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Fernsehwoche, 13.-19.7. : ARTE lässt es bluten

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Die Stones, als sie noch wie die Beatles aussahen Bild: dpa

Harte Brötchen im Ersten, die Loveparade in vielen Dritten und bei ARTE die Rolling Stones: Die Fernsehwoche vom 13. bis zum 19. Juli.

          Die neue Fernsehwoche beginnt mit (Straßen-)Schiffen auf der Suche nach dem goldenen Vlies und anderen Glücksversprechen.

          Samstag, 13. Juli

          NDR, WDR, ORB, SFB 1, VIVA, jeweils 14 Uhr: Loveparade 2002

          Vier Stunden lang zuckende Körper auf rollenden Wagen, und dazwischen auf jung gestylte Fernsehreporter, die den Ravern spannende Fragen stellen wie: „Wo kommst du her?“ oder „Wie findest du die Loveparade?“ Die Live-Übertragung der Parade ist, sieht man von VIVA ab, zur öffentlich-rechtlichen Domäne geworden. Die RTL 2-Reporter dürfen in diesem Jahr nicht mehr mittanzen.

          VOX, Historienfilm, 20.15 Uhr: Jason und der Kampf um das goldene Vlies (1)

          Nur wenn es Jason (Jason London) gelingt, das goldende Vlies vom Ende der Welt herbeizuschaffen, ist sein Onkel Pelias (Dennis Hopper) bereit, ihm sein rechtmäßiges Erbe zuzugestehen. Mit dem Schiff „Argo“ und einem Haufen wilder Gesellen macht sich Jason auf den ungewissen Weg. Der zweite Teil folgt am Sonntag, 14. Juli, um 20.15 Uhr.

          ARTE, Liebesdrama, 22.40 Uhr: Wer liebt, hat Recht

          Regisseur Matti Geschonneck, Sohn des DEFA-Stars und Brecht-Schauspielers Erwin Geschonneck, ist ein echter Glücksfall für das deutsche Fernsehspiel. In regelmäßigen Abständen verfertigt er wahlweise spannende oder komische Filme, in denen er Schauspieler wie Robert Atzorn oder Iris Berben zu sichtbaren Leistungssteigerungen inspiriert.
          In „Wer liebt, hat Recht“ nach dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Anita Lenz - so das Pseudonym einer Berliner Journalistin - gesteht Literaturdozent Helmut (Robert Atzorn) seiner Frau Maja (Iris Berben), sie seit Jahren zu betrügen; nun erwartet seine Geliebte ein Kind. Für Maja, die mit Helmut seit 27 Jahren verheiratet ist, bricht eine Welt zusammen. Irritiert ist sie vor allem von der Tatsache, dass Helmuts Freundin nur wenig jünger als sie selbst ist, enttäuscht davon, mit welcher Perfektion er sein Doppelleben führte.

          Sonntag, 14. Juli

          ARTE, 1500. Themenabend, 20.40 Uhr: Let It Bleed - 40 Jahre Rolling Stones

          Inzwischen hat Arte so viele seiner viel bewunderten und viel gescholtenen Themenabende hinter sich gebracht, dass der Sender am französischen Nationalfeiertag getrost ein Porträt der Rolling Stones ausstrahlen kann, die dieser Tage dank medizinischer Wunder ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum feiern. Anschließend zeigt Arte den Film „Performance“, in dem Mick Jagger einen dekadenten Rockstar im London der Endsechziger spielt. Viel Mühe dürfte ihm das nicht bereitet haben.

          Montag, 15. Juli

          ARD, Dokumentation, 21.45 Uhr: Hitlers Eliten nach 1945: „Journalisten - Diener der Macht“

          Die fünfteilige Reihe beschäftigt sich mit beispielhaften Nachriegskarrieren ehemaliger Hitler-Parteigänger. Der erste Teil widmet sich der Berufsgruppe der Journalisten. So gelang es zum Beispiel Dr. Giselher Wirsing - ehemals SS-Sturmbannführer, Spitzel für den Sicherheitsdienst der SS und Spitzenjournalist im Dritten Reich -, Chefredakteur von „Christ und Welt“ zu werden, der für einige Jahre auflagenstärksten Wochenzeitung der Bundesrepublik. Auch der Gründer, langjährige Chefredakteur und Herausgeber des „Stern“, Henri Nannen, trat nicht mit reiner Weste an, arbeitete seine journalistische Vergangenheit in Nazi-Deutschland jedoch gewissenhaft auf.

          Mittwoch, 17. Juli

          ARD, Komödie, 20.15 Uhr: Harte Brötchen

          Die Handlung der Komödie von Tim Trageser hört sich in der Tat nach hartem Brot an: Theo (Uwe Ochsenknecht), stolzer Inhaber eines Ruhrpott-Kiosks, stirbt eines Tages am Herzinfarkt und hinterlässt einen Haufen Zockerschulden. Als Engel, der sich noch seine Flügel verdienen muss, versucht er hinfort, seine Frau Christa (Katharina Thalbach) mit guten Ratschlägen zu unterstützen. Herbert Knaup und Anna Thalbach sind ebenfalls mit dabei.

          Donnerstag, 18. Juli

          Während Harald Schmidt sich in die Sommerfrische verabschiedet, zeigt ARTE die ersten beiden Teile von Goldonis „Trilogie der Sommerfrische“ - „zeitversetzt live“ aus einem Kloster im sonnigen Avignon.
          Der letzte Teil der Trilogie, „Rückkehr aus der Sommerfrische“, folgt am Freitag, den 19. Juli. Harald Schmidt aber kommt erst am 20. August auf den Bildschirm zurück.

          ARTE, Freilufttheater, 22.20 Uhr: Carlo Goldoni: Die Trilogie der Sommerfrische (1+2)

          SAT.1, Late Night Show, 23.15 Uhr: Die Harald Schmidt Show

          ARTE, Drama, 20.45 Uhr: Stumme Schreie

          Ein 11 Jahre altes Mädchen sieht in ihrer ebenso verschwiegenen wie aggressiven Familie eine Katastrophe heraufziehen, als ein Onkel aus der Fremdenlegion nach Hause zurückkehrt. Hélène Angels Familiendrama wurde 1999 in Locarno mit dem Goldenen Leoparden (Locarno 1999) ausgezeichnet.

          Freitag, 19. Juli

          ZDF, Drama, 22.45 Uhr: England!

          Eine England-Reise war immer der Traum der beiden Ukrainer Valeri und Victor, die zum Aufräumkommando in Tschernobyl gehörten und nun beide an der Strahlenkrankheit leiden. Eines Tages beschließt Valeri, seinen Traum zu verwirklichen und Victor in Berlin zu besuchen. Doch Victor hat sich vor kurzem umgebracht. Verzweifelt sucht Valeri jetzt nach einem neuen Reisebegleiter, wird jedoch immer nur abgewiesen, von neuen Freunden und Freundinnen. Sein Zustand verschlechtert sich unterdessen rapide, der Lebenstraum England scheint in weite Ferne zu rücken. Die Filmschul-Abschlussarbeit von Achim von Borries erhielt mehre nationale und internationale Preise.

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