Faruk Sen hat juristische Schritte gegen seine Ablösung als Direktor des Essener Zentrums für Türkeistudien (ZfT) eingeleitet. Es werde eine Kündigungsschutzklage eingereicht, weitere juristische Schritte behalte man sich vor, teilte der Kölner Rechtsanwalt Christian Birnbaum gestern dieser Zeitung mit. Sen habe am 27. Juni seine schriftliche fristlose Kündigung erhalten. Formal muss die Abberufung aber noch vom Stiftungskuratorium ausgesprochen werden. Eine Sondersitzung ist für den 18. Juli geplant. Die Mitarbeiter des ZfT haben indessen einen Betriebsrat gegründet und Andreas Goldberg, dem kommissarischen Direktor des ZfT, das Vertrauen ausgesprochen. Man wolle die negativen Folgen für das Institut, die der Eklat um Sens Vergleich zwischen Juden und Türken ausgelöst hatte, minimieren, sagte der Belegschaftsvertreter Yunus Ulusoy.
Derweil hat die Türkische Gemeinde in Deutschland en ihre Unterstützung zugesagt. Auch der Zentralrat der Juden stellte sich in einem Brief an den nordrhein-westfälischen Integrationsminister und Kuratoriumsvorsitzenden Armin Laschet hinter Sen. Gegenüber der „taz“ sagte der emeritierte Leiter des Moses-Mendelsohn-Zentrums in Potsdam, Julius Schoeps, en haben sich zwar „in der Form vergriffen“, eine Entlassung sei aber eine überzogene Reaktion. Der ehemalige Leiter des Fritz Bauer Instituts, Michael Brumlik, sagte, Sens Äußerungen seien zwar „unsinnig und falsch“, dienten nun aber als Vorwand, um den Institutsleiter loszuwerden.