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Basteltipps für Regentage : So bauen Sie einen Miniaturgarten

Pflanzen, Basteln, Dekorieren: Die Jungs laufen beim Gestalten des Märchengartens zu Hochform auf. Bild: Jan Roeder

Genug vom Kastanienmännchenbasteln? Wie wäre es mit Miniaturgärten? Die lassen sich ganz leicht selbst machen und verschönern Fensterbänke. Bestens geeignet für trübe Herbst- und Wintertage.

          Wenn draußen das Gras gilbt und die Blätter fallen, gibt es eine gute Möglichkeit, ein Stück Sommer zu erhalten: Wir holen uns den Garten ins Haus und stellen ihn auf die Fensterbank. Dazu braucht es ein Gefäß, Steine, Erde, ein paar Pflanzen und Phantasie. Und los geht’s, am besten an einem Regentag, wenn die Kinder maulig sind.

          Ursula  Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Zunächst benötigen wir ein Grundstück. Dazu bieten sich Tonschalen an, die bergen nur die Gefahr, wie ein Grabschmuck anzumuten - und ein Friedhofsgefühl auf der Fensterbank brauchen wir nun, wo die Freibadsonne untergegangen ist, wirklich nicht. Farbenfroher sind Auflaufformen aus Keramik. Gut machen sich auch Holzkisten, alte, feine Weinkisten, selbstgeschreinerte Kästen oder welche aus dem Baumarkt. Nostalgisch schön sind Blechbottiche oder eine Suppenterrine; ein Gang in den Keller, auf den Speicher oder über den Flohmarkt bringt neue Ideen für den alten Kram, wir werden zuverlässig in der Flohmarktecke der Wertstoffhöfe fündig.

          Fundgrube Weihnachtsdekoration

          Das Gefäß wird gereinigt und mit stabiler Plastikfolie ausgekleidet (wenn es ein Abflussloch gibt, reicht es, einen großen Teller drunter zu stellen). Darauf kommt eine Drainage-Schicht: Profis nehmen Blähtonkügelchen, die es fertig zu kaufen gibt, kleine Kieselsteine reichen aber völlig. Darüber kommt ein wasserdurchlässiges Vlies. Diese Steineschicht sollte ruhig zwei Zentimeter dick sein, sie ist unverzichtbar, damit das Gießwasser sich nicht staut und die Gärten versumpfen. Denn das ist eine der größten Herausforderungen der Minigärten: das Gießwasser so sparsam zu dosieren, dass die Pflanzen gut versorgt sind, es aber keine Überschwemmungen und übelriechenden Sumpfflächen gibt – es sei denn, man will ein Moor anlegen. Hier ist es dringend geboten, übereifrige Kleingärtner auszubremsen oder ihnen eine Wassersprühflasche zu reichen. Es folgt eine Schicht Blumenerde, ruhig nährstoffarme nehmen, die Pflanzen sollen auf kleinstem Raum nicht zu üppig gedeihen. Nun wird ein Plan geschmiedet. Wir setzen auf Themengärten und robuste Lieblingspflanzen, ein Gang durch eine Gärtnerei bringt Ideen. Je nach Alter der Kinder kann es auch einfach nur bunt und fröhlich zugehen. Pflanzlöcher buddeln, Pflänzchen einsetzen, jetzt darf dekoriert werden.

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          Der Weg ist das Ziel – schön sehen geschlängelte Pfade aus, die zu einer kleinen Pflanzengruppe, einer Insel fürs Auge, führen. Wege werden aus Steinen oder Holzstücken gelegt. Strenge Barockgarten-Symmetrie ist auf der kleinen Fläche nicht geboten. Schon gar nicht in Gärten, die sich mit einer bauchigen Teetasse begnügen müssen. Kein Scherz: Ein eigenes Bastelbuch widmet sich sogenannten „Tassengärten“. Und aus der Es-gibt-nichts-was-es-nicht-gibt-Rubrik: Online-Shops vertreiben Möbel für Miniaturgärten. Denn das gibt den Kick: Das Gärtchen wird möbliert, ausstaffiert mit Bänken, einer Gartenlaube und Puppenstubeninterieur. Eine Fundgrube sind die Abteilungen für Weihnachtsdeko, konkret die Krippenregale: Dort gibt es Lagerfeuer und Brunnenensembles für einige Euro und mehr oder weniger geschmackvolle Anregungen. Ist das nicht sagenhaft kitschig, entsetzlich gefühlig, wenn unter der rosa Zwergrose ein pinkes Plastikeinhorn am Plastikfeuer entlangtrabt? Gegenfrage: Ist ein mit Kugelgrill möblierter Reihenhausgarten mit strammstehender Lorbeerhecke gestalterisch innovativ? Wir haben mit Constantin, Laurin und Seraphin Miniaturgärten gestaltet, gefärbte Kastanienberge versetzt, Brücken gebaut, Schüsseln als Miniteich versenkt, uns über maßstabgerechte Hexenhäuser ausgetauscht und den Dürer-Hasen-Radiergummi aus dem Museumsshop hoppeln lassen. Fünf Ideen für abwechslungsreiche Minigärten.

          Pflegeleichter Wüstengarten

          Zeitlos, irgendwie aber auch modisch und gefällig für einen smarten Wohnstil ist ein Steingarten. Er setzt auf Kakteen, Sukkulenten und reduzierte, silhouettenstarke Pflanzen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Viel Pflege ist nicht erforderlich. Schön ist ein schlichtes Steingefäß, bei diesem Garten kann man sich selbst die Plastikfolie sparen, weil grundsätzlich wenig gegossen wird. Auf die Steinschicht kommt Kakteenerde, ist diese nicht zur Hand, dann bedient man sich im Sandkasten und mischt Sand unter Blumenerde, diese Mischung funktioniert.

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