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Umstrittene Folgen gestoppt : Mohammed ist kein Weihnachtsmann

Satire ist ihr Lebenselexier: Die Puppen von „South Park” Bild: dpa

Die Androhung von Gewalt vernichtet die Meinungsfreiheit: Zwei Folgen von „South Park“, die den Propheten angeblich im Bärenfell zeigen, werden nicht mehr ausgestrahlt,

          Die Islamisten haben gewonnen. Sie können sich brüsten, ein weltweit ausstrahlendes Fernsehnetzwerk eingeschüchtert zu haben: Die Folgen 200 und 201 der Zeichentrickserie „South Park“, die in den Vereinigten Staaten Mitte der Woche gelaufen sind, werden nicht mehr gezeigt. Nicht mehr in Amerika und auch nicht in den anderen Ländern, in denen „South Park“ im Programm ist. Auch auf den Internetseiten zur Serie, die eigentlich sämtliche Episoden vorhalten, kann man sich nicht mehr ansehen, welchen Reim sich die Macher von „South Park“, Trey Parker und Matt Stone, auf religiösen Wahn, Intoleranz und fanatische Bilderverbote machen. Dafür haben die Islamisten gesorgt, welche die Internetseite RevolutionMuslim.com bestücken und sich daran reiben, dass bei „South Park“ angeblich der Prophet Mohammed in einem Bärenkostüm auflief.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Der Autor Abu Talhah Al Amrikee hatte den „South Park“-Schöpfern mit Ermordung gedroht: „Wir müssen Matt und Trey warnen, dass das, was sie machen, dumm ist und sie wahrscheinlich enden werden wie Theo van Gogh“, hatte er geschrieben und gleich noch die Büroadresse von Parker und Stone und die ihres Senders „Comedy Central“ angegeben. Der holländische Filmemacher Theo van Gogh war im November 2004 von einem Islamisten ermordet worden.

          Sicherheit geht vor: Nach Axt-Angriff beurlaubt

          Angeblich sollte das eine Warnung vor möglichen Folgen und keine Drohung sein. In Wahrheit ist es natürlich etwas anderes - eine Handlungsanleitung, wie wir sie vom sogenannten Karikaturenstreit her kennen, der sich nach international geschürten Protesten gegen die Islam-Karikaturen der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ im November 2005 entspann. Die Karikaturisten werden seither mit dem Tod bedroht, Anfang des Jahres entging der Zeichner Kurt Westergaard nur knapp einem Anschlag, als ein aus Somalia stammender Islamist, mit einer Axt bewaffnet, in Westergaards Haus eindrang. Mittlerweile hat seine Zeitung den Zeichner zwangsbeurlaubt. Er sei wohl zu einem zu hohen Sicherheitsrisiko geworden, sagte Westergaard.

          Droht ihnen das gleiche Schicksal wie Theo van Gogh? Die „South Park”-Erfinder Trey Parker (rechts) und Matt Stone
          Droht ihnen das gleiche Schicksal wie Theo van Gogh? Die „South Park”-Erfinder Trey Parker (rechts) und Matt Stone : Bild: AFP

          Kein Risiko eingehen will nun auch MTV, das hinter dem Programm von „Comedy Central“ steht. „MTV Networks hat sich entschlossen, die South-Park-Episoden 200 und 201 nicht auszustrahlen“, hieß es auf Anfrage dieser Zeitung, „wir haben diese Entscheidung mit großem Widerstreben getroffen. Wir glauben fest an kreative Ausdrucksfreiheit: Wir alle profitieren davon, wenn es einzigartigen und tiefgründigen Kreativen wie den Machern von South Park erlaubt ist, sich frei auszudrücken. Allerdings steht die Sicherheit unserer Angestellten für uns stets an erster Stelle, und so haben wir uns zu diesen Vorsichtsmaßnahmen entschlossen.“

          Ein Kniefall vor den Feinden der Pressefreiheit

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