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Zukunft der Jugend : Deutschland überfordert seine kostbaren Talente

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Schüler mit erstklassigen Mathenoten haben gute Berufsaussichten – im Wettbewerb gegen die ostasiatische Konkurrenz haben sie es allerdings schwer. Bild: dpa

Die junge Generation soll Betriebe modernisieren, Alte finanzieren und Kinder aufziehen – aber endet wohl selbst arm im Alter. Sie steckt in der Falle. Ein Gastbeitrag.

          In einen Rentenwinter steuern 14,8 Millionen 20- bis 34-jährige Bundesbürger. Der Vorsorge-Atlas 2017 sieht ihre Bezüge im Jahr 2050 bei monatlich 981 Euro – 38,6 Prozent des letzten Bruttoeinkommens, obwohl sie erst bei mindestens 60 Prozent der Armut entkommen. Mit Zusatzversicherungen könnten sie der Not ein Schnippchen schlagen. Doch erste Adressen wie Allianz oder Generali kappten schon Anfang 2017 die zugesagten Altersbezüge, im Juli siegten sie vor dem Düsseldorfer Landgericht gegen Kunden, die sich geprellt sehen. Warum sollten die Summen für 2050 ungeschoren bleiben?

          Überdies tut sich die böse überraschte Generation schwer mit dem Aufbringen der Vorsorgeprämien. Schließlich belastet der Staat sie schon heute mit den – neben Österreich und Belgien – höchsten Einkommensteuern der Welt. Weitere Steigerungen stehen an, weil allein 2015 die Zahl der rundum versorgten Transferempfänger von 7,4 auf 8 Millionen gesprungen ist. Nicht nur heimische Rentner zählen mithin auf die 20- bis 34-Jährigen, sondern die halbe Welt drängt in die von ihnen zu tragende „Mindestsicherung“.

          Die jungen Generationen stecken in der Falle

          Unmissverständlich gellt es in den Ohren der Jungen: Modernisiert unsere Betriebe, finanziert die Alten, bezahlt die Sozialhilfe, rettet die Eurosüdschiene, zieht Kinder auf, aber endet selbst arm im Alter. Sie stecken in der Falle, weil die Zeit für den Aufbau einer Zukunft im Ausland weitgehend abgelaufen ist. Vom vierzigsten Lebensjahr an lässt man selbst gut Qualifizierte in die langfristig attraktiven Länder kaum noch herein.

          20- bis 30-Jährige : Generation Y verändert die Arbeitswelt

          Es kann sie nicht trösten, dass die 11,3 Millionen jetzt 5- bis 19-Jährigen noch härter rangenommen werden. Diese Kohorten haben mehr Versorgungsansprüche auf den Schultern, weil sie 3,5 Millionen Köpfe weniger zählen als ihre Vorgänger. Die Generation der heute 50- bis 64-Jährigen ist mit 18 Millionen sogar eineinhalbmal so groß. Immerhin können die Jüngeren sich noch ein wenig umschauen. Das gilt vor allem für die gut fünf Prozent unter ihnen, die mit erstklassigen Mathenoten überall begehrt sind (ermittelt nach TIMSS 2015). Diese rund 570.000 Könner sind Deutschlands einzige Hoffnung für das Verbleiben in der Liga der Spitzennationen. Sie werden es ungemein schwer haben, weil ihre ostasiatischen Konkurrenten nicht nur zu fünf, sondern zu dreißig bis fünfzig Prozent Exzellenz-Schüler sind.

          Dabei geht das deutsche Abrutschen ungebremst weiter. Für den Zeitraum zwischen 2011 und 2016 meldet die Kultusministerkonferenz bei Viertklässlern weitere Verschlechterungen in Mathematik, Aufnahmevermögen und Rechtschreibung. Je mehr Migrantenkinder zuziehen, desto schlechter werden die Zensuren. Der Millionenschub seit 2015 ist dabei nicht einmal erfasst. Besonders dramatisch tendiert das Hightech-Land Baden-Württemberg abwärts. Gerade dort aber müsste es steil nach oben gehen, um dem mächtigen Industrie-Cluster rund um die Verbrennungsmotoren neue Geschäfte zu bescheren.

          Den Besten wird überall der rote Teppich ausgerollt

          Immer noch erstreben junge Könner Karrieren in einem Land, das vom Ruhm der weltbesten Autoschmieden lebt. Doch im Juni 2017 müssen sie hilflos hinnehmen, wie mit EAS-Nordhausen die letzte einheimische Fabrik für Batteriezellen im Bankrott endet. Die Thüringer wollten beim Elektrifizieren Londoner Taxis mitmischen, doch da hat nun Chinas Geely die Nase vorne. Die global 14 größten Betriebe für Batterietechnik arbeiten mit ostasiatischem Knowhow. Nur einer, Koreas LG im polnischen Breslau, produziert in Europa. Was bleibt für die Wertschöpfung der alten Nobelfirmen?

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