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Einwanderung : Der neue, schändliche Anti-Romanismus

  • -Aktualisiert am

Diese Menschen, die unter einem grauenhaft korrupten Politsystem leiden, müssen sich durchkämpfen wie kaum jemand sonst auf dem Kontinent: Innenansicht der Roma-Gemeinde in Fantanelle, Rumänien. Bild: Peter Carstens

Europas fleißige Nomaden: Dass bei der Einwanderung etwas schief läuft, liegt an den Behörden. Wer die Zahl ehrlich schuftender Rumänen und Bulgaren kennt, sieht, wie verlogen die Debatte ist.

          Kommen mit dem neuen Jahr nun tatsächlich Hunderttausende, ja, Millionen armer, ungeschulter, obdachloser Menschen aus Rumänien und Bulgarien nach Deutschland, um dort Sozialleistungen abzugreifen? Man könnte es meinen, wenn man die politische Diskussion um die frische Freizügigkeit der Arbeitskräfte auch aus den beiden ärmsten EU-Staaten verfolgt. In Großbritannien standen Politiker medienwirksam am Flughafen, um der befürchteten (und dann nicht stattfindenden) Invasion direkt die Stirn zu bieten. In Deutschland rückte sich der CSU-Generalsekretär in den Blickpunkt und warnte vor dauerhafter Verslumung unausgebildeter Massen, die nun ein Anrecht auf deutsche Sozialleistungen bekommen.

          Der eigentliche Skandal solcher durchaus notwendiger Diskussionen um die Freizügigkeit in Europa ist: Die Massen sind längst mitten in Europa angekommen. Aber weil es sich um dringend benötigte Fachkräfte oder um mies bezahlte Schwerarbeiter handelt, interessiert es die Wähler und Medien in unseren Breiten nicht. Nur die vermeintlichen Roma, die in ihren Herkunftsländern ohne politisch korrekte Scheu „Zigeuner“ genannt werden und meistens auch genannt werden wollen, die sorgen nun für Angst und Schrecken.

          Und in der Tat: Wer in Duisburg oder Mannheim in direkter Nachbarschaft verwahrloster Billigwohnheime für diese Migranten haust, wer in der eigenen Stadt einen Zuwachs an Bettelei verzeichnen muss, der kann sich für statistische Hinweise, dass dies nur marginale Phänomene seien, nichts kaufen. Und leben denn in Rumänien und Bulgarien nicht mindestens 2,5 Millionen dieser ausgegrenzten, oft analphabetischen und in Feudalzusammenhängen von ihresgleichen ausgebeuteten Europäer?

          Verunglimpfung ohne Unterscheidung

          Man muss einmal in Rumänien über Land fahren durch Dörfer mit einer Roma-Mehrheit und die herausgeputzten Paläste der Sippenchefs mit ihren Kupfer-Dachtraufen bestaunen und die barfüßigen, rauchenden Kinder drumherum, und man hat begriffen, dass es hier um ein soziales Problem geht, dass seit Jahrhunderten nicht per fixer Integration gelöst wurde. Ist es für diese Menschen nicht eine echte Verlockung, von Schleppern für ein paar Euro in einen Bus gesetzt zu werden und in Deutschland ein Vielfaches des regulären Lohnes, den sie daheim eh nie bekämen, an Sozialleistungen abzukassieren? Niemand – ob in den Schulen und Krankenhäusern, an den Grenzen oder gegenüber deutschen Wuchervermietern – mag sich so recht um diese Ausgegrenzten kümmern. Ein eigener europäischer Roma-Kommissar mit Geldern, Sozialprogrammen und scharfen Kontrollrechten wäre, wie vom österreichischen Europapoliker Hannes Swoboda vorgeschlagen, vielleicht eine bessere Initiative der EU als das Verbot von befüllbaren Olivenölfläschchen oder offenen Zuckerdosen.

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