05.07.2002 · Nach dem Nobelpreisträger der Nazi-Bauherr: Heinrich Breloer dreht einen Film über Albert Speer.
Mit seinen zeithistorischen „Doku-Dramen“ ist Heinrich Breloer zu einem der renommiertesten Regisseure hierzulande avanciert. Sein Mehrteiler „Die Manns“ erhielt nahezu alle denkbaren Fernsehpreise. Nun hat Breloer, abermals mit seinem Ko-Autor Horst Königstein, die Arbeiten zu einem neuen Projekt aufgenommen: Der als Zweiteiler konzipierte Fernsehfilm, den die ARD produziert, trägt den Arbeitstitel „Speer in Spandau“.
Vor seiner Familienchronik über Thomas Mann und die Seinen hatte Breloer seine Themen in der Bundesrepublik der 70er - etwa mit dem „Todesspiel“ um die Entführung Hanns-Martin Schleyers - und 80er Jahre gefunden (etwa „Die Staatskanzlei“ des Uwe Barschel). Mit Hitlers Baumeister und Rüstungsminister Albert Speer nimmt Breloer nun erstmals eine historische Figur der Nazi-Zeit in den Fokus.
Erinnerungen aus dem Gefängnis
Breoloers bewährte Mischung aus Dokumentation, Interviews und Spielszenen findet ihren Ausgangspunkt in jener Zeit, die Speer nach dem Krieg im Gefängnis in Berlin-Spandau verbringen musste. Die eigenen Erinnerungen Speers sollen, wie der WDR mitteilt, in ein „spannungsreiches Verhältnis zur Sichtweise seiner Familie und Zeitgenossen“ gesetzt werden. Mit ersten Interviews hat Breloer bereits begonnen. Die Dreharbeiten unter Federführung des WDR sowie des NDR und BR sollen im Herbst nächsten Jahres beginnen.