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F.A.Z.-Edition : Was sind Klassiker der Comic-Literatur?

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Seit September veröffentlicht die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Buchreihe „Klassiker der Comic-Literatur“: Zwanzig Comic-Serien, die sich in unser kulturelles Gedächtnis eingebrannt haben.

          Comics gibt es seit mehr als hundert Jahren - oder schon so lange wie den Zivilisationsprozeß der Menschheit, wenn man denn jede Form von Erzählen in Bildern als Vorläufer anerkennte. Aber was heute unter dem Begriff „Comic“ verstanden wird, verdankt sich im Guten wie im Schlechten einigen wenigen Serien, die sich im zwanzigsten Jahrhundert in unser kulturelles Gedächtnis eingebrannt haben.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Es gibt keine Silhouette, die einfacher wiederzuerkennen wäre als die von Micky Maus; es gibt keinen größeren Helden als Superman; es gibt keinen versonneneren Träumer als Charlie Brown aus den „Peanuts“ und keinen einsameren Cowboy als Lucky Luke.

          Die Kriterien: Qualität und Einfluß

          Das sind vier Beispiele für Klassiker der Comic-Literatur, und man könnte noch drei, vier Dutzend mehr nennen. In ihrer Edition „Klassiker der Comic-Literatur“ beschränkt sich die Frankfurter Allgemeine auf eine Auswahl von zwanzig, die alle dem westlichen Kulturkreis entstammen. Kriterien für die von der F.A.Z.-Feuilletonredaktion getroffene Auswahl waren zeichnerische, mehr aber noch erzählerische Qualität und der Einfluß, den die jeweiligen Titel auf die Entwicklung des ganzen Metiers ausgeübt haben.

          Dabei wurden mit wenigen Ausnahmen Bände zusammengestellt, die sich einzelnen Serien widmen, nicht einzelnen Autoren. In einigen Fällen kam beides zusammen: „Fritz the Cat“ ist nur von Robert Crumb gezeichnet worden, „Corto Maltese“ nur von Hugo Pratt“, „Gaston“ nur von André Franquin. Und in einem einzigen Fall, bei dem zu Beginn dieses Jahres verstorbenen Amerikaner Will Eisner, wurde ein ganzer Band nach diesem Zeichner benannt, weil hier ein die Grenzen der Gattung sprengendes Werk vorliegt, das auf keinen anderen Nenner zu bringen ist als auf den Namen seines Autors.

          Wann kommt man schon dazu?

          Über die Auswahl wird man trefflich streiten können, aber keiner der aufgenommenen Titel selbst ist in seiner Bedeutung fraglich. Amerikanische Autoren sind in der Überzahl gegenüber den europäischen, aber die wichtigsten erzählerischen Entwicklungen wie Superhelden (außer Superman bieten wir noch die Fantastischen Vier, Batman und Spider-Man) und Abenteuercomics (Prinz Eisenherz und Tarzan) stammen nun einmal aus den Vereinigten Staaten. Dort wurde der Comic großgezogen, ehe er dann einige der schönsten Phasen seines erwachsenen Lebens auf der anderen Seite des Atlantiks genießen durfte.

          Die Frankfurter Allgemeine legt - als Tageszeitung nicht überraschend - großen Wert auf den Comicstrip, auf jene Serien also, die für Zeitungen gezeichnet worden sind. Dabei sind mit Hägar, Dilbert und Strizz auch jüngere Arbeiten vertreten, die diese Tradition auf neue Höhen geführt haben. Und natürlich wird es keinen Kenner des F.A.Z.-Feuilletons wundern, daß Donald Duck in diesen Klassikern vertreten ist. Auch er ist ein Comicliebhaber, sein Lieblingsheft heißt „Crocko Comics“, und wenn er sich damit in einen urgemütlichen Sessel zurückzieht, mahnt er: „Es paßt mir einfach nicht, bei spannender Lektüre gestört zu werden! Wann kommt man schon dazu?“ Die Antwort lautet: Seit Anfang September, wenn in zwanzig Folgen die „Klassiker der Comic-Literatur“ erscheinen - überall im Buchhandel und am Kiosk oder auf Bestellung.

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