichbarer Diebstahl in der Fachliteratur wäre wohl aufgefallen", dann heisst das wohl, dass man in Bayreuth mit einem Zusammenstellen von Zeitungsausschnitten mit summa cum laude promivieren kann. Anders herum: die Uni Bayreuth sollte jetzt allen Zeitungs-Autoren die Promotion zukommen lassen. Ihre Texte waren offensichtlich 'summa cum'.

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Peter Zentner

Viel zu kurz bei dieser Aufarbeitung ...

... kommt die Tatsache, dass Guttenberg das wesentliche Kriterium des juristischen Promotionsverfahrens nicht erfüllte: mindestens ein "vollbefriedigend" beim ersten Staatsexamen. Hat er nicht, und jeder Jurist kann uns bestätigen, dass Welten zwischen einem voll- und nur befriedigendem Examen liegen.
Guttenberg erwirkte, auf welche Weise auch immer, trotz seines "befriedigend" eine Ausnahmegenehmigung (die damals in Bayreuth möglich war, heute nirgendwo mehr) zur Teilnahme am Promotionsverfahren.
Er hat sich für diese Gunst oder dieses Geschenk mit unredlichen Mitteln bedankt. Was ihn für eine Weile disqualifiziert, aber nicht bis ans Ende aller Tage — denn wir haben schon üblere Charaktere in der Politik erlebt, und wir erleben sie auch täglich in der schmerzhaften Gegenwart.

Es wird ihm zumindest in Deutschland öder Österreich nicht gelingen. ein neues Doktorat anzustreben. Aber ein politisches Comeback ist ihm inmitten der graugesichtigen, langweiligen Konkurrenz sicher.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.11.2011 23:34 Uhr
Klaus Heeke
Klaus Heeke (KlausHee) - 30.11.2011 23:34 Uhr

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"erwirkte[...]eine Ausnahmegenehmigung (die damals in Bayreuth möglich war, heute nirgendwo mehr"

- lieber Herr Zentner, dann fragen Sie doch mal an der Universität Heidelberg nach,
dort können Sie sogar - bei entsprechendem Vitamin B - heute noch mit "ausreichend" promovieren!

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