16.02.2012 · „Griechenland brennt, Deutschland zahlt – Eurorettung um jeden Preis?“ Diese Frage stellte gestern Abend Anne Will. Ihre Gäste zweifelten am Verstand der Euroretter.
Von Frank LübberdingRichtlinien für Lesermeinungen
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"Politik ohne Sinn und Verstand"
Ja, aber das hat man bereits lange vor "Anne Will" und ihrer
Quasselbude gewusst. Ich bin kein Masochist und würde lieber
schlafen gehen, als mir den Mist solch einer grenzdebilen Versammlung
anzusehen. Deshalb auch: völlig d'accord mit Herrn Hofmann-Apitius.
Dem Artikel und den Kommentaren hier entnehme ich folglich nichts Neues.
Die Vor-Schreiber haben alles bereits gesagt, was zu diesem leidigen
Thema zu bemerken ist. Ihnen also vielen Dank!
An der sträflichen Politik können wir sowieso nichts
ändern. So lange Merkel, Schäuble & Co bei uns an der
Regierung und beim Volk beliebt sind, sind Hopfen und Malz verloren.
Ohne Sinn und Verstand ist es, den EURO unter allen Umständen und koste es was es wolle,...
.. retten zu wollen. Der EURO ist eine Mißgeburt, von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Disparate Volkswirtschaften, so wie wir sie in Europa vorfinden, lassen sich nicht in eine "Einheitsbreiwährung" zwängen. Früher wurden unterschiedliche Entwicklungen (wie z.B. Löhne, die ja der Tarifautonomie der Arbeitnehmer u.-geber unterliegen und wohl schlecht zentral bestimmt werden können) durch Auf- bzw. Abwertungen ausgeglichen. Unter dem EURO-Regime schlagen solche Veränderungen direkt auf die externe Wettbewerbsfähigkeit durch. Man betrachte im Vergleich zu D die Lohnstückkosten der PIIGS+F, dann weiß man woher die Leistungsbilanzdefizite (u. somit ein großer Teil der Schulden) herkommen. Einfältige Politiker meinen nun aber, "innere Abwertungen", statt "Äußerer" werden es schon richten, ohne zu wissen, dass innere Abwertungen verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft eines Landes haben. Hätten wir noch die nationalen Währungen, hätten wir diese Probleme nicht. GR ist nur der Anfang!
EU-Steuerabkommen, automatischer allgemeiner Informationsaustausch, Jean-Claude Juncker
Es ist skandalös, dass ausgerechnet der Vorsitzende der Eurogruppe Jean-Claude Juncker noch immer den automatischen allgemeinen Informationsaustausch in der Europäischen Union verhindert und der Europäischen Kommission noch immer nicht das Mandat zum Abschluss von EU-Steuerabkommen unter anderem mit der Schweiz und Liechtenstein erteilt. Er will also selbst jetzt noch evident weiterhin die Steuerflucht von wohlhabenden Griechen ermöglichen während die Europäische Union von den Griechen mit niedrigem und mittlerem Einkommen Horrendes abverlangt. Man hat hier den Bock zum Gärtner gemacht. Die Presse müsste den Vorsitzenden der Eurogruppe Jean-Claude Juncker dafür nun endlich massiv kritisieren.
Ich habe die Sendung nicht gesehen und bin auch nach dem Artikel nicht schlauer.
Ich weiss aber, dass die EU kein Projekt der mildtätigen
Entwicklungshilfe ist. Man kann ihr beitreten, wenn man einen gewissen
Entwicklungsstand erreicht hat, nicht vorher. Die Regeln des
EU-Vertrages sind nicht Verhandlungssache.
Offenbar war Griechenland nie wirklich qualifiziert (wie es ja auch die
Europäische Kommission 1981 festgestellt hat). Nun zeigt sich, dass
Griechenland auf absehbare Zeit diese Qualifikation nicht schaffen wird,
und das nach 30 Jahren EU-Hilfe. Es kann nicht sein, dass GR in
Brüssel alle Privilegien eines EU-Landes geniesst, aber die
Pflichten immer wohlfeil ignoriert.
