14.07.2010 · Während Hessens öffentlichen Universitäten sparen müssen, kann die private European Buisiness School (EBS) durch einen Zuschuss von 25 Millionen Euro jetzt die Juristenausbildung in Wiesbaden eröffnen - und sich gleichzeitig in die lange Reihe der privaten Subventionsempfänger stellen.
Von Jürgen KaubeRichtlinien für Lesermeinungen
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Hier wundert einen doch schon lange nichts mehr oder?
Private Schule staatliche Hoch subventioniert! Ich nehme an das es jedem Steuerzahler mit entsprechendem Abschluss möglich ist sich bei dieser Hochsubventionsschule einzuschreiben!?
5 Universitäten müssen leiden...
Es ist wirklich unglaublich, wie die Studienbedingungen (oder aus meiner Sicht: Lehr- und Forschungsbedingungen) an den hessischen Universitäten beeinträchtigt werden, nur damit eine private Uni ein zweites Fach anbieten kann und Wiesbaden endlich eine Universität hat. Es gibt ausreichend viele Angebote, Jura zu studieren in Deutschland. Wenn man Berichte über das geringe Gehalt von Anwälten liest, die sich mangels Alternativen selbständig gemacht haben, fragt man sich wirklich, wofür wir diese neue Jura-Fakultät in Wiesbaden brauchen. Wesentlich sinnvoller wäre es doch, die bereits etablierten Universitäten und Studiengänge besser auszustatten, wo schon die "Studienbeitragsersatzmittel" (also das, was nach Abschaffung der Studiengebühren an die Unis floss) jetzt nach und nach gestrichen werden. Wenn nicht die ebs das Geld erhält, können FÜNF hessische Universitäten EIN JAHR lang um Kürzungen herumkommen. Das kommt doch wahrlich mehr Studierenden zugute als eine neue kleine Fakultät!
Für sowas sollte ein Rücktritt selbstverständlich sein...
...und vor allem auch einen Staatsanwalt auf den Plan rufen. Es ist nicht zu fassen: 30 Millionen müssen die hessischen Unis einsparen und wissen nicht wo und eine EINZIGE private (!) Bildungseinrichtung bekommt 25 Mio. vom Staat GESCHENKT. Das ist ein Skandal allererster Güte und noch frecher die Aussage: Es würde sich ja auch nicht aufgeregt, wenn die Unis sich (aus Finanznot) Drittmittel beschaffen. Einige Rücktritte in der hessischen Regierung sind da obligat und ein Verfahren vor einem ordentlichen Gericht (und Verwaltungsgericht sowieso) ebenso!
Jupp, jetzt wissen wir also wo das Geld u.a. hinfließt.
Nur dieses zu wissen macht ja auch nix.
Wichtig ist, daß die Elite Geld bekommt und die Allgemeinheit leer ausgeht.
Paßt doch zu dem Trend in der Politik, Bildungsausrichtung und zu den Zielen, die sich diese Politik gesetzt hat.
Wer kann es ändern?
Wer an die EBS geht, braucht keine Unterstützung, er fährt bereits mit einem "7er" zum Unterricht. Unterstützung brauchen die, die bereits mit 12 Jahren als Ihren voraussichtlichen Beruf "Hartz 4" nennen. Zum Beispiel Hauptschüler. Aber dort wird gestrichen. Sehenden Auges steuert die Politik auf einen Zustand in der Gesellschaft zu, den man nur so kommentieren kann: So hohe Mauern können Wohlhabende gar nicht um sich herum bauen, um die abzuwehren, deren Armut heute schon manifestiert wird.
An der JWG als öffentlicher Universität ist ja erst 2002 mit viel Pomp das Institute for Law and Finance eingerichtet worden. Besteht wirklich soviel Bedarf an "wirtschaftlicher Elite"? Die Bankakademie HfB ist ja auch noch da.
Andere Fächer dürfen hingegen noch ihr Dasein im maroden Afe-Turm fristen. Ich finde es schlicht unmoralisch für zwei Fächer öffentliche Gelder rauszuschmeißen, die bereits gut versorgt sind.
Danke für den Bericht!
Die enorme Suventionierung dieser "Schule" scheint dem durch unsere gerne so genannten "Leistungseliten" breit vertretenem Anspruch zu entsprechen, nur die Gewinne zu privatisieren. Risiken werden sozialisiert, und zwar schamlos. Wenn diese Form des Ausbildungsangebots tatsächlich ausschlaggebend für eine Berufseignung wäre, müssten sich doch nach den so gerne zitierten Gesetzen des Marktes genug andere Finanzierungsmöglichkeiten ergeben. Die dann auch alternativlso zu nutzen wären.
Man mag es nicht fassen; am meisten allerdings überrascht das Timing der hessischen Staatskanzlei, diese Entscheidung zur Ausschüttung so nahe an der als "alternativlos" verkauften Entscheidung zur Einsparung einer ähnlich hohen Summe an den staatlichen Hochschulen zu verkünden.
Einfach unfassbar und ohne Worte so eine Bildungspolitik.
Elite hin oder her, wenn man sich mal mit den EBS und Bucerius Absolventen privat auseinandersetzt, kann man sich eh nur betrübt an den Kopf fassen, was für ein Menschenschlag, fern aller störender "Zecken" aus den "unprofitablen" Studiengängen, ensteht, der denkt ers sei qua ihrer Ausbildung an der Privatuni zur Elite geboren.