Dunkle Vergangenheit beleuchtet die Fernsehwoche. Margarethe von Trottas „Die andere Frau“ bewältigt deutsch-deutsche Geschichte, Kommissar Sperling und sein Sat.1-Kollege Steiner untersuchen lang zurückliegende Verbrechen. Der Überblick von FAZ.NET.
Samstag, 10. Januar
Pro Sieben, Zeichentrick, 17.30 Uhr: Die Simpsons
Schon in die vierzehnte Staffel gehen die Abenteuer der gelben Fernsehfamilie, und noch immer besucht der mißratene Sprößling Bart die vierte Klasse. Noch schlimmer: Bei einem Schultest versagt er kläglich und wird in die dritte Klasse zurückgestuft, in welcher er nun auf seine streberhafte Schwester Lisa trifft: Sie wurde hochgestuft. Zweiundzwanzig neue Folgen.
ZDF, Krimi, 20.15 Uhr: Sperling und die letzte Chance
Zwar ist dieser Film nicht die letzte Chance für den seit Jahren mit großem Erfolg ermittelnden Kommissar Sperling (Dieter Pfaff), eine sehr persönliche Sache für ihn aber ist dieser Fall schon: In der eigenen Vergangenheit nämlich muß Sperling ermitteln. Bei einem Schußwechsel, in den Sperling und sein Jugendfreund Blau verwickelt waren, kam dessen Frau Rita ums Leben. Zwanzig Jahre später heiratet Blau ein zweites Mal und lädt Sperling zur Feier ein; damit kommen die Dinge aus der Vergangenheit wieder ans Licht.
Sonntag, 11. Januar
RTL, Mystery-Thriller, 20.15 Uhr: Unbreakable - Unzerbrechlich
Die Gesetze des Comics schaffen die Verbindung zwischen dem Einzelgänger mit den porösen Knochen und dem unverwüstlichen Sicherheitsmann. Es entsteht ein Spannungsfeld in einer von Unfällen, Katastrophen und Verbrechen heimgesuchten Welt. Regisseur Shyamalan und sein Akteur Bruce Willis knüpfen mit diesem Film aus dem Jahr 2000 an den Gruselthriller „The Sixth Sense“ an.
Montag, 12. Januar
Vox, Krimiserie, 20.15 Uhr: C.S.I.: Miami
Der ewige Serienpolizist David Caruso (NYPD Blue) spielt in diesem in Amerika erfolgreichen Ableger von „C.S.I. - Den Tätern auf der Spur“ den Spurensicherer Caine, der in der ersten Folge die Ursachen eines Flugzeugabsturzes klären will.
Vox, Reportagereihe, 22.05 Uhr: MacIntyre Undercover (1)
Donal MacIntyres Name ist in Großbritannien ein Markenzeichen. Bei der BBC wurde er bekannt mit seinen Enthüllungsreportagen, bei denen er das eigene Risiko nicht scheut. In drei Filmen aus dem Jahr 2001, die Vox immer montagabends zeigt, läuft MacIntyre undercover als Geschäftsmann durch die dunkelsten Straßen Londons, um Verbrecher anzulocken und die Situation eines Opfers zu erkunden, im zweiten Film eröffnet er zum Schein ein Bordell.
Dienstag, 13. Januar
Arte, Themenabend 20.45 Uhr: Alcopops und Kippen - Jugend im Rausch
Manch einer ist ja schon zufrieden, wenn seine Kinder wenigstens nicht zu illegalen Drogen greifen. Doch auch die legalen sind gefährlich genug. Mit der „Einstiegsdroge Alkohol“, bei jungen Menschen derzeit besonders beliebt in Form der bunten „Alcopops“, befaßt sich die erste Dokumentation, die zweite um 21.30 Uhr berichtet „Von Verführern und Verführten“ in Sachen Nikotin. Anschließend wird diskutiert.
ZDF, Reportage, 22.15 Uhr: Im Schnäppchenfieber
Daß das ZDF zur allgemeinen Konsumunlust, die unserer Wirtschaft so zu schaffen macht, mit dieser Reportage das Seine beiträgt, muß man natürlich verurteilen.
Mittwoch, 14. Januar
ARD, Drama, 20.15 Uhr: Die andere Frau
„Beischlaf auf Befehl“ lautete der Arbeitstitel dieses Films, dessen Geschichte zu Zeiten des Kalten Krieges beginnt, als die Stasi westdeutsche Frauen im Vorzimmer der Macht des Klassenfeindes zuerst über Monate bis ins Intimste ausspionieren und ihnen dann den exakt sich einpassenden Mann der Träume schickte, einen sogenannten Romeo. Die Regisseurin Margarethe von Trotta aber konnte sich mit ihrem Vorschlag „Die andere Frau“ durchsetzen. In dem Film wächst in einer Frau (Barbara Auer) der Verdacht, daß ihr Mann (Stefan Kurt) einst einer dieser „Romeos“ war: Eine wegen Landesverrats verurteilte ehemalige Sekretärin im Auswärtigen Amt (Barbara Sukowa) nimmt mit ihr Kontakt auf.
Sat.1, Krimiserie, 20.15 Uhr: Der Elefant - Mord verjährt nie
Nach dem 2002 erfolgreich gezeigten und gerade noch einmal wiederholten Pilotfilm startet nun die Serie um den Kommissar Steiner, der sich auf lange zurückliegende Mordfälle spezialisiert hat.
Donnerstag, 15. Januar
ARD, Drama, 20.15 Uhr: Der Wunschbaum (1)
Berlin im Jahr 1899: Eine junge Frau aus großbürgerlicher Familie verliebt sich in einen Amerikaner - doch ihr Vater steht in der Schuld eines Geschäftsfreundes, dem er die Ehe mit seiner Tochter versprochen hat. Eine „ebenso dramatische wie romantische Geschichte um Liebe, Intrigen, Familienbande und Geschäftsaffären“ preist die ARD ihren Dreiteiler, der mit Alexandra Maria Lara, Peter Lohmeyer und Monica Bleibtreu eine Besetzung aufweist, die in einem solchen Genre nicht zu erwarten war.
Freitag, 16. Januar
3sat, Drama, 22.30 Uhr: Code: Unbekannt
Michael Haneke, der eigenwillige, in seinem Kunstanspruch rigorose österreichische Regisseur, suggeriert dem Zuschauer seines Films keine in sich geschlossene Geschichte, sondern sammelt fragmentarische Eindrücke, die zusammen für jeden ein anderes Bild ergeben können. In etwa zwei Dutzend Plansequenzen, aus denen sein Film aus dem Jahr 2000 mit dem Untertitel „Unvollständige Geschichten von verschiedenen Reisen“ fast ausschließlich besteht, beschreibt er die Bedingungen der Migration und spürt dem Fremdenhaß als Mischung aus Dummheit und Angst nach, gegen die sich niemand richtig zu wappnen weiß. Die knappen Lebensausschnitte der Figuren, gespielt unter anderem von Juliette Binoche und Josef Bierbichler, sind vielsagend genug, diesen Menschen so nahezukommen, wie es irgend geht, ohne ihnen zu nahe zu treten.