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Fernseh-Skandal Judenwitze bei „Big Brother“

13.10.2004 ·  So ist das, wenn man ununterbrochen sendet: Während der „Big Brother“-Übertragung auf Premiere erzählte ein Kandidat Witze ungehindert über Juden. Zwei Premiere-Redakteure kostet der Vorfall den Job.

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Ein Kandidat der Reality-Show „Big Brother“ hat live im Abosender Premiere Judenwitze erzählt und so für einen Eklat gesorgt. Der Vorfall habe sich bereits Anfang Oktober ereignet, bestätigte ein Premiere-Sprecher am Mittwoch einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Zwei verantwortliche Redakteure würden entlassen, weil sie die Live-Übertragung nicht abgebrochen hätten. Premiere-Chef Georg Kofler sagte der Zeitung: „Ein beschämender Vorfall. Ich bin erschüttert.“

Der Container-Bewohner M. hatte dem Blatt zufolge in der Nacht vom 2. auf 3. Oktober vor laufender Kamera vier Judenwitze erzählt. Drei Mitbewohner hätten dies nicht unterbunden, sondern sogar über die Witze gelacht. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), die Premiere beaufsichtigt, stuft laut Bericht den Vorfall als „Verletzung der Menschenwürde“ ein. Dies werde streng geahndet.

Sicherungen versagten

Die BLM wurde ebenso wie Premiere erst auf Grund der Anfrage der Zeiutung auf die live gesendeten Judenwitze aufmerksam, wie es in dem Bericht weiter heißt. Sender-Chef Kofler sagte dem Blatt, man habe zwei Sicherungen gegen Auswüchse eingebaut, die beide versagt hätten: Zum einen führe die Produktionsfirma Endemol bei den Übertragungen Regie und habe im Zweifelsfall „sofort auf andere Kameras umzuschalten“. Zum anderen beaufsichtigten sechs Premiere-Redakteure in drei Schichten die Sendungen. Kofler kündigte an, die Vorsichtsmaßnahmen zu verschärfen.

Die „Big Brother“-Redaktion habe von dem Vorfall gewußt, schreibt die „SZ“ weiter. Bei der täglichen Zusammenfassung der Container-Show in RTL 2 habe man die Passage herausgeschnitten. Zudem sei Kandidat M. von der Redaktion ernsthaft ermahnt worden. Der Vorfall sei aber intern nicht weitergemeldet worden. Wie der Premiere-Sprecher sagte, ist mit den zuständigen Redakteuren ein Gespräch geplant. Die beiden seien bisher von der in die Wege geleiteten Kündigung nur telefonisch informiert worden.

Die „SZ“ berichtet unter Verweis auf ein Online-Tagebuch weiter, M. habe bei der Live-Übertragung innerhalb einer Viertelstunde einen unappetitlichen Witz über Frauen erzählt, dann mehrere Witze über Juden und anschließend über Türken. Der Show-Kandidat mußte den Fernseh-Container inzwischen verlassen, allerdings laut Premiere nicht wegen der Judenwitze.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP
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