Er hätte genauso gut den Medizin-Nobelpreis verdient gehabt. Der Wirkstoff, L-Dopa, den William Knowles für die Therapie der Parkinson-Krankheit vor fünfzig Jahren in großen Mengen verfügbar gemacht hat, gehört zu den unangefochtenen Evergreens der Medizingeschichte. Die Arznei ist heute noch das Mittel der Wahl, um das gefürchtete Zittern und die Lähmungen in Armen und Beinen wenigstens zu behandeln. Ohne Knowles hätte dieses Mittel vielleicht nie zur Verfügung gestanden. Jedenfalls nicht so schnell und für so viele Patienten. Der amerikanische Chemiker, der in Taunton, Massachusetts geboren und in Harvard gearbeitet hat, bevor er seine Lebensstellung beim Chemiekonzern Monsanto antrat, hatte es geschafft, mit einem speziellen Katalysator die wertvolle Vorstufe jenes Hirnbotenstoffs in großer Reinheit herzustellen, der wegen der Hirnzerstörungen bei Parkinson-Patienten schwindet: Dopamin. Die Vorstufe, L-Dopa, ist der Ersatzstoff, den man schlucken kann und der die Blut-Hirnschranke überwindet; D-Dopa, die andere, spiegelbildlich gebaute Variante, ist toxisch und hatte die Produktion von Dopamin-Substituten praktisch unbrauchbar gemacht – bis zu Knowles genialer Erfindung. Am vergangenen Mittwoch ist der Chemie-Nobelpreisträger William Knowles im Alter von 95 Jahren gestorben.