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Veröffentlicht: 04.11.2016, 13:16 Uhr

Wie erkläre ich’s meinem Kind? Warum wir Clowns lieben und fürchten

Im Zirkus sind sie der Liebling vieler Kinder, auf der Straße erschrecken sie Menschen und sollen sogar gelegentlich handgreiflich werden. Dass gerade Clowns so widersprüchliche Gefühle auslösen, hat einen Grund.

von Teresa Hassan
© dpa Moderne Kulturgeschichte des Clowns: Vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart
 
Wie erkläre ich’s meinem Kind? Warum wir Clowns lieben und fürchten

Die Figur des Clowns ist alt, seit jeher bringt sie überall auf der Welt das Publikum zum Lachen, in verschiedenen Kostümen und auf verschiedene Weisen. Meist treten Clowns zu zweit auf und unterhalten mit Streichen und Slapstick. Nicht nur im Zirkus, sondern auch in Krankenhäusern („Klinik-Clowns“) oder in Krisengebieten („Clowns ohne Grenzen“) verbreiten sie gute Laune.

In der Woche vor Halloween haben Clowns aber auch das Gegenteil verbreitet, Angst und Schrecken. In Masken mit spitzen Zähnen und blutunterlaufenen Augen haben sie auf der Straße Leute erschreckt und mitunter sogar angegriffen. Sollte man beim Stichwort Clown Angst bekommen oder eher an  viel zu viele Clowns mit viel zu großen Schuhen in einem viel zu kleinen Auto denken? Oder an jemanden wie Oleg Popow?

Was steckt nur hinter der Maske?

Popow galt als bester Clown der Welt und reiste überall umher, Worte brauchte er nicht, nur mit seinem Körper schaffte er die schönsten Slapsticks. Am Mittwoch ist er im Alter von 86 Jahren gestorben, die Clown-Gemeinschaft ist um ein wertvolles Mitglied ärmer geworden, und das genau dann, wenn man sympathische Hans im Glücks wie ihn gut gebrauchen könnte.

Kolumnenbild /  Wie erkläre ich es meinem Kind © Johannes Thielen Vergrößern

Schon lange wurden Clowns nicht nur positiv dargestellt. Die Figur des Narren drufte sich in der Antike schon einiges erlauben, das Mittelalter kennt ihn auch als Tunichtgut, der in schroffer Sprache voller Kraftausdrücke vom liderlichen Leben erzählt. In Nordamerika werden Clowns vor hundert Jahren als Tagelöhner und Streuner dargestellt. Charlie Chaplin ist noch heute populär, auch wenn Krusty aus den „Simpsons“ unter Kindern und Jugendlichen wohl die bekanntere Figur ist: ein Clown, der hinter der Kamera nicht ganz der Spaßmacher ist, den er im Fernsehen spielt.

In Dutzenden Horrorbüchern und –filmen treten Clowns als Schreckgestalten auf. Man verbindet sie nicht mehr mit dem tollpatschigen Spaßvogel, sondern mit etwas Schrecklichem.

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Was den Clown dabei gruselig erscheinen lässt, ist nicht die komische Gestalt, sondern das, was sich hinter seiner unbeweglichen Maske verbergen könnte, jederzeit bereit, sich zu offenbaren: Das wahre Gesicht wird verhüllt und bietet der Fantasie Platz für die schlimmsten Vorstellungen.

Doch selbst hinter den Masken herumtreibender Gruselclowns verbergen sich keine Monster, sondern meist unzufriedene Menschen, die ihren Frust an anderen auslassen wollen. Schön ist das nicht. Vielleicht sollten sich auch diese Clowns in Massen in ein viel zu kleines Auto quetschen und einfach davonbrausen.

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