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Ein Jahr in Listen Das nächste wird besser!

Die Liste, das ahnte schon Konfuzius, ist eine Form der Literatur. Auf die Liste gebracht, sind selbst jene Dinge ein Vergnügen, über welche wir uns geärgert haben. Wir scheiden also heiter aus dem Jahr 2012, weil ...

© F.A.S. - Kat Menschik Vergrößern

weil wir Antidepressiva genommen haben;

weil wir vom 1. Januar an keine Praxisgebühr mehr bezahlen müssen, um noch mehr Antidepressiva zu bekommen;

weil es nun endlich, endlich Sinn ergibt, dass Florian Illies jüngst ein Buch über das Jahr 1913 veröffentlicht hat;

weil wir als Anhänger der britischen Monarchie 2013 einem ganz besonders freudigen Ereignis entgegensehen: die Queen wird 87;

weil es sich bald eventuell ausgegangnamt haben wird;

weil die Welt nicht untergegangen ist;

weil Mitt Romney als Rentner in La Jolla eine sagenhaft gute Figur macht;

weil Papst Benedikt XVI. und Bret Easton Ellis via Twitter auch weiterhin für ordentlich gute Laune sorgen werden;

weil wir die Tränen, die wir nach Michael Hanekes „Amour“ zum Trocknen aufgehängt haben, endlich wieder von der Leine nehmen können;

weil auch die Taschentücher, die wir in „Amour“ dabeihatten, getrocknet und gebügelt sind;

weil „50 Shades of Grey“ angeblich das Verruchteste war, was dieses Jahr zu bieten hatte;

weil Lana Del Rey doch wohl nie wieder für eine H&M-Kampagne modeln wird;

weil die Hoffnung zuletzt stirbt;

weil Philip Roth Ruhe gibt und wir endlich Zeit haben, seine ganzen alten Romane zu lesen;

weil es Zeit für neue gute Vorsätze ist;

weil im Stuttgarter Schlossgarten nie mehr Laubstaubsauger dröhnen werden, da es ja wegen S21 dort fast keine Bäume mehr gibt;

weil die „Costa Concordia“ vor der italienischen Küste so ein pittoreskes Ausflugsziel ist (und man weiß ja - von München aus nur ein Katzenschritt);

weil die griechischen Inseln noch nicht wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis sind;

weil Per Johansson wohl seinen ersten und letzten Schwedenkrimi geschrieben hat;

weil wir ganz froh sind, dass manche Urheber neuerdings lieber Aufrufe unterzeichnen, statt Bücher zu schreiben;

weil auf der letzten Buchmesse schon wieder keine ordentlichen Prügeleien zwischen Kritikern und Schriftstellern stattfanden, obwohl es Anlass genug dafür gegeben hätte;

weil Barack Obama nur die erste Zeile von „Let’s Stay Together“ gesungen hat, fürs ganze Lied bleiben ihm jetzt noch vier Jahre;

weil Lance Armstrong endlich bekommen hat, was er verdient: allein die millionenfach verkauften gelben Armbändchen von Nike brachten ihm mehr als achtzig Millionen Dollar ein;

weil Oscar Niemeyer mit 105 einfach gestorben ist, statt noch weitere fünfzig Jahre weiter Kette zu rauchen und zu beweisen, dass es den Tod auf seinen Betonkurven immer wieder auf die Nase haut;

weil das Amt nicht länger in Gefahr ist;

weil endlich bewiesen ist, dass es Gott gibt - oder zumindest ein Teilchen von ihm;

weil wir dringend die neue Staffel von „Homeland“ brauchen! Und die von „Game of Thrones“;

weil wir an Saul Berenson glauben;

weil Frühling schon so lange her ist;

weil TXL noch eine große Zukunft hat;

weil Halle Berry und Tom Hanks wieder in Freiheit sind;

weil Joachim Gauck gar nicht nervt, und gewaschen hat er sich inzwischen ja auch;

weil die deutsche Fußballnationalmannschaft 2013 weder bei einer EM noch einer WM vor dem Finale rausfliegen kann - so gerne sie das vielleicht würde;

weil Kristina Schröder ein Buch geschrieben hat und deshalb erst mal kein neues zu befürchten ist;

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