21.11.2002 · Die Stars kamen zur Deutschlandpremiere von „Stirb an einem anderen Tag“. Berlin empfing die Gäste mit klirrender Kälte.
James Bond-Fans sind hart im Nehmen. Trotz beißender Kälte harrten einige hundert von ihnen am Mittwochabend vor dem Premieren-Kino des neuen Bond-Films „Stirb an einem anderen Tag“ in Berlin aus, um mit lautstarkem Jubel 007-Darsteller Pierce Brosnan und Bond-Girl Halle Berry zu begrüßen.
Auch die Stars ließen sich vom Wintereinbruch nicht beeindrucken, schließlich spielen Teile des Films in einem Eis-Palast. Betont elegant betraten sie den roten Teppich - Brosnan im blauen Samt-Anzug und schwarzen Hemd und Halle Berry in dunkelblauen Nadelstreifen.
„Pierce, Pierce“, riefen die überwiegend jugendlichen Fans hinter den Absperrgittern am Potsdamer Platz, während Brosnan, Halle Berry und Regisseur Lee Tamahori durch ein Tor aus nachgebauten roten Laserstrahlen schritten.
Halle Berry liebt es, ein Bond-Girl zu sein
„Natürlich liebe ich diese Rolle“, sagte Brosnan. „Schnelle Autos und schöne Frauen - das ist doch wunderbar.“ Oscar-Preisträgerin Halle Berry („Halle - so wie Sally“) sagte lächelnd: „Es war ein großer Spaß, besonders nach den Dreharbeiten zu "Monsters Ball", die emotional sehr hart waren.“ Niemals hätte sie früher gedacht, dass sie einmal ein Bond-Girl spielen würde. „Das ist eine große Ehre für mich. Auch wenn mein erster Auftritt in einem Bikini stattfindet“, sagte sie und spielte damit auf ihr Auftauchen aus dem Ozean an - eine Hommage an Ursula Andress Rolle im ersten Bond-Abenteuer vor 40 Jahren.
Auch einige der geladenen Prominenten zeigten sich angetan von der weiblichen Hauptrolle. „Berry hat super gespielt. Das ist eine gute Rolle - emanzipiert und tough“, sagte Star-Model Nadja Auermann bei der Premierenparty im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. „Sowas könnte ich mir auch vorstellen.“ Die ehemalige Frau von Boris Becker, Barbara, meinte: „Wenn mir jemand so eine Rolle anbieten würde, wäre ich nicht abgeneigt...“
Ein Literaturkritiker als Bond-Fan
Komiker Otto ist da schon weiter: „Ich drehe auch gerade einen Film. "James Blond - Du lachst nur einmal".“ Unter den rund 1600 Premierengästen waren auch die Schauspieler Jürgen Vogel und Horst Buchholz, der frühere Regierungssprecher Peter Boenisch und Literaturkritiker Hellmuth Karasek, der sich als Bond-Fan outete. „Es ist faszinierend, wie schamlos er sich jeder politischen Konstellation anpasst, nun sind die Schurkenstaaten dran.“
40 Jahre nach seinem ersten Film-Einsatz bekämpft James Bond das Böse diesmal vornehmlich in Korea, Kuba und auf Island. Seine Gegner bekämpft er auf Surfbrettern, Luftkissenbooten und in einem unsichtbaren Sportwagen. „Wir wollten einen James-Bond-Film machen, der anders ist. Er sollte härter und rauer als die bisherigen sein“, erklärte Brosnan die ungewöhnlich brutalen Szenen, die zu Beginn des Films in einem nordkoreanischen Gefängnis spielen. Mit langen Haaren, Vollbart und ohne die üblichen Brioni-Anzüge muss Bond dort um sein Überleben kämpfen.
Der deutsche Hollywood-Schauspieler Ralph Moeller („Gladiator“) äußerte sich vorsichtig. „Ich mag Pierce Brosnan, und er ist ein sehr guter James Bond. Aber bei der ganzen Technik und Produktwerbung geht der Arme ja völlig unter“, sagte der Action-Spezialist. „Deswegen mache ich ja so gerne Gladiatorenfilme.“