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Fernsehwoche, 20.-26.7. : Tempo, ein Aspirin: Die wunderbare Warenwelt

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Keine Schlafmütze: Günther Jauch ist auch in der Werbung aktiv Bild: dpa

Schon wieder eine Kommissarin mit sprechendem Namen: Johanna Herz heißt die Neue beim „Polizeiruf“ des ORB. Außerdem befasst sich das Fernsehen mit der wunderbaren Werbewelt.

          Die von Imogen Kogge gespielte neue Polizeiruf-Kommissarin Johanna Herz könnte als „große Denkerin“ in die Geschichte des deutschen Fernseh-Krimis eingehen: So ausgiebig kann man einem deutschen Ermittler selten bei der Gehirnarbeit zusehen wie Kogge bei ihrem Debüt als Hauptkommissarin Johanna Herz am Sonntag.

          Die kommende Fernsehwoche zeigt Berlin in unterschiedlichsten Aggregatzuständen, vor und nach dem Zweiten Weltkrieg: In Fassbinders gefeiertem Dreizehnteiler „Berlin Alexanderplatz“ schlägt sich Günter Lamprecht als Franz Biberkopf durchs Berlin der 20er Jahre, in Wolfgang Staudtes erstem deutschen Nachkriegsfilm „Die Mörder sind unter uns“ steigt Hildegard Knef über die Berliner Trümmer des Jahres 1945. Eine BR-Dokumentation schließlich widmet sich der Welt der Werbung.

          Samstag, 20. Juli

          VOX, Drama, 20.15 Uhr: Zornige Küsse

          Wenn Jürgen Vogel in einer Priester-Soutane auf dem Bildschirm erscheint, wird sich der Zuschauer nicht wundern, wenn dieser Priester im Laufe der Filmhandlung mit dem Zölibat in Konflikt gerät. Ins Wanken bringt Priester Bachmann die Schülerin Lea (Maria Simon), die ihn verführen will, um aus dem verhassten katholischen Mädcheninternat zu fliegen, in das ihre Eltern sie gezwungen haben. Denn statt das Abitur zu machen, möchte sie im Grunde lieber Sängerin werden. Bachmann aber möchte offenbar gerne Priester bleiben.

          Sonntag, 21. Juli

          ARD, Krimi, 20.15 Uhr: Polizeiruf 110: Braut in schwarz

          Arndt (Ken Duken) liebt Maja (Eva Herzig), Maja aber liebt Arndt nicht mehr. Während er im Gefängnis die Strafe für seine Tankstellenüberfälle absaß, verliebte sie sich in seinen Komplizen René, den Arndt deckte, damit er auf Maja aufpasst.

          Als Arndt vorzeitig entlassen wird und in seinen Heimatort zurückkehrt, ist die Hochzeitsfeier von Maja und René in vollem Gange: die Dorfkapelle spielt auf, und Braut und Bräutigam liegen sich verliebt in den Armen. Arndt platzt in die Feier hinein, sieht rot und schlägt René nieder - zum ersten Mal an diesem Abend. Das zweite Mal erfolgt kurz darauf im Keller des örtlichen Kindergartens, dort, wo die Beute der beiden versteckt war. Wenig später explodiert der Kindergarten. Die verkohlte Leiche, die man am nächsten Morgen im Keller findet, trägt einen nagelneuen Ehering.

          Bald nachdem Johanna Herz (Imogen Kogge) am Tatort eingetroffen ist, wird dem Zuschauer klar, dass der Name der neuen Polizeiruf-Kommissarin keine Rückschlüsse auf ihre Ermittlungsmethode zulässt. Denn in puncto Beherztheit bleibt sie hinter ihrer Vorgängerin Wanda Rosenbaum (Jutta Hoffmann) zurück. Herz ist besonnener, sie denkt sich - kaum eine Miene verziehend - in ihre Fälle hinein. Selten zuvor hat man einem deutschen Ermittler so ausgiebig beim Denken zusehen können wie der Theaterschauspielerin Kogge in diesem souverän erzählten „Polizeiruf“ von Bodo Fürneisen.

          Arte, Literaturverfilmung, 0.25 Uhr: Berlin Alexanderplatz (1)

          Zu später Stunde zeigt Arte die erste Folge des 13 Teile umfassenden, international gefeierten Fassbinder-Fernsehfilms „Berlin Alexanderplatz“, in dem der Regisseur eine Idee von „schwarzem Licht“ zu verwirklichen trachtete, was dazu führte, dass sich einige der deutschen Gebührenzahler bei der Erstausstrahlung über die Dunkelheit der Produktion beschwerten. Die übrigen Teile mit den bekannten Fassbinder-Darstellern folgen in den nächsten Tagen jeweils nach Mitternacht.

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