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Film : Drehbuchautor Peter Märthesheimer gestorben

  • Aktualisiert am

Peter Märthesheimer Bild: dpa/dpaweb

Der Drehbuchautor und Filmproduzent Peter Märthesheimer ist am Freitag im Alter von 66 Jahren in Berlin gestorben. Der zweifache Grimme-Preisträger schrieb die Bücher zu bekannten Fassbinder-Filmen.

          Kurz vor der Verleihung des Deutschen Filmpreises ist der Drehbuchautor und Filmproduzent Peter Märthesheimer am Freitag im Alter von 66 Jahren in Berlin gestorben.

          Märthesheimer starb nach Angaben eines Sprechers der Bavaria Film während einer Sitzung der neu gegründeten Deutschen Filmakademie, die künftig den Deutschen Filmpreis vergibt. Nähere Angaben zu den Umständen seines plötzlichen Todes gab es nicht.

          Märthesheimer war einer der wichtigsten Autoren vor allem der 70er Jahre in der Bundesrepublik. Für seine Arbeiten erhielt er unter anderem zwei Grimme-Preise (1973, 1981) und eine „Goldene Kamera“ (1978). Er lebte in der Nähe von München.

          Der in Kiel geborene Autor und Dramaturg gehörte zur „Drehbuchwerkstatt München“ und arbeitete unter anderem mit Rainer Werner Fassbinder zusammen. Für ihn schrieb er die Drehbücher zu den Filmen „Die Ehe der Maria Braun“, „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ und „Lola“. Auch bei der TV-Serie „Acht Stunden sind kein Tag“ und „Berlin Alexanderplatz“ war er Fassbinders wichtiger Mitarbeiter.

          „Außergewöhnlich kreativ“

          Der Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Fritz Pleitgen, würdigte Märthesheimer in einem Nachruf als „herausragenden Drehbuchautor“ und „außergewöhnlich kreativen und liebenswürdigen Menschen“, der den deutschen Film in besonderer Weise geprägt habe. Mit seinen Produktionen habe er beim WDR künstlerisch neue Maßstäbe gesetzt und gesellschaftliche Diskussionen ausgelöst.

          Für den WDR produzierte Märthesheimer neben „Berlin Alexanderplatz“ unter anderem mit Wolfgang Menge das fiktive Dokudrama „Smog“ (1973) und das „Millionenspiel“. Die beklemmend realistische Fernsehsatire auf die Menschen verachtende Sensationsgier erregte 1970 großes Aufsehen. Zu seinen weiteren Drehbüchern gehört auch das vierteilige Zeitbild „Radiofieber“ mit Geschichten von Menschen, deren Schicksal sich zwischen 1923 und 1933 auf unterschiedliche Weise mit dem neuen Medium verband. Außerdem schrieb er Drehbücher etwa für die „Tatort“- Folge „Das Mädchen mit der Puppe“ (1996) und zuletzt für die TV-Serie „Bloch“ (WDR/SWR) mit Dieter Pfaff als Psychotherapeut Dr. Maximilian Bloch.

          Seit 1994 war Märthesheimer auch Professor für Drehbuch und Dramaturgie an der Filmakademie in Baden-Württemberg. Märthesheimer betätigte sich zudem als Buchautor: Im Jahr 2000 erschien sein erster Roman „Ich bin die Andere“, in dem er sich mit dem Thema multiple Persönlichkeiten auseinander setzt. Er erhielt dafür den Mara Cassens Preis des Literaturhauses Hamburg.

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