02.07.2012 · Manchmal ist Verlieren wichtiger als Gewinnen. Der spanische Nationaltrainer Vicente del Bosque steht für Arbeit, Demut und Bescheidenheit. Sein Land hat diesen Wertekatalog jetzt vor sich.
Von Paul Ingendaay, MadridRichtlinien für Lesermeinungen
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Dem Autor ist es gut gelungen, die spanische Seele zu erkunden. Die
Gegensätze zwischen "Señor" und
""Señorito", zwischen innerer Vornehmheit und
Großsprechertum, erlauben den Lesern der FAZ (auch wenn sie
Spanier sind) Spanien besser zu erkennen.
Wenn man geht von der Seele zur Wirtschaft geht, kann die Information
über Spanien verbessert werden, besonders was die
"Fundamentals" anbelangt. Was ist mit der Leistungsbilanz seit
2008 passiert? Warum brauchen die private Banken (fast) kein staatliches
Geld, und warum sind so viele ehemalige Sparkassen (bis kürzlich
von den regionalen Politikern kontrolliert) marode? Es ergibt sich eine
komplexe Realität, die einfache Schadenfreude nicht befriedigen kann.
Spanische Fußballmanschaft hat der ganzen Welt gezeigt, dass Fußball in erster Linie keine Arbeit und Kampf sonder ein SPIEL ist.. So wie es die Spanier - anscheinend wenn sie es wollen; es gab ja auch weniger schöne Spiele von ihnen - spielen, ist es auch ein schönes und intelligentes Spiel.. Eine rictige Augenweide.. Nochmal Muchas Gracias..
Natürlich ist das eine Mannschaft, die in die Geschichte eingehen
wird. Das war aber schon vor dem Turnier klar.
Es ist schon bezeichnend, dass südländischer (guter)
Fußball nicht auf andere Leistungen übertragbar ist -
für deren Misslingen Nordländer wie Deutschland nun haften.
Fußball ist natürlich Vergnügen, keine Arbeit.
Was ist mich gerade frage: Wenn es zu heiß ist zum Arbeiten, warum
dann nicht für Fußball?
Ok, die Antwort steht oben. :-)
Auch wenn alle Medien das gebetsmühlenartig verbreiten, die "1000 Minuten ohne Gegentor" sind schlichtweg falsch. Vielmehr hat die Squaddra Azurra, die im Finale so sang- und klanglos eingegangen ist, den - wie ich neidlos zugeben muss - fantastisch spielenden Iberern ein 1:1 abgerungen. Und das ist m.E. doch eindeutig ein Gegentor ;-)
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.07.2012 11:34 UhrK.O.!
Sie haben Recht, dann hat der FAZ- Autor (im Gegensatz zum
Großteil seiner Kollegen) das richtig dargestellt...
Sollte auch keine Kritik sein, sondern nur eine Korrektur, denn
schließlich ging es dem Autor ja eher um den Vergleich Fussball -
Politik.
Und da ist eher Frage, was würde es bedeuten, wenn wir das auf Dtl.
übertragen:
In Quali überragend, in Vorrunde top, Viertelfinale (gegen einen
eher schwachen Gegner) auch noch sehr gut und dann als es ernst wurde,
eingebrochen ...
Weitere Gedankenspiele sind jedem frei gestellt...
Der geneigte Leser
las aber "In diesem Sinn hat Fußballspanien in den
K.-o.-Runden der drei letzten großen Turniere überhaupt keine
Schulden gemacht:"
Und wenn mich nicht alles täuscht war das 1-1 in einem
Vorrunden-Spiel, das eben keinem K.-o.-Spiel entspricht.
In sofern ist ihre Kritik falsch, der Autor hat Recht.
Also versuchen sie erst einmal den ganzen Text in sich aufzunehmen,
bevor Sie anderen Fehler unterstellen.
Freundliche Grüße
Warum liest man diese Lobes-Hymnen
erst jetzt nach dem Finalspiel ?
Das wäre doch schon vorher der Feststellung und Bewunderung wert gewesen.
Oder war man sich doch nicht so sicher, dass dieses System gegen
Balotelli-Sturm-und-Drang Bestand haben würde ?
Menschlich,
Sportlich,
Gesellschaftlich!
Spanische Medien setzen den Schwerpunkt der Relexion bestimmt ganz anders.
"Del Bosque und seine Mannschaft sind nicht deswegen ein Vorbild
für die spanische Gesellschaft, weil sie gewonnen haben, sondern,
weil sie den Erfolg nur mit ihren Mitteln und einem sorgfältig
erarbeiteten Stil suchen."
.
Sollte das nicht auch für andere Nationen als nur die Spanier
gelten? Bei uns will man ja - Hauptsache: Erfolg! Um jeden Preis!! -
mittlerweile schon das Erbe der Jeremies und ähnlicher
Fußballgötter wiederbeleben.
Über Spanien mit Herz und Verstand
Was für ein Artikel! Paul Ingendaay ist ein vorzüglicher
Korrespondent, mit diesem wunderbaren, treffenden Stück hat er es
einmal mehr bewiesen.
Ein kritischer Beobachter lässt sich keinen Sand in die Augen
streuen, aber er denunziert nicht.
Ein wunderbarer Artikel, der überzeugend die Ideale des Sports - insbesondere des Mannschaftssports - darstellt. Ein Lehrbeispiel für erfolgreiche Jugendarbeit. Den Vergleich der nationalen Mentalitäten kann sich jeder Leser selber bilden. Meines Erachtens bleibt für uns/Deutschland noch viel zu tun.
Lieber Herr Ingendaay!
Ich gratuliere zu diesem Artikel.
Ihrem Kommentar über die Vetternwirtschaft, Korruption und
Günstlingspolitik auf vielen Ebenen in der spanischen
Gesellschaft (und insbesondere an den spanischen
Universitäten) ist vollinhaltlich zu zustimmen.
Volltreffer!
Paul Ingendaay Jahrgang 1961, Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid.
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