Es ist nicht alles neu, was in dieser Fernsehwoche glänzt - der Sommer ist im TV ja bekanntlich eine Jahreszeit der Wiederholungen. Die von FAZ.NET ausgesuchten Wiederholungen aber sind garantiert ein mehrmaliges Anschauen wert.
Montag, 16. Juli
MDR, Bürgerkriegsdrama, 22.55 Uhr: Fünf Patronenhülsen
In dem Kriegsdrama von Frank Beyer aus dem Jahre 1960 versucht eine kleine Brigade, die Truppen Francos zu überlisten. Zu den Briganten gehören Manfred Krug und Armin Mueller-Stahl - beide waren damals noch in Diensten der DEFA. Ein seltenes, sehenswertes Zusammenspiel.
Dienstag, 17. Juli
ARTE, Essayistisches Porträt, 22.30 Uhr: Palermo flüstert
Zum Arte-Themenabend „Palermo 2001“ steuert Wolf Gauditz („Taxi Lisboa“) ein poetisches Porträt der sizilianischen Hauptstadt bei. Die Geschichte der Stadt wird auf mehreren zeitlichen Ebenen aus der Sicht von Mimmo erzählt, der als Kind Zeuge eines Mafiamordes wurde.
Mittwoch, 18. Juli
ARD, Dokumentation, 21.30 Uhr: Amok
Georg Stefan Troller, berühmt geworden durch seine „Personenbeschreibungen“, widmet sich in dieser Dokumentation dem Phänomen „Amoklauf an Schulen und Universitäten“. Troller rollt die Tat von Wayne Lo auf: Der hochbegabte Sohn taiwanesischer Eltern erschoss im Alter von 18 Jahren zwei College-Studenten und sitzt seitdem im Gefängnis.
Donnerstag, 19. Juli
SWR, Biografie, 21.45 Uhr: Klemperer - Ein Leben in Deutschland (1 + 2)
Die dem Mehrteiler zugrunde liegenden Tagebücher Victor Klemperers waren 1995, im Jahr ihrer Veröffentlichung, ein großer Erfolg. Die aufwändige 12-teilige Serie aus dem Jahre 1999 brachte es jedoch nur auf bescheidene Quoten. Der Südwestfunk macht in seiner Wiederholung nun aus 12 Teilen sechs - jeweils donnerstags werden zwei Teile hintereinander ausgestrahlt. Vielleicht nützt es der Serie ja, wenn die epische Anlage stärker zum Ausdruck kommt.
BR, TV-Groteske, 21.45 Uhr: Doktor Knock
Der von Dominik Graf verfilmten Groteske liegt ein recht frei interpretiertes Theaterstück von Jules Romains zugrunde. Hier wie dort lautet die Devise Doktor Knocks in etwa: Gesunde sind Menschen, die nicht wissen, dass sie krank sind. In einem bayerischen Dorf hat der Scharlatan Einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten. Das Spiel von Bühnenstars wie Gert Voss und Sophie Rois ist einfach köstlich.
Freitag, 20. Juli
ARTE, Romanze, 20.45 Uhr: Schwindelnde Höhe
Der Inhalt dieser Steinmetz-Romanze hört sich ziemlich abenteuerlich an: Der junge Steinmetz Ben (Roman Knizka) will unbedingt für die Dombaumeisterin Marie (Ulrike Kriener) arbeiten. Als Aufnahmeprüfung muss er eine Büste von ihr anfertigen. Dabei verguckt sich die verheiratete und um einige Jahre ältere Marie in das junge Talent. Wenn das mal gutgeht - hört sich alles irgendwie nach 19. Jahrhundert und viel Aufwand für eine Liebesgeschichte an. Aber mal sehen, was das namhafte Ensemble daraus macht.
Samstag, 21. Juli
Der Samstag hat wie immer eine Vielzahl solider Kinofilme zu bieten. Im Fernsehen erstmals zu sehen aber sind zwei interessante Theaterinszenierungen, auf die man als Theaterfreund in der spielfreien Zeit fast schon angewiesen ist.
3SAT, 20.15 Uhr: Jedermann
Eine Aufführung vom Salzburger Domplatz aus dem Jahr 2000, inszeniert von Gernot Friedel, mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle.
BR, 22 Uhr: Woyzeck
Eine Aufführung des Bayerischen Staatsschauspiels München im Residenztheater, mit Udo Samel in der Titelrolle.
Sonntag, 22. Juli
SAT 1, Komödie, 20.15 Uhr: Immer noch ein seltsames Paar
In der erstmals im Fernsehen ausgestrahlten Komödie spielt der kürzlich verstorbene Jack Lemmon wieder mal an der Seite von Walter Matthau. Beide haben sich natürlich wieder permanent in der Wolle. Woran liegt es, dass man bei den beiden Streithähnen im Grunde immer weiß: sie mögen sich?
SWR, Liebeskomödie, 23.35 Uhr: Mondsüchtig
Dieser oscar-verwöhnte Liebesfilm lief zwar schon einige Male im Fernsehen, aber - der Titel deutet darauf hin - er macht nun mal süchtig und muss daher zwanghaft immer wieder angesehen werden. Cher verliebt sich in Nicolas Cage, obwohl sie Danny Aiello versprochen ist. Die Frischverliebten setzen sich gegen familiäre Widerstände durch.