21.07.2005 · Für Generationen von Fernsehzuschauern ist „Beam me up, Scotty“ eine stehende Redewendung - als Ingenieur von „Raumschiff Enterprise“ begeisterte James Doohan unzählige Menschen. Nun starb er an Alzheimer und einer Lungenentzündung.
Er hat unzählige Menschen auf fantastische Weise von hier nach dort gebracht. „Beam mich rauf, Scotty“ wurde für Generationen von Fernsehzuschauern zur stehenden Redewendung.
Jetzt wurde der breitschultrige, schnauzbärtige Chefingenieur des Raumschiffs „Enterprise“ selbst nach oben geholt: Der Schauspieler James Doohan, in aller Welt als Scotty bekannt, starb am Mittwoch im Alter von 85 Jahren.
Seinem letzten Wunsch gemäß soll Doohans Asche ins Weltall „gebeamt“ werden. Der Schauspieler habe dies verfügt, damit er bei einem seiner besten Freunde sein könne, teilte sein Agent mit. Bereits 1991 war die Asche des Schöpfers der „Star Trek“-Saga, Gene Roddenberry, ins All geschossen worden. Diesem Beispiel habe auch Doohan folgen wollen, sagte sein Agent Steve Stevens. „Er wird da oben bei seinem Kumpel sein, das ist doch herrlich.“
Alle kannten ihn nur noch als „Scotty“
Bereits im August 2004 hatte sich Scotty, dessen vollständiger Rollen-Name in der TV-Serie „Star Trek“ Montgomery Scott lautete, von seiner internationalen Fangemeinde verabschiedet. Wenige Monate zuvor hatten Ärzte die tückische „Vergessenskrankheit“ bei ihm diagnostiziert. Der aus Kanada stammende Schauspieler erlag den Folgen von Alzheimer, kombiniert mit einer Lungenentzündung.
Am Sterbebett des „Star Trek“-Stars in seinem Haus in Redmond (Bundesstaat Washington) wachte bis zuletzt Ehefrau Wende. Die beiden hatten vor nahezu drei Jahrzehnten geheiratet. Seinen Dienst auf der „Enterprise“, die bekanntlich von Captain Kirk (William Shatner) mit Unterstützung des langohrigen Mister Spock als Erstem Offizier (Leonard Nimoy) kommandiert wurde, hatte Doohan 1966 beim TV-Sender NBC angetreten. Schon bald war ihm klar, wie der große Beamer später Freunden berichtete, „daß mich keiner mehr als Doohan, sondern alle nur noch als Scotty kennen“ würden.
Proteste von Erzkonservativen
Auch deshalb wäre es später fast unvorstellbar gewesen, die Kino-Versionen der „Enterprise-Saga“, die 1979 mit „Star Trek I - The Motion Picture“ begannen und bis in die neunziger Jahre fortgesetzt wurden, mit jemand anderem als Doohan in der Scotty-Rolle zu besetzen. NBC hatte die Serie - zum Ärger von Millionen Fans in aller Welt - bereits nach drei Staffeln aus dem Programm genommen.
Proteste erzkonservativer Kreise in den Vereinigten Staaten spielten bei der Entscheidung eine Rolle. Sie hatten unter anderem moniert, daß „Aliens“ wie Mister Spock, die für manchen aussahen wie Satan, dem amerikanischen Publikum als sympathisch vorgesetzt wurden. Auch daß eine Frau, obendrein eine schwarze, mit auf der Kommandobrücke stand, störte sie.
Flucht ins Phantastische
Doohan war bereits ein vielbeschäftigter Schauspieler, als er auf dem Raumschiff anheuerte. Reichlich Science-Fiction-Erfahrung brachte der am 3. März 1920 in der kanadischen Pazifik-Metropole Vancouver geborene Darsteller mit. Schon in den fünfziger Jahren war er in der TV-Serie „Space Command“ als Raumfahrer zu erleben.
Das Interesse an der Flucht ins Phantastische brachte Doohan in seiner Autobiographie „Beam Me Up, Scotty“ auch mit schwer zu verkraftenden Erlebnissen in seinem realen Leben als Aufwachsender und als junger Mann in Zusammenhang. Seine Familie litt unter der Trunksucht des Vaters. James setzte sich ab, sobald er konnte - und ging zur Armee. Als junger Offizier erlebte er die Schrecken der D- Day-Invasion am 6. Juni 1944 in der Normandie.