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Generationenkonflikt in den Kliniken : Frage als Erstes, was man für dich tun will

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Ärzte? Ärzte sind nicht so wichtig, solange es Leute gibt, die sich mit Krankheiten auskennen: Thor, Jackie und die unglaubliche Zoey aus „Nurse Jackie“ Bild: Showtime Network

Das hätte es bei uns damals nicht gegeben! Chefärzte scheitern heute oft am Management der Generationen: Im Krankenhaus prallen Babyboomer und jüngere Ärzte mit ihren unterschiedlichen Lebensgeschichten und Ansprüchen an den Beruf sehr unsanft aufeinander.

          Hamburg, Herbst 2012. Im Kongresszentrum hinter dem Bahnhof Dammtor tagen die deutschen Kinderärzte. In einem der größten Säle tritt ein Klinikdirektor, um die sechzig Jahre alt, ans Mikrofon und warnt vor dem Jahr 2020: „In der Pädiatrie werden zukünftig neunzig Prozent Frauen arbeiten.“ Mit einer starken Zunahme von Teilzeitarbeit sei zu rechnen. Und nicht nur das: „Die jungen Kollegen erwarten ja ein Rundum-sorglos-Paket“, fügt er mürrisch hinzu. Kinderbetreuung, vielfältige Arbeitszeitmodelle und anderes müsse man da zusammenschnüren, wolle man mithalten im Wettbewerb um Arbeitskräfte. Der nachfolgende Redner muss weitere Unannehmlichkeiten ankündigen: „Die junge Generation hat nicht mehr die Erwartung, fünfzehn Jahre an einem Arbeitsplatz zu bleiben“, erklärt er den Kollegen.

          Veranstaltungen wie die in Hamburg wiederholen sich inzwischen fast wöchentlich irgendwo in Deutschland auf einem Medizinerkongress. Die Generation Y - das sind je nach Definition die ab Anfang oder ab Mitte der achtziger Jahre Geborenen - beschäftigt Krankenhäuser und Fachgesellschaften aufgrund des ausgeprägten Ärztemangels intensiv. Besonders alarmiert sind die „frauenlastigen“ Fächer wie Pädiatrie oder Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Und überall dort, wo über die jungen, frisch approbierten Ärzte gesprochen wird, da ist einer nicht weit: Christian Schmidt, der medizinische Geschäftsführer der Kliniken der Stadt Köln. Nachdem er in den vergangenen zwei Jahren mehrere Studien zur Generation Y im Arztberuf veröffentlicht hat, ist er zum gefragten Experten für das Phänomen geworden. Doch Schmidt erweitert sein Thema nun und wendet sich einem anderen Schwerpunkt zu: Unter der Debatte über die anspruchsvollen 25- bis 30-Jährigen, die keine Workaholics sein wollen und Wert auf Freizeit und Familie legen, schwelen seiner Ansicht nach in den Krankenhäusern noch ganz andere Generationenkonflikte. Welche genau das sind, führt er in einer Publikation aus, die das „Deutsche Ärzteblatt“ am kommenden Freitag als Titelgeschichte veröffentlichen wird.

          Generation X gegen die Babyboomer

          Schmidt unterscheidet in seiner Studie im „Deutschen Ärzteblatt“ vier Generationen: die Wirtschaftswunderkinder (Geburtsjahrgänge 1945 bis 1955) die Babyboomer (1956 bis 1965), die Generation X (1966 bis 1985) und die Generation Y (ab 1986). Erstmals beleuchtet er auf der Basis einer Befragung auch die Konflikte von Mitarbeitern, die älter sind als die jüngste Generation im Krankenhaus. Zwischen den „Babyboomern“ und der direkt auf sie folgenden Generation X besteht offenbar ein besonderes Spannungsverhältnis. „Die Baby Boomer haben noch früh ihre Kinder bekommen, deshalb konnten sie nicht abends nach der Arbeit im Labor arbeiten oder am Wochenende auf Kongresse gehen“, sagt Schmidt. „Die Generation X hingegen bekommt ihre Kinder spät. In dieser Gruppe werden die gestandenen Oberärztinnen, die habilitiert sind, Mutter. Erst mit vierzig nehmen sie eine Auszeit.“

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