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Sonntag, 12. Februar 2012
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Elbphilharmonie Pfusch am Bau?

16.05.2010 ·  Die Architekten schlagen Alarm: Jacques Herzog und Pierre de Meuron haben die Stadt Hamburg darauf aufmerksam gemacht, dass beim Bau der Elbphilharmonie schwerwiegende Sicherheitsmängel aufgetreten seien.

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Bei der im Bau befindlichen Hamburger Elbphilharmonie gibt es nach einem Medienbericht schwerwiegende Sicherheitsmängel. Die stadteigene Realisierungsgesellschaft (ReGe) sei darüber jetzt von Prüfern der Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron auf einer Sondersitzung in Kenntnis gesetzt worden, berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“ in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Das Magazin beruft sich auf die ihm vorliegende Dokumentation über „akute Ausführungsmängel“. Demnach bestehen Sicherheitsmängel an tragenden Teilen des 500-Millionen-Euro-Projektes.

So monieren die Architekten laut Prüfbericht, dass die bereits fertigen Betonrippen, auf denen der große Konzertsaal auf Federpaketen ruhen soll, zu tief liegen. Zudem habe der Generalunternehmer Hochtief einzelne Federpakete schief eingebaut. Es gebe Abweichungen von den Bauplänen von bis zu 110 Millimetern - mehr als das Fünffache der maximal kalkulierten 20 Millimeter. Auch die Betonwände der bereits fertigen Außenschale weisen offenbar schwere Mängel auf. Bei Stichproben entdeckten die Prüfer „diverse großflächige Hohlkammern“, wie es in dem Magazinbericht weiter heißt. Hochtief habe Löcher gebohrt und Beton in die Luftblasen gepresst. Das reiche aber nicht aus, kritisieren die Architekten.

Baustopp für die Sanierung verhängt

Ferner wurde laut Prüfbericht die historische Fassade des alten Kaispeichers A durch die Bauarbeiten beschädigt. So weisen die Architekten auf „Zementläufer“, „Auslaugungen“ und „Abschleifungen“
hin. Nachdem beim Bau Zementschlamm über die Klinkerfassade gelaufen war, hatte Hochtief Teile der Mauern abschleifen lassen und damit den Zustand der Fassade offenbar weiter verschlechtert.

Die Realisierungsgesellschaft verhängte dem „Focus“-Bericht zufolge inzwischen einen Baustopp für die Sanierung. Hochtief räumte gegenüber dem Nachrichtenmagazin Mängel und Abweichungen von der Planung ein. Ein Sprecher betonte jedoch, dass alle Punkte „abgearbeitet und mit einem hohen Qualitätsstandard behoben“ würden.

Ein Sprecher der Realisierungsgesellschaft bestätigte am Sonntag den „Focus“-Bericht: „Das sind schwerwiegende Mängel, die allerdings behebbar sind.“, sagte der Sprecher. „Hochtief hat schlecht gebaut.“ Zwischen der ReGe und Hochtief gibt es seit längerem Streit um die Kosten, die Ausführung und den Zeitplan für den Bau des spektakulären Konzerthauses. Mittlerweile wird die Auseinandersetzung auch vor Gericht geführt. Die geplante Eröffnung hatte sich mehrfach verschoben bis auf das Jahr 2013, die Kosten sind umstritten. Ein Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft wird sich damit befassen. Ende Mai ist Richtfest für das Gebäude, das zum neuen Hamburger Wahrzeichen werden soll.

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Von Martin Otto

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