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Fleißige Drohnen : Wir können alles, von überall

  • -Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident zielt und schießt noch selbst, will er uns hier zeigen. Bild: AP

Beim Wort „Drohne“ denkt man längst nicht mehr an Bienen, sondern an Kampfroboter. Dabei könnte, wenn die begriffliche Entwicklung mit der technologischen mithält, der sprichwörtliche Fleiß der Bienen von neuer Bedeutung werden.

          Das Bild, mit dem Barack Obama die Nachrichtenwoche eröffnete, ist schon historisch und zwar nicht nur, weil es bereits vor einem halben Jahr aufgenommen wurde. Es war nämlich als Beweis dafür gedacht zu zeigen, dass die präsidialen Reformbemühungen für strenger regulierende amerikanische Waffengesetze nicht einer persönlichen Laune entsprangen. Das Bild geriet aber schon in Vergessenheit, bevor es auch seinen Subtext entfalten konnte: Der Präsident schießt nämlich nicht nur gern, sondern auch mit einer Flinte, sagt das Bild.

          Dass es so aber nur zur Hälfte stimmt, zeigte in dieser Woche vor allem ein „White Paper“, das Amerika einen „legalen, ethischen und weisen“ Umgang mit tödlichen Drohnen im Ausland bescheinigte, selbst dann, wenn dabei Frauen und Kinder und sogar amerikanische Staatsbürger zu Tode kommen. Die urteilenden Worte stammen von dem Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, stellvertretend für den Präsidenten. Obama schwieg dazu, obwohl er, kurz bevor Carney die offizielle Wertung im Pressesaal des Weisen Hauses abgab, noch selbst hinter dem Podium stand. Aber das drängendste Thema klammerte er in seiner Presseansprache aus. „Für Fragen habe ich ja meinen Kollegen hier angestellt“, sagte der Präsident, ehe er ging.

          Wie heißen die Drohnen auf der Straße?

          Dass Drohnen nicht zwingend tonnenschwer und tödlich bewaffnet sind, zeigten in dieser Woche mehrere Nachrichten aus Europa. So behaupten britische Spezialkräfte, dass ihre 16 Gramm leichten Minidrohnen, die pro Gramm 9000 Euro kosten, ihren Spähdienst auch dann erfüllen, wenn sie von Windböen herumgeschleudert werden. Und es muss beim Preisen der kleinen Maschinen auch nicht immer nur um den Kampf gegen den Terrorismus gehen, befand in dieser Woche die Europäische Union, die in Forschungsprojekten herauszufinden versucht, wie man mit einem unbemannten „Aeroceptor“  von Kriminellen gesteuerte Fahrzeuge stoppt.

          Nur in Amerika ist man schon einen Schritt und wittert auch ein großes Geschäft. Google, die Internetfirma, testet seit Jahren Autos, die zwar noch einen Fahrer haben, den sie aber nicht mehr brauchen, weil es von Gesetz wegen vorgeschriebene menschliche Eingriffe in den Computer in Gefahrensituationen kaum mehr erfordere. Sollte man auf den Fahrer tatsächlich einmal verzichten können, gehe es um ein Geschäftsfeld mit einem möglichen Umsatzvolumen von 2 Billionen Dollar im Jahr. Googles Akribie in der Entwicklung fahrender Drohnen, für die es noch keinen aus der Biologie entliehen Begriff gibt, entpuppt sich also als Vorbereitung einer Revolution, an dessen Ende eine gänzlich neue menschliche Freiheit möglich wäre: Ortsungebundenheit.

          Bis sich nämlich der Gütertransport in wenigen Jahren vom menschlichen (und fehleranfälligen) Zutun emanzipiert hat, haben Hobbyisten und Techniker vielleicht ihrerseits etwas gänzlich neues erfunden: „Livecasting“. Eine kleine Drohne, die uns vermisst, unterhält und versorgt, könnte unser ständiger Begleiter sein, als neues Medium für Nähe, die keine wirkliche mehr erfordert. Der noch immer häufigste Satz am Handy „Ich bin gleich da“ könnte mit dem Gerät ins Technikmuseum wandern.

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