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FAZ.NET-Spezial Das 55. Festival von Cannes

 ·  Das FAZ.NET-Spezial zum Festival an der Croisette: die wichtigsten Filme und die schönsten Bilder vom roten Teppich.

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Cannes ist anders. Auch in diesem Jahr wurde das Festival seinem Ruf gerecht, das schönste Filmfestival Europas zu sein.

Nach Cannes kommen die größten Stars, und gleichzeitig hält das Festival an der Croisette immer auch cineastische Entdeckungen bereit. In diesem Jahr waren Alexander Sokurows Wettbewerbsbeitrag "Russian Ark" (Russische Arche) und der beeindruckende südkoreanische Kostümfilm „Chihwaseon“ solche Entdeckungen. Altmeister wie Roman Polanski und Aki Kaurismäki boten Filme von hoher Qualität und wurden dafür von der Jury mit Auszeichnungen belohnt: Roman Polanski bekam für seinen Film „Der Pianist“ die Goldene Palme.

Der deutsche Film war wieder einmal nicht vertreten. Unser Kritiker Andreas Kilb schrieb darüber: In Cannes „geht es nicht darum, die Macht- und Geldverhältnisse dort draußen in der Wirklichkeit abzubilden, sondern um den Widerschein des Kinoparadieses, die freie Rede der Stimmen und Bilder. Und so mag sich der deutsche Film in Gestalt seiner Produzenten, Fondsverwalter und Kulturstaatsminister noch so sehr anstrengen, wenigstens finanziell eine Großmacht in Europa zu sein, in den Wettbewerb an der Croisette gelangt er deshalb noch lange nicht. Der Eintritt in diese Welt ist mit Geld nicht zu bezahlen.“

Cannes und die deutsche Filmkultur

Wie es um die Filmkultur in Deutschland bestellt ist, das wird man auch daran ablesen können, welche Filme mit wievielen Kopien den Sprung in die deutschen Kinos schaffen. Zu Optimismus besteht hier wenig Anlass. Anders als etwa in Frankreich, wo sich auch in den Cineplex-Kinos der ganze Reichtum des Weltkinos abbildet, verstehen sich die deutschen Großkinos als gefügige Abspielstationen des amerikanischen Massengeschmacks. Wenn die Filmkultur in diesem Land verbessert werden soll, dann müssen auch die Kinobetreiber den Mut aufbringen, dem Publikum diesen Reichtum anzubieten. Und der Staat sollte sich nicht scheuen, solchen Mut zu belohnen.

Welche Filme in nächster Zeit in dieser Hinsicht auch einen Umweg lohnen, dazu möchte dieses FAZ.NET-Spezial den Kinobesuchern Empfehlungen geben.

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