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Eine Art Erholung Die große, große Müdigkeit

 ·  Ausgebrannt zu sein ist heute kein persönliches Schicksal mehr, sondern ein gesellschaftliches. Es rührt von einem System her, das die Kosten historischer Umbrüche immer nur auf denselben Schultern ablädt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (13)
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Martin Steinfisch

Vielen Dank für diesen Beitrag.

Mittlerweile kann eine Familie kaum noch von einem Gehalt ernährt werden, was früher normal war. Der Druck auf die Mittelschicht nimmt stetig zu!

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Klaus Michael Strauss

Bewegende Botschaft

Dank für dies wunderbare Betrachtung mit hoffnungsvollem Ausblick.
Die vernetzten Vorteilssucher und sich abhebenden Metastützen der Gesellschaft haben übertrieben.
Superreich rechnet vielleicht mit privilegiert sicheren offshore-Domizilen, politisch mächtig mit Enklaven für die Funktionärsklasse.
Beides falsch, denn Not wirkt allgemein insbesondere in der dann zwangsläufig räuberischen Gesellschaft.
Die Lösung war schon immer Engagement für ein geordnet prosperierendes Gemeinwesen. Sehr lesenswert beschreibt Greg Smith die Degeneration der tradierten Geschäftsethik von Goldman Sachs und lobt mit hochinteressantem Zitat belegt das Wertesystem und Engagement von John Pierpont Morgan.

Die Schlüsselempfehlung bei Greg Smith wie von Nils Minkmar: Mut zu wirksamen Reformen.

Island hat richtig gehandelt, bei uns dagegen scheint auch nach dem dritten Coup des Finanzsektors Täterschutz Vorrang zu geniessen.

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Peter Müller
Peter Müller (mupe09) - 25.12.2012 17:14 Uhr

Die frühe Demenz

ich bin kein Mediziner, ich gestehe es gleich, und ich bin darob froh.
Jedoch, wenn ich mir die Menschen meiner Umgebung anschaue, in denen
in fortgeschrittenem Alter zur Diagnose Demenz gegriffen wird, und man das Leben kennt, fällt ein anderes (laienhafte) Urteil: wenn der jugendliche Sturm der Arbeitskraft verloren geht, oder die sexuelle Frische abhanden kommt, was bleibt ? es bleibt Demenz. Und das kann schon sehr früh beginnen.

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Klaus-Peter Last

Wir haben die treibenden Kräfte der Globalisierung noch nicht verstanden

Hier bietet der Artikel wenig Neues; muß er ja auch nicht. Da er aber explizit auf Vermögen und ihre Nichtrolle oder Verantwortungslosigkeit in den Nationalstaaten eingeht, muß ich auf die riesigen anonymen und staatenlosenVermögen in der Welt hinweisen.

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Klaus-Peter Last

Am Anfang steht Nachdenklichkeit

In der Tat ein bemerkenswerter Artikel vom sonst eher pseudolinken Feuilleton der FAZ. Die Fortschrittsagenda von Finanzoligarchie, CDU, FDP, SPD, Grünlingen wird mit ihren Resultaten konfrontiert. Deshalb war es mir eine Freude, den Artikel bei Facebook sofort zu verlinken.

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Hans Meier

Im letzten Jahrhundert gab es mal Gewerkschaften

Im letzten Jahrhundert gab es mal mächtige Gewerkschaften, und die waren tatsächlich zu irgendwas gut. Auch wenn das jahrzehntelang keiner mehr wahrhaben wollte.
Guten Morgen.

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Jürgen Schossig

Warum?

Warum so pessimistisch, Herr Minkmar?
Na, wenigstens die beiden letzten Sätze lassen hoffen!
Jürgen Schossig

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Dieter Willen

Immer neue Regeln, weniger Konfliktfähigkeit

Das Ausbrennen der Mittelschicht hängt noch mit anderen Dingen zusammen. Fehlverhalten kann heute nur noch selten durch passende Sanktionen verändert werden. Wenn in einer Klinik ein Sauberkeitsproblem besteht, dann wird nicht genau geschaut, wo dieses Problem genau lokalisiert werden kann, sondern es wird über alle Mitarbeiter ein neuer Regel- und Verhaltenskatalog ausgeschüttet, an den sich alle zu halten haben, auch die, die bisher schon das meiste richtig gemacht haben. Mitarbeiter, die sich bisher auch noch nicht an die Regeln gehalten haben, werden auch weiterhin mogeln. Vielleicht werden sie in Zukunft früher erwischt, aber zum Preis, daß die Korrekten unnötige Arbeit haben.
Im privaten Leben ist es auch schwieriger geworden. Wie kann man sich privat gegen Regelverstöße durchsetzen? Weggeworfenen Müll, Ruhestörungen, Rücksichtslosigkeiten? Darunter leiden die, die bereit sich, an Regeln zu halten. Das zehrt an den Kräften, und mindert die Bereitschaft, Regeln einzuhalten.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.12.2012 23:11 Uhr
Dieter Willen