Konsequenterweise müsste GR also die EU verlassen. Vielleicht
sollte die Debatte wirklich endlich in diese Richtung gehen. Sonst
verlassen nämlich diejenigen Staaten die EU, die sich an die Regeln halten.
Die Story hinter dem Elektriker und die Thesen der Geislers und Wagenknechts
Wenn ich es recht verstaden habe, hat der Eletriker beim
Staatsunternehmen €3000/Monat verdient, ist dann mit 52 Jahren und
€2800/Monat in den Vorruhestand gegangen und regt sich nun
darüber auf, dass man seine Rente auf €1200/Monat gekürzt hat.
Lustig wurde es als Herr Geisler die Lösung für die
derzeitigen Probleme tatsächlich in einem Mehr an Europa entdeckte.
Brüssler Wasserkopf-Bürokratie statt Subsidiarität und
Eigenverantwortung in den Mitgliedsstaaten. Der FDP-Mann widersprach
nicht. Ein weiteres Highlight war das linke Dogma, dass die Zentralbank
direkt die Staaten finanzieren sollte. Nichts anderes passiert ja gerade
- wenigstens mittelbar (500-Mrd.-Tender Ende Dezember, Billionen-Tender
Ende Feb. damit die Staatsanleihen auch ja unter die Leute kommen). Es
wird schlimme Folgen haben. Aber die rote Sahra ist da offenbar etwas
optimistischer als ich.
Sorgfältig wieder einmal ausgespart ...
... wurde das Thema griechische Schwarz- und Betrugsgelder auf Luxemburger und Schweizer Konten ! Deutschland und die USA erhalten Konteneinsicht z.B. in der Schweiz --- Griechenland aber nicht ! Diese Hunderte Milliarden stehen unter dem Schutz der EU und sollen den Betrügern auf jeden Fall erhalten bleiben. Herr Juncker wäre der Letzte, der Einsichtnahme in die Konten seines Landes erlauben würde, oder ? Mich wundert, wie sorgsam alle Diskutanten um dieses Thema herumschippern.
Die Talk Show-Stimmung ändert sich zu Ungunsten der Regierung: das gibt Hoffnung
Das Bild, das die Verteidiger der Regierungspolitik in den Talk Shows
zur Eurokrise abgeben, wird immer schlechter. Dass Herr Lindner nichts
Vernüftiges zu sagen hatte (der arme Kerl, der etwas verteidigen
sollte, was unhaltbar ist), wundert nicht, denn die Regierungspolitik
hat sich verrannt, und je mehr Zeit vergeht, desto deutlicher wird es.
.
Das gibt gleichzeitig Hoffnung, die Hoffnung nämlich, dass Frau
Merkel und ihre Leute, und vielleicht auch der Rest Europas, einsehen,
dass Griechenland aus dem Euro entlassen werden muss. (Frau Wagenknechts
Ideen, Griechenland mit noch mehr Geld zu helfen, ist ohnehin mit
Vorsicht zu genießen; innerhalb des Euro wird dies aber sicher
nicht funktionieren.) Wieviel Talk Shows zum Thema, in dem die
Regierungsvertreter nur noch stammeln, es wohl geben muss, bis sich hier
eine Änderung abzeichnet?
Griechenland hat ein Anspruch auf deutscher Hilfe und Deutschland hilft gern ... nur wenn ...
... Partnerschaften einseitig dazu benutzt wird, dem geldgebenden Lande zu erpressen und anzuschwindeln und dann noch eine staatlich gefuhrte anti-deutsche Hetze betrieben wird, in dem der "bose" Deutsche zum Vorschein kommt, dann ist irgendwann diese Partnerschaft zu Ende. Griechenland spielt eine ganz miese Abzocke-Politik und macht dafur Deutschland und Europa verantwortlich ... Ich kann das griechische Falschspielen nicht mejhr horen, entweder sie unterwerfen sich den unterzeinchneten Regelungen und Vertragen und fugen sich oder siech werden ausgesperrt, denn Deutschland und Europa konnen ohne Griechenland sehr gut leben ...
Martin Lindner - die Dummheit in Person!
Lindner hat mal wieder sehr eindeutig demonstriert, warum die FDP
überflüssig ist.
Selbst wenn man ihrer auch nicht unbedingt geistreichen Beleidigung zustimmen will...
...so waren doch alle anderen vertretenen Parteien (CDU und Linke) mit noch dümmeren Personen vor Ort. Müssten die dann nicht auch überflüssig sein, Herr Both?
Wagenknecht hatte Recht: Griechenland braucht Transfers und keine Kredite
Wagenknecht hat einen 100% Schuldenschnitt gefordert verbunden mit
langfristigen Transfers um Griechenland wieder neu aufzustellen, also
eine Art Marshallplan.
Damit hat sie völlig recht. Alles andere würde nichts helfen
und den aktuellen Zustand nur konservieren.
Griechenland ist heute in der Lage eines Drogenabhängigen. Es hat
jahrelang viel zu viel Kredite bekommen und ist heute davon
abhängig. Genau wie bei Heroin-Süchtigen, darf man in so einem
Fall die Drogenzufuhr nicht plötzlich unterbinden, weil dies
lebengefährlich wäre. Der griechische "Organismus"
benötigt eine vernünftige Entzugskur, die noch längere
Zeit erhebliche Transfers benötigt, soll der Patient nicht sterben.
Was wäre die Konsequenz wenn der Patient "stirbt" ?
Wollen wir wirklich einen anarchischen Staat in Europa der in
kürzester Zeit eine recht- oder linksradikale Regierung hätte
? Einen Hunger-Bürgerkrieg mitten in Europa ? Ich hoffe nicht...
@ Herr Rabe,
Die Internationale Entwicklungshilfe über IWF für finanzielle,
die IBRD für technisch/strukturelle Hilfe, die EU für beides
sind die Einrichtungen, die jetzt GRE so helfen müssen wie es D
für die neuen EU-Mitglieder ab 1990 getan hat.
Es wäre ein schlimmes Referenzstück den Menschen dort mit
weiteren Zahlungen etwas vorzugauckeln und zwar im Hinblick auf die
Menschen in RUM, BUL, SRB, CRO, etc.pp.. Das setzt aber den touch down,
die staatliche Selbstauflösung, voraus. Schauen Sie sich POL, CR
und vor allem die SLK an, Boom! Die EU hat mit zweierlei Maß
gemessen, dass muss jetzt zu Lasten der Griechen korrigiert werden. GRE
ist im Grunde genommen ein bitterarmes Entwicklungsland! Da wird es
wieder hinkommen! Die Orientierung müssen BUL und RUM sein! Jede
andere Entwicklung würde die EU endgültig zum Tollhaus
verkommen lassen!
Wir leisten doch schon seid Jahren Transferzahlungen
Herr Huchthausen, wir leisten doch de facto schon seid vielen Jahren
Transferzahlungen an Griechenland. Alldie Kredite die Griechenland
niemals wird zurückzahlen können, müsste ein ordentlicher
Buchhalter längst abgeschrieben haben. Dann aber sind es nur noch
Transferzahllungen gewesen, nichts anderes.
Wenn wir uns das jahrzehntelang problemlos haben leisten können,
gibt es keinen Grund , daß wir es nicht auch noch ein paar Jahre
länger können. Natürlich mit dem Unterschied, daß
wir jetzt BESSER(!) darauf achten WER(!) das Geld bekommt, also eben
nicht eine kleptokratische Oberschicht sondern wirklich die Menschen die
es brauchen, da hat Frau Wagenknecht schon recht.
Was wäre auch sonst die Alternative ?
@ Sehr geehrter Herr Rabe, ...
... Sie sollten sich in Ihrer problemverengten Sichtweise einfach einmal
die Konsequenzen Ihrer Aussagen vor Augen führen!
Schuldenschnitt? Das ist Realszenario! Transferzahlungen? Wer soll die
leisten? Schauen Sie sich doch bitte das Prekariat in D an! Wir leben ja
nur noch Dank gefälschter Statistiken ohne Depressionen!
Das traurige Schicksal von Drogenabhängigen kennt zwei Türen,
(i) den Freitod oder (ii) eine vollständige Umstrukturierung des
Lebens. Erkennen Sie zu (ii) irgendeine Tendenz in Griechenland? Ich
nicht!
Ich habe den Wahnsinn vor Ort eine projektzeitlang vor Augen gehabt,
Freunde der Familie haben 40 Jahre in D gearbeitet, um sich dann
zurück in der Heimat eine Existenz in der freien Wirtschaft
aufzubauen, diese Bekannten haben mir aus Scham kürzlich ihre
Steuerabrechnungen gezeigt.
Dennoch hat dieser Drogenabhängige o.g. Existenz bereits
geschliffen. Es ist eine Korruption, die wir uns alle nicht vorstellen
können. Der Staat und seine Repräsentanten vorne weg!
Griechenland kann sich nur selbst retten
GR muss sich für zahlungsunfähig erklären. GR muss sofort
die Eurozone verlassen und die Drachme einführen. Die korrupte
Elite muss gezwungen werden, die 300 Milliarden € von den
Auslandkonten ins Land zu holen. Das kann das Startkapital für den
Neuanfang sein. Durch viel Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit muss
für jeden Investor ersichtlich sein, dass es sich lohnt, in GR zu
investieren. Dann bekommt GR auch seinen Stolz zurück und muss
nicht als ewiger Bittsteller vor die anderen Staaten Europas treten.
Aber so wird es nicht kommen. GR wird wieder Geld bekommen, das dann
sofort an die Banken und in dunkle Kanäle fließt. Die anderen
Südländer werden auf das Superfüllhorn vertrauen. Merkel
wird sie erhören. Ihr fehlt der Mut, der den Kanzler Schröder
auszeichnete. Frau Merkel wird als die Kanzlerin in die Geschichte
eingehen, die Deutschlands Sparer enteignet hat.
Alles richtig, aber bitte alles mit Augenmaß
Alles im Prinzip richtig. Griechenland stünde ohne Euro, mit
Schuldenschnitt und mit einer Vermögenssteuer auf (oft illegal
erworbene) Millionenvermögen bestimmt besser da.
Aber was in vielen Jahrzehnten schief gegangen ist läßt sich
nicht mit hysterischen Hauruck Aktionen innerhalb von Monaten wieder reparieren.
Wir müssen dem Patienten schon Zeit geben gesund zu werden, eine
Schocktherapie würde er nicht überleben...
So langsam kommen wir der Wahrheit schon näher:
1. Griechenland ist schon lange pleite.
2. Der Grund dafür war eine Kleptokratie (Chapeau Frau Wagenknecht)
befeuert mit billigem Geld von EU und deregulierten Finanzmärkten.
3. Bundeskanzlerin Merkel & Co. versuchen nur noch den schönen
Schein zu wahren, während der Steuerzahler die Risiken
übernehmen darf (obwohl es eigentlich keine Risiken mehr sind ->
siehe 1).
4. Die Zeche zahlen das neue griechische Prekariat und bei uns die Kleinsparer.
Aber von der Haftung der Manager & Eigentümer bei den
kreditgebenden Banken will bei uns ja niemand etwas wissen.
Schon komisch: Die Deutsche Bank muss für einen lockeren Spruch von
Herrn Breuer zahlen, aber wenn sie Milliardenkredite an Pleitestaaten
vergeben ist's schon OK.
Warum erkennen die Wähler hierzulande(!) nicht, dass die tiefere Ursache ...
... all' dieser Probleme in der euro-ideologie-geprägten Starrsinnigkeit derer in Berlin und Brüssel liegt. Die Ideologie heißt: "Europa mit der Brechstange!". Statt die Völker in Europa zu versöhnen, werden mutwillig neue tiefe Gräben aufgerissen, indem man zusammenbehalten will, was nicht zusammen gehört. Erst diese Woche hat Westerwelle im Interview betont, dass man zwar Tendenzen zu einer Renationalisierung in Europa erkenne; dies werde aber kategorisch abgelehnt. So wird auch im Kosovo von der EU mutwillig Porzellan zerschlagen. Statt dem mehrheitlich von Serben bewohnten Nordkosovo zu erlauben, sich an das angrenzende Mutterland anzuschließen, wird dies mit NATO-Truppen (KFOR) und der Drohung an Serbien verhindert, sonst die Beitrittsaverhandlungen zur EU zu beenden, sprich: die Subventionen zu streichen. Nirgendwo wird deutlicher, in welche Sprengsätze multikulturelle Ideologien beinhalten. Ich kann es immer nur wiederholen: nur das Abwählen der EUro-Extremisten in Berlin hilft!
Gibt es Steigerungsformen für "unsäglich" ?
Diskussionsrunden mit Anne Will zu ertragen, setzt schon eine ziemlich
hohe Leidensfähigkeit voraus; was aber gestern da über die
Mattscheibe flimmerte, waren Steigerungsformen von
"unsäglich" ... wobei ich gar nicht sicher bin, ob unsere
Sprache für die offenkundig erforderliche Steigerung von
unsäglich die passenden Konstrukte vorhält.
Eine unsägliche Sahra Wagenknecht macht auf Internationalismus, ein
Journalist mit griechischen Wurzeln profiliert sich als
"Realitäten-Verbieger"; und der gesunde Menschenverstand
ging dann vollends mit der Forderung nach "Investitionen in
Griechenland" verloren ... wer von den Damen und Herren würde
denn - bitte schön - sein privates Geld dort investieren?
Gänzlich unsäglich dann der leider offenkundig unvermeidliche
Heiner Geissler, der - wir kennen es nicht anders - schwadronierte, was
das Zeug hielt. Wie eingangs bemerkt: Anne Will - Runden setzen eine
hohe Leidensfähigkeit voraus, Herrn Geissler zu ertragen aber wohl
akuten Masochismus.
Masochismus
Da stellt sich mir nur die Frage, warum tun Sie sich diese Dame und mediengeilen Schwätzer noch länger an? Es gibt doch schöneres im Leben, als vor der Glotze dummdreiste und grenzdebile Schwadronierer zu beobachten. Das Thema an sich ist viel zu traurig, als es mit dieser kopierten Muppetshow zu veralbern. "Will", aber nicht nur "Will" ist nicht nur unsäglich, diese Formate an sich sind schlicht niveaulos. Es gilt Sendezeit zu schinden, für möglichst wenig Geld. Das Prekariatsfernsehen der privaten Sender lässt grüßen. Aber vielleicht gibt es dafür doch noch eine Lösung: GR erhält statt weiterer Kredite alle unser "Talkrunden" zum Nulltarif geschenkt. Wir sind sie los, die Griechen sind beschäftigt und haben keine Zeit auf der Straße zu randalieren. Zudem haben sie danach wirklich allen Grund, auf uns Deutsche wütend zu sein. Vielleicht werden sie darüber aber auch so wütend, lieber zu arbeiten, Steuern zu zahlen und ihr Land wieder aufzubauen.
Leistungsbilanzdefizit erfordert jeden Tag zusätzliche Schulden
Ein Land mit Leistungsbilanzdefizit muss täglich neue Schulden
aufnehmen, um die Güter zu bezahlen, die es im Ausland erwirbt,
aber aus eigenen Einnahmen aus dem Ausland nicht bezahlen kann. An
dieser Situation ändert sich rein gar nichts, wenn Griechenland aus
dem Euro austritt und die Drachme einführt.
Das Leistungsbilanzdefizit muss abgebaut werden, indem die Griechen
weniger im Ausland einkaufen (weil sie weniger verdienen) und mehr ins
Ausland verkaufen (weil die Lohnkosten günstiger werden). Dies kann
durch Lohnkürzungen innerhalb des Euros erfolgen oder durch
Lohnentwertung mit Einführung der Drachme.
Dass die Griechen ihre Altschulden jemals zurückzahlen können,
ist utopisch. Darum geht es bei der ganzen Retterei auch gar nicht.
Warum sollten wir auch die Schulden finanzieren, die Griechenland bei
den griechischen Banken und Pensionskassen aufgenommen hat. Die zahlt
Europa im Moment nämlich auch zurück.