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Eine Zukunft für das Brentanohaus Endlich gerettet!

In letzter Minute konnte der drohende Verlust eines bedeutenden Denkmals der Romantik abgewendet werden. Kurz vor der Wahl bekennt sich das Land Hessen zum Brentanohaus.

© Kretzer, Michael Vergrößern Die Keimzelle der Romantik: das Brentanohaus am Rhein

Kann es Zufall sein, dass die lang erhoffte Entscheidung des Ministeriums zur Rettung des Brentanohauses gerade jetzt fällt? Wenige Tage vor der Hessenwahl? Nein, das ist gewiss kein Zufall, vielmehr wirbt die CDU damit auf den letzten Metern bei jener Klientel für sich, die sich um Kulturdenkmäler sorgt, sich für Goethe, die Arnims oder die Grimms interessiert und die den drohenden Verlust der in Winkel am Rhein gelegenen Keimzelle der Romantik genau beobachtet hat. Doch allen politischen Rechenspielen zum Trotz ist die Entscheidung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, dieses „kulturhistorisch einzigartige Objekt für die Öffentlichkeit zu erhalten“, wie es in einer Mitteilung heißt, richtig und gut.

Sandra  Kegel Folgen:    

Zwei Jahre lang hatte Wiesbaden sich geziert, den Eigentümern einen Hinweis zu geben, ob das Land am Erhalt des Erinnerungsorts interessiert sei. Aus eigener Kraft waren die Brentanos nicht mehr in der Lage, das 1751 errichtete Anwesen, in dem Goethe gleich mehrmals zu Gast war und die Romantiker sich sommers einfanden, zu bewirtschaften. Die Nachfahren von Clemens und Bettine von Brentano hatten dem Land mit dem Preis von einer Million Euro ein Angebot gemacht, das deutlich unter dem liegt, was sie auf dem freien Markt erzielen könnten. Aber dem Baron und seiner Frau ging es in erster Linie um den Erhalt des Hauses, dessen Einrichtung und Kunst noch aus der Goethe-Zeit stammen.

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Unlängst hatte Udo von Brentano in dieser Zeitung dann deutlich gemacht, dass er nicht länger die Entscheidung des Landes abwarten könne und nach anderen Käufern suchen müsse. Unvorstellbar der Gedanke, dass aus dem verwunschenen Brentanohaus, in das sich jeder verliebt, der dort einmal durch Weingarten und Säle gewandelt ist, der Sitz einer chinesischen Autofirma oder ein Romantik-Hotel geworden wäre.

Das Land übernehme mit dem Angebot „Verantwortung für den Erhalt dieses Kulturdenkmals“, sagt Staatssekretär Ingmar Jung. Für die Sanierung des Anwesens, schätzt er, sei mit Kosten von etwa 2,1 Millionen Euro zu rechnen. Sie sollen sich auf die nächsten Jahre verteilen und von der Denkmalpflege sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz übernommen werden, außerdem hofft man auf private Spenden. „Da haben wir die Nächte am Rhein verschwärmt“, erinnerte sich rückblickend Bettine von Arnim an die wilde Zeit im Sommerhaus ihrer Familie, „bis uns der Tag nach Hause trieb.“ Gut, dass die romantische Idee nicht politischem Pragmatismus zum Opfer gefallen ist.

Quelle: F.A.Z.

 
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