Hat mit Globalisierung nichts zu tun

Was ich anspreche, hat mit der Globalisierung nichts zu tun. Wie wir hier mit Problemen umgehen ist unsere Sache. Und bei dem, was ich anspreche, geht es nicht um Sachzwänge, sondern um das, was wir wollen. Wenn wir nicht bereit sind, gewisse Anstrengungen auf uns zu nehmen und unbequeme Wege zu gehen, dann wird uns diese Bequemlichkeit bald auf die Füße fallen und mehr Unannehmlichkeiten mit sich bringen als die, die wir vermeiden wollten. Ein gutes Beispiel für so ein kurzfristiges Denken ist Kindererziehung, bei dem man auch manchmal Ärger und Streit in Kauf nehmen muß, um langfristig das zu erreichen, was man für richtig hält.

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Klaus-Peter Last

Nebenwirkungen

Auch diese unangenehmen Nebenwirkungen der Globalisierung sollen wir doch akzeptieren. "Weniger Deutschland" erfordert halt Opfer.

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Guido Wirtz

Gerechte Lastenverteilung

Treffend analysiert, i.b. die Frage der Lastenverteilung der Bankenkrise. Und eine Lösung für die gerechte Lastenverteilung wird gleich mitgeliefert: Das Isländische Modell. Das Zauberwort der "Systemrelevanz" verhindert ein Schicksal von Banken, das jeden anderen trifft, wenn er schlecht wirtschaftet oder sich verkalkuiert.
Treffen würde jede Bankenpleite - wie im Artikel gefordert - die Vermögenden, denen die Banken gehören. Ja, darunter sind auch kleine Leute, die sich nicht klar waren, dass sie bereits mit dem Kauf eines Aktienfonds zu klassischen Kapitalisten werden, die gefälligst ihr unternehmerisches Risiko selbst zu tragen haben, wenn sie auch von den Chancen zu profitieren gedenken, die sie sich erhoffen.
Denn ob großes oder kleines Vermögen: Es kann nicht sein, dass zu deren Rettung auch Gelder jener herangezogen werden - nämlich das der Steuerzahler - bei denen niemand danach fragt, ob sie nach Abzug ihrer Steuern noch Geld zur Vermögensbildung übrig haben.

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Closed via SSO

Die Deutschen haben sich ihren Erfolg nach dem Krieg hart erarbeitet und waren trotzdem

nicht ausgebrannt. Leider hatten sie dann die falschen Volksvertreter gewählt. Diese förderten den Ausverkauf Deutschlands und Abschaffung der Deutschen. Doch immer noch glauben viele den Lügen der Volksvertreter und ihrer Medien: "Es geht nicht anders, es gibt zur Abschaffung Deutschlands keine Alternative!". Viele gehen nicht mehr zur Wahl und zappen sich ausgebrannt durch die Programme.

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Karl Abonzius
Karl Abonzius (alibori) - 24.12.2012 13:16 Uhr

Die große Müdigkeit

Der Besitzende soll zahlen,als ob das nicht bereits so wäre..z.B.Immobilienbesitz: Durchschnittsrendite um 1%,wenn es nicht eine niegelnagelneue Immobilie ist..50 -60 % der Kosten für Handwerker,Reparaturen und öffentliche Gebühren ,die nicht alle auf die Mieter abwälzbar sind.Die Mehrwertsteuer im Gegensatz zum gewerblichen Unternehmer nicht absetzbar;mieterschutzrechtliche Sonderkosten en masse..Dann die 10 % einkommensmäßig am meisten verdienden Steuerzahler bringen 60 bis 70 % der Steuereinahmen.. ist das nichts?Ich wundere mich schon über die FAZ ,die jetz auch auf die Reichenjagd geht.

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24.12.2012, 09:43 Uhr

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