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Film Der Papst schweigt

 ·  Während sich die hiesigen Cineasten bis zum Kino-Start von Mel Gibsons "Die Passion Christi" noch gedulden müssen, konnte sich die politische und geistliche Elite in Berlin den Film bereits anschauen.

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Die politischen und geistlichen Eliten der Hauptstadt sehen Mel Gibsons Film "Die Passion Christi" derzeit in Sondervorführungen, um die Bevölkerung rechtzeitig zum Kinostart am kommenden Donnerstag orientieren zu können. Im Kino "Cinestar" am Potsdamer Platz trafen sich am Donnerstag abend große Teile der Bundestagsfraktion von CDU und CSU.

Beim anschließenden Empfang zeigten sich die Abgeordneten mehrheitlich beeindruckt. "Sollen die Kirchen doch froh sein", hieß es. Ein kanadischer Priester von den "Legionären Christi", die das Filmteam geistlich betreut hatten, wartete mit Anekdoten von den Dreharbeiten auf (täglicher Kommunionempfang des Hauptdarstellers). Im Kino "Colosseum" in Prenzlauer Berg kamen unterdessen etwa fünfzig Kirchenführer zusammen. Der päpstliche Nuntius Erwin Ender sagte gegenüber der Presse, der Film habe den Gegensatz von "menschlich - unmenschlich" gut zugespitzt.

Der evangelische Bischof Wolfgang Huber will seine Stellungnahme erst später allen Superintendenten zukommen lassen. Schon zuvor hatte Michel Friedman den Film als "unverantwortlichen Rückschritt ins Mittelalter" bezeichnet, während der Vatikan-Sprecher Navarro-Vals das Schweigen des Papstes dahingehend deutete, daß der Film unbedenklich sei, was wiederum auf die Kritik des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinden in Italien stieß. Noch hat die Debatte nicht begonnen, ob das Schweigen Johannes Pauls II. möglicherweise überbewertet wird.

Quelle: Si. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2004, Nr. 62 / Seite 33
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