23.09.2002 · Sportreporter vor Bestattungsunternehmer: Bei den „Emmys“, den amerikanischen Fernsehpreisen, war die Wahl der liebsten Serienhelden eindeutig.
Zum dritten Mal in Folge ist die US-Serie „West Wing“ bei der Verleihung der Fernsehpreise „Emmys“ in Los Angeles als bestes Drama ausgezeichnet worden. Außerdem wurden am frühen Montagmorgen Alan Ball für die beste Regie und zwei Nebendarsteller der Serie mit weiteren „Emmys“ bedacht. Aus der Serie „Alle lieben Raymond“, die sich um das chaotische Familienleben eines Sportreporters dreht, konnten gleich drei Schauspieler einen der begehrten „Fernseh-Oscars“ mit nach Hause nehmen. Darunter Ray Romano, der Autor und Hauptdarsteller.
„Friends“ (ProSieben) wurde zum ersten Mal als beste Comedy-Serie ausgezeichnet. Jennifer Aniston, die die Rolle von Rachel Green spielt, gewann außerdem den „Emmy“ für die beste Hauptdarstellerin und setzte sich damit unter anderem gegen Sarah Jessica Parker von „Sex And The City“ durch. Dafür erhielt die Kultserie, die sich um das Liebesleben von vier Singles in New York dreht, die Auszeichnung für die beste Regie in einer Comedy.
Bestattungsunternehmen ging leer aus
Überraschenderweise gewann die HBO-Serie „Six Feet Under“, die als Favorit in 23 Kategorien nominiert war, nur einen „Emmy“ für die beste Regie. Keiner der Schauspieler der makaberen Sendung um die Familie eines Bestattungsunternehmens wurde mit einer Trophäe honoriert.
David Letterman gewann zum fünften Mal einen „Emmy“ für seine „Late Show“. Auch die Sendung „A Tribute To Heroes“, eine Benefizveranstaltung für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September, wurde mit einem „Emmy“ bedacht.
Gleich am Anfang nahm Moderator Conan O'Brien die Gala-Show auf die Schippe. Er nannte sich stolz den ersten „katholischen Moderator der Emmys“ und führte zum Spaß neue Regeln ein: „Wenn Sie während der Dankesrede sagen, dass die Emmy eigentlich jemand anderer bekommen sollte, dann nehmen wir sie ihnen wieder weg und geben sie weiter“, scherzte O'Brien. Ein Video-Clip zeigte ihn außerdem beim Besuch der MTV-Familie von Ozzy Osbourne in der Hektik, sich für den Gala-Abend fertig zu machen.
Oprah Winfrey will noch würdiger werden
Oprah Winfrey bekam den neu gestifteten „Bob Hope-Preis“ für ihr soziales Engagement überreicht. Er wird zu Ehren des 99-jährigen amerikanischen Komikers verliehen. Tom Hanks nannte die Moderatorin eine „wahre Inspiration“. In einer bewegenden Rede bedankte sich Winfrey für die Auszeichnung und versprach: „Ich werde weiter machen, um dieses Preises noch würdiger zu werden“.
Die „Emmys“ werden von der Fernsehakademie zum 54. Mal in 27 verschiedenen Kategorien verliehen. Im vergangenen Jahr war die Gala für die so genannten „Fernseh-Oscars“ wegen der Terroranschläge und wegen des Militärschlags in Afghanistan zwei Mal verschoben worden.