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Ein Anlass für Fanpost Jodie

 ·  Jodie Foster ist unter sehr genauer Beobachtung eine große Schauspielerin geworden. Mit dem öffentlichen Einsatz für Kristen Stewarts Privatsphäre zeigt sie ihr wahres Gesicht.

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Jodie Foster hat auf Thedailybeast.com einen Artikel veröffentlicht, in dem sie eine Kollegin in Schutz nimmt: Kristen Stewart, deren Beziehungskisten gerade öffentlich durchwühlt werden. In