30.04.2012 · Günther Jauch hat sich am Sonntagabend mit Aldi beschäftigt. Klar ist: Es haben wohl nicht nur die Mitarbeiter ein Problem in dem Konzern. Nur war das kein Thema.
Von Frank LübberdingRichtlinien für Lesermeinungen
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..ein Schelm, wer da böses denkt
...was will man eigentlich von einer wandelnden oder besser gesagt
wandernden Litfasssäule erwarten? Nicht viel, ausser dass Werbung
verkauft wird oder wie es so schön heisst: Crossmediale Promotion.
Otto Normalverbraucher kann mit diesem Wort nicht viel anfangen.
Man könnte auch sagen: "Ich darf was kostenlos auf deine
Litfasssäule kleben und Du kannst was kostenlos auf meine
Litfasssäule kleben" und beide Seiten sind lauter und vor
allem durchaus weiter zu "hören". Abgerechnet wird das
"lauter" und "weiter" an der Kasse. Wenn man auf
einer dieser Litfasssäulen selber etwas kleben möchte. Was
vorher 100,- € gekostet hat, kostet jetzt 150,-€. Für den
selben Platz für die selbe Litfasssäule.
Nur hat das Ganze nichts mit Journalismus oder einer politischen Talk
Sendung zu tun. Herr Gotschalk hatte seinen Zenit überschritten und
ich denke auch Herr Jauch.
Sein Satz: "Weil ich nicht billig bin, bin ich nicht
käuflich." dürfte sich auch bei Herrn Jauch bald erledigt haben.
UKGsen
Symptome: Realitätsverkennung, Desorientierung, Schwindel.
Diagnose: TV-Sucht.
Therapie: TV-Abstinenz.
Dankesschreiben geheilter Patienten aus aller Welt.
Über den Umgang mit Personal oder der gar nicht so nette Herr Jauch.
Eine Bekannte arbeitet auf einem Flughafen, den auch Herr Jauch
öfters frequentiert. Im VIP-Ranking unter den Angestellten
führt er da die RAL-Liste (Richtiges A.....loch)an. Leute die sich
über jede Kleinigkeit beschweren, das Personal niedermacht und auf
Vorzugsbehandlung besteht.
Auch ist er Spitzenreiter im PPA-Ranking (Pen Pushing Ar....loch),jemand
der sich schriftlich und ausführlich über jeden Kleinkram bei
der Fluggesellschaft beschwert).
Als angenehmste VIP gilt Frau Hannelore Kraft. Immer nett und
freundlich, lehnt jede Sonderbehandlung konsequent ab und ist mit jedem
Sitz zufrieden, solange er nicht den Hauch einer Bevorzugung hat. Wegen
ihrer Art und Weise kann sie mit fast allen Stimmen
der Flughafen-Angestellten in NRW rechnen.
ALDI-Prinzip? Thema verfehlt und auch noch niveaulos!
Die in der Sendung aufgezeigten Mißstände existieren wohl
überall im Handel. Auch ohne übertarifliche Bezahlung. So
gesehen war die Fixierung auf ALDI ein klarer Fehlgriff. Das war eine
Fehlleistung, da die generellen Ursachen nicht angesprochen wurden.
Letztlich nutzt die Wirtschaft nur die Spielräume, die die Politik
ihr einräumt. Dazu ist sie sogar gezwungen, will sie ihre
Wettbewerbsfähigkeit nicht verlieren. Denn, Geiz ist geil gilt
überall. Und das hätte das Thema sein müssen, die
Verantwortung der Politik und auch der Gewerkschaften, deren Versagen
erst solche Mißstände ermöglichen.
Stattdessen mokierte man sich über mangelnde
Öffentlichkeitsarbeit, unbezahlte Überstunden und
überzogene Mitarbeiterkontrolle, alles Dinge, die in der Wirtschaft
überwiegend gängige Praxis sind. Und wen gehen die
finanziellen Verhältnisse eines inhabergeführten Unternehmens
denn etwas an? War da etwa Neid zu vernehmen? Völlig daneben war
dann auch der zusammenhangslose Angriff auf Wallraff.
Der Herr Jauch hatte mich bereits mit mehreren Sendungen zum Thema Wulff gelangweilt. Bei der gestrigen Sendung zu ALDI musste ich kurz nach der Halbzeit abschalten. Kaum erträglich. Ausser den Gewerkschaften, denen es eine Herzensangelgenheit ist zu nörgeln und ALDI-Betriebsräte durchzudrücken zu wollen, gehen die Menschen mehr oder weniger gerne dort einkaufen. Und die Gräueltaten, die von Wallraff etc. kolporiert werden, glaube ich nicht. Aus Anekdoten sollte man keinen Fall stricken. Und wenn es den Mitarbeitern dort nicht gefällt, dann könnten diese ja kündigen. Ganz einfach. Mann/Frau MUSS ja dort nicht arbeiten, es gibt viele andere Stellen. Findet der Herr Jauch wirklich keine anderen interessanten Themen oder wird ihm dies von der ARD untersagt???
eine Werbesendung für Aldi als eine kritische Bestandsaufnahme. Wirklich brisante Fakten wurden nicht beleuchtet. Ein echtes Aldi-Opfer wurde nicht eingeladen. Jauch " schluckte " wachsweiche " Erklärungen ohne nachzuhaken. Freilich konnte er sich am Ende der Sendung einen unnötigen Seitenhieb auf Wallraff nicht verkneifen und zwar so spät, dass sich dieser nicht mehr wehren konnte. Jauch versteckte sich geschickt hinter einer angeblichen e-mail eines Zuschauers. Der Titel der Sendung versprach viel . . . hielt aber so gut wie nichts. Kein guter Journalismus Herr Jauch.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.04.2012 13:45 Uhr"Ein echtes Aldi-Opfer wurde nicht eingeladen"
Das könnte ja einen anderen Grund haben als Sie sich wünschen.
Nach Schlecker ist wohl nun ALDI dran!?
Ganz grosse Klasse Herr Jauch, wie Sie und andere Medien nun in einer konzertierten Aktion den Discounter ALDI angreifen. Das Ergebnis kennen wir schon von Schlecker - ein paar zig-tausend Arbeitslose mehr. Super gemacht, Herr Jauch. Aber ich denke, Sie gehn eh nicht zum ALDI und das wahre Arbeitsleben mit unbezahlten Überstunden, ständigem Leistungsdruck etc. kennen Sie auch nicht. Sie und Ihresgleichen werden ja von unseren GEZ-Gebühren richtig satt versorgt.
Habe bei Aldi verschiedene Erlebnisse gehabt. Von sehr freundl. und
hilfsbereit bis muffig und frech. Alles in allem guter dt. Durchschnitt,
evtl. sogar besser. Hier eine dringende Bitte: Den verängstigten
Aldi-Mitarbeiter möchte ich jetzt auch noch kennelernen. Bin
dankbar für jeden Hinweis.
Zur Überwachungsproblematik fällt mir ein, daß die
Diebstahlsproblematik dem gegenübergestellt werden sollte. Man
könnte dann abwägen ob die Überwachung angemessen ist
bzw. ausreicht.
Wenn dann eines Tages dieser Händler zur Strecke gebracht sein
sollte und tausende unterjochte Mitarbeiter ihrem schweren Schicksal
entronnen sind, kann man in den Medien einige Berichte über die ach
so guten, wertvollen Arbeitsplätze publizieren.
Ergo sind Journalistenarbeitsplätze sicher.
Der Bericht ist so konfus wie die Sendung es war. Jauch hat mit seinen
(beiden letzten) Sendungen ein Niveau erreicht, das niedriger ist als je
befürchtet. Und da hat der Autor schon Recht: Cross-mediale
Vermarktung statt neue Informationen. Es bleibt zu hoffen, dass Jauch
bald wieder Themen findet, die ihn selbst und die Zuschauer interessieren.
Heinz Spelthahn, Rechtswanalt, Jülich
Miese Sendung der Neidgesellschaft: Kappensitzung mit Wallraff als Oberjecke.
Leistungsdruck gibt es in jedem Unternehmen - auch
Führungskräfte, die Fehler machen. Hier wird ein im Grunde
anständiges Unternehmen von einem Typ wie Wallraff und dem Spiegel
skandalisiert, das Tausenden sichere top-bezahlte Arbeitsplätze und
83 Millionen Menschen preiswerte Produkte bietet.
Was für Talk-Gäste: Millionär Wallraff, der ein
Vermögen mit täuschen, tricksen und Stasi-Verwicklungen
gemacht hat und Floskeln drischt um sein Buch zu verkaufen. Ein
Ex-Aldi-Mitarbeiter gespannt vor Wallraffs Karren der sich nicht
artikulieren kann (kein Wunder, dass Aldi den los werden wollte). Eine
Spiegel-Redakteurin, die über Aldi schreibt aber noch nie bei Aldi
eingekauft hat. Bosbach, der zwar nett war sonst aber wenig beizutragen
hatte. Ein Ex-Aldi-Manager und Haudegen, der vor 27 Jahren in Rente
ging, ritterlich kämpft, aber Aldi „heute“ nicht kennt.
Und ein Verbands-Lobbyist, der sich redlich bemüht.
Das Beste war am Ende die Wallraff-Abwatsche. Hätte viel
früher kommen müssen.
Was für Talk-Gäste
Die Gäste und derModerator hatten von diesen Themen aber wirklich keine Ahnung, davon aber viel.