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Filmfestspiele : Berlinale 2005: „Fußball, Sex und Politik“

  • Aktualisiert am

Vorhang auf: Dieter Kosslick Bild: dpa/dpaweb

Die diesjährigen Filmfestspiele Berlin präsentieren Filme über den Völkermord in Afrika und die Sexualität der fünfziger Jahre. Drei deutsche Filme sind im Wettbewerb vertreten.

          Großer Prominenten-Aufmarsch zur 55. Berlinale: Hollywoodstars wie Keanu Reeves, Will Smith, Anjelica Houston, Glenn Close, Kevin Spacey und Daniel Day-Lewis werden auf dem Festival ihre neuen Filme vorstellen. Aber auch europäische Filmgrößen wie Catherine Deneuve, Gérard Depardieu und Valeria Bruni-Tedeschi kommen zu dem neben Cannes und Venedig wichtigsten Filmfestial der Welt.

          Insgesamt rund 350 Filme zeigen die Internationalen Filmfestspiele Berlin vom 10. bis 20. Februar, dazu kommen weitere 600 beim European Film Market für internationale Einkäufer. „Es geht um Fußball, Sex und Politik“, umschrieb Berlinale-Direktor Dieter Kosslick am Dienstag die Themenbreite des offiziellen Wettbewerbs. Dort konkurrieren 21 Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären, darunter 16 Weltpremieren.

          „Rekord-Berlinale“

          „Wir haben eine Rekord-Berlinale“, sagte Kosslick. Genau 3.320 Filme reichten Regisseure und Verleiher dieses Mal ein. „So viele wie noch nie zuvor.“ Die Deutschen sind nun mit einer Rekordzahl von 67 Produktionen dabei, drei einheimische Filme haben es auch in den Wettbewerb geschafft. Die Hollywood-Blockbuster fehlen, dafür sind Europa, Asien und Afrika stark vertreten.

          Zahlreiche Filme setzen sich mit Sexualität auseinander. Liam Neeson spielt in der amerikanischen Produktion „Kinsey“ den Sexualforscher Alfred C. Kinsey. Der amerikanische Dokumentarfilm „Inside Deep Throat“ zeige die Entstehungsgeschichte des erfolgreichsten Pornofilms aller Zeiten, so Kosslick. Die französische Regisseurin Catherine Breillat („Anatomie de l'Enfer“) halte im Talent Campus ein Seminar mit dem Titel „Directing Sex“. Hollywoodstar Will Smith verhilft in „Hitch - Der Date Doktor“ seinen Mitmenschen zum Liebesglück.

          Eröffnung mit „Man to Man“

          Politischer Schwerpunkt des Festivals ist Afrika. Im Wettbewerb laufen mit „Hotel Ruanda“ von Terry George und „Sometimes in April“ (Jedes Jahr im April) von Raoul Peck gleich zwei Filme über das Trauma des grausamen Bürgerkriegs in Ruanda. Eröffnet wird das Festival mit dem Abenteuerepos „Man to Man“ des französischen Regisseur Régis Wargnier. Darin sind Joseph Fiennes und Kristin Scott Thomas als Afrika-Forscher zu sehen, die im 19. Jahrhundert einen Pygmäenstamm entdecken.

          Um Fußball geht es unter anderem in dem deutschen Wettbewerbsbeitrag „One Day in Europe“ von Hannes Stöhr. Der Episodenfilm verwickelt vor dem Hintergrund eines Champions-League- Finales Touristen in Moskau, Istanbul, Santiago de Compostela und Berlin in Diebstähle. Mit Spannung wird der deutsche Beitrag „Sophie Scholl - Die letzten Tage“ von Marc Rothemund erwartet. Er schildert die letzten Tage im Leben der 1943 hingerichteten Widerstandskämpferin und Mitbegründerin der „Weißen Rose“.

          Christian Petzold („Die innere Sicherheit“) ist mit „Gespenster“ dabei. Darin glaubt eine Französin in einer Berliner Streunerin ihre einst entführte Tochter zu erkennen. „Dem deutschen Film geht es so gut wie nie“, sagte der Leiter der Berlinale-Sektion „German Cinema“, Heinz Badewitz. Der Marktanteil deutscher Filme im Kino habe im vergangenen Jahr fast 23 Prozent erreicht. Das sei vergleichbar mit der starken Stellung des einheimischen Filmes in Frankreich.

          Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

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