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Flughafen aus Lego Berliner Bauherr

 ·  In Berlin setzt man beim Bau des Flughafens nun auf kleinere Maßstäbe. Mit Erfolg: Der Bauleiter rechnet mit einer pünktlichen Eröffnung und löst sämtliche Statikprobleme.

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Mit dem neuen Bauleiter Pascal Lenhard kommt nun endlich Schwung in den Bau des Berliner Bummelflughafens. Bereits am Tag der Grundsteinlegung machte der 41 Jahre alte Schwabe klar, dass er den Termin für die Eröffnung im Frühjahr kommenden Jahres auf jeden Fall halten werde. Seine dreimonatige Elternzeit, die direkt in die Kernbauphase fällt, werde kein Grund für Verzögerungen sein. Notfalls nehme er sich Arbeit mit nach Hause, sagte der Vater eines Sohnes vor Journalisten.

Fleißarbeit mit Bauklötzen

Allerdings müsse er das inzwischen aus dem Ruder gelaufene Projekt an einigen Stellen doch stark verschlanken, um es überhaupt noch handhaben zu können. So wird der neue Flughafen um große Teile seines Terminalgebäudes beschnitten, es wird nur noch eine Startbahn geben, weniger als ein Dutzend Fluggastbrücken und außerdem nur zwei Flugzeuge. Da der Bau zudem nun direkt hinter dem Bahnhof Jannowitzbrücke und damit in der Stadtmitte errichtet wird, kann von einer umständlichen verkehrlichen Erschließung ebenfalls abgesehen werden. Das sind einschneidende Veränderungen an einem Projekt, an dem zuletzt selbst Grundlegendes wie Flugrouten oder Brandschutzvorkehrungen heftig diskutiert wurden. Dafür liegt die Sache nun in den Händen des Mannes, der bereits für alle großen Bauvorhaben in der Stadt verantwortlich war. So hat Pascal Lenhard Anfang des Jahres das Berliner Stadtschloss fertiggestellt, mit 400 000 Steinen, mehreren Umbauten und achtzehn Monaten Bauzeit sein bisher größtes Werk. Sogar die von außen kaum einsehbaren Innenhöfe soll er mit unendlicher Geduld und großem Geschick ausgestaltet haben. Mit einem Viertel des Materials ist für ihn der neue Flughafen dagegen eher eine Fleißarbeit, wenngleich er dazu auch jeden Stein einzeln anfassen muss. Nicht uninteressant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch die Tatsache, dass Pascal Lenhard den gesamten Bau aus Plastik und im Maßstab eins zu sechzig errichten und Statikprobleme mit ein paar Tuben Klebstoff beheben wird. Auf diese Art hat er im „Legoland“ am Potsdamer Platz eine Welt errichtet, die unserer gleicht und in der alles doch viel einfacher zusammengesetzt ist.

Denn wann fing das an, dass die Dinge so unübersichtlich wurden, dass man sich wieder und wieder in ihnen verhedderte, bis man ganz verloren war? Es war, als die Jungs ihre Bauklötze weglegten und sie gegen echte tauschten.

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Jahrgang 1974, Redakteur für das Feuilleton in Berlin.

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