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FAZ.NET-Dossier Zurück in die Zukunft - zum Revival der 80er

14.11.2001 ·  Das Dossier über das Revival der Ohrwürmer aus den 80ern: Über Posen und Prinzipien - und die Chance zur Erneuerung.

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Die 80er Jahre sollen gerade ein Revival haben? Dave Gahan, Sänger der Band Depeche Mode, gibt sich unwissend. "Da habe ich wohl was verpasst. Auf jeden Fall: Alles Gute", antwortete der Musiker, dessen Band eben in den 80er Jahren ihre größten Erfolge feierte, bei den MTV Europe Music Awards 2001.

Dabei nutzen Bands wie Depeche Mode derzeit ihre Chance, um die treuen Fans mit Nostalgie zu begeistern. Dass auch sie älter geworden sind und sich in ihrem Erscheinungsbild gewandelt haben, tut ihrem Erfolg keinen Abbruch.

Viele Musiker der 80er nutzen die Stunde, auch die Band Soft Cell hat sich wieder zusammen gerauft. Ihr Frontman Marc Almond überrascht allerdings mit dem Bekenntnis: „Ich habe die 80er nie gemocht.“ Ähnlich lapidar sieht es für eine andere 80er-Kultband aus. Human League waren pleite, als sie sich entschlossen, Konzerte mit der Popgruppe Culture Club zu geben. In der Musikszene herrschen durchaus gemischte Gefühle über die Wiederkehr des unterkühlten Synthie-Sounds.

Doch Revivals sind besser als ihr Ruf - sie entsprechen einem Grundprinzip der Popkultur, der Auseinandersetzung mit den Zeichen und Posen in der Musikgeschichte. Die Renaissance führt zur Erneuerung - so war es schon immer. Phil Oakey von Human League begründet das Interesse an den 80ern mit der Flucht vor der unbefriedigenden Gegenwart: Man habe derzeit große Angst vor der Zukunft, sagt er, und versuche dieses ängstliche Gefühl mit alter Musik zu kompensieren.

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