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Akademische Rankings : Die Tonnenideologie der Forschung

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Wer an der Universität „impact” haben möchte, sollte seine Forschungsergebnisse variabel zu verschiedenen Aufsätzen zusammenfügen können Bild: AP

Ranking, Rating, Bibliometrie: Es gibt viele Möglichkeiten, sich bei Urteilen über wissenschaftliche Leistungen vom Lesen und von Kenntnis zu verabschieden. Doch der Anspruch, aus Leistungskennziffern und Ranglisten auf Qualität zu schließen, ist naiv.

          In seiner Antrittsvorlesung „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“, 1789 an der Universität Jena, unterschied Friedrich Schiller zwei Typen von Gelehrten: den „Brodgelehrten“ und den „philosophischen Kopf“. Nur Letzterer forsche um der Erkenntnis willen. Richard Feynman, der amerikanische Physik-Nobelpreisträger, bringt die Motivation des Wissenschaftlers prosaischer auf den Punkt: „Science is like sex. Sure, it may give some practical results, but that’s not why we do it.“ Es ist vor allem die Tätigkeit und erst in zweiter Linie der Erfolg, die den Forscher motiviert. Denn Erfolg in der Forschung ist höchst unsicher. Die meisten Wissenschaftler machen nie sensationelle Entdeckungen, veröffentlichen nie Aufsätze in absoluten Spitzenzeitschriften, schreiben nie Bücher, die Furore machen und werden nicht zum Hauptvortrag bei internationalen Konferenzen geladen. Nur wenige heimsen Ruhm ein.

          Wie aber wird Leistung in der Wissenschaft gemessen? Welche wissenschaftliche Leistung ist höher einzustufen: die Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming oder die These Max Webers vom Protestantismus als Beförderer des Kapitalismus? Diese Frage ist schlicht unsinnig. Ebenso unsinnig ist die, ob ein Aufsatz im „Journal of Marketing“ höher zu gewichten sei als ein Aufsatz im „Journal of Finance“. Selbst innerhalb eines Fachs erweisen sich Forschungsleistungen oft als unvergleichbar. Diese Unmöglichkeit, sie in eine Rangfolge zu bringen, ist häufig die Ursache mühseligen Ringens in Berufungskommissionen. Subjektive Einschätzungen sind unvermeidlich.

          Objektivierungsbemühungen

          In solchen Situationen greift man gerne auf quantitative Kriterien zurück, indem man etwa darauf hinweist, dass der eine Kandidat eine umfangreichere Veröffentlichungsliste vorzuweisen hat als der andere. Häufig wird auch argumentiert, dass, wenn die Aufsätze der einen Kandidatin mit dem wissenschaftlichen Rang der jeweiligen Zeitschriften gewichtet werden, sie klar höher einzustufen ist als die anderen Bewerber.

          Wenn der wissenschaftliche Rang einer Zeitschrift einfach behauptet wird, haftet einer solchen Argumentation jedoch immer noch eine subjektive Tönung an. Dieser Eindruck verschwindet jedoch aus der Diskussion, wenn alle Vertreter eines Fachs um eine Einschätzung der Bedeutung der wissenschaftlichen Zeitschriften gebeten und diese Einschätzungen dann gemittelt werden. Das Kunststück einer noch weiter gehenden „Objektivierung“ hat Eugene Garfield mit seinen Impact Factor geschafft. Dieser Indikator zur Gewichtung des wissenschaftlichen Einflusses von Zeitschriften wird heute von Thomson Science, einer Division der Agentur Reuters, für eine große Zahl ausgewählter Zeitschriften verschiedener Disziplinen ermittelt und in einer Datenbank gegen Entgelt zur Verfügung gestellt: Wissenschaftsbewertung ist Big Business.

          Unsinnige Vergleiche

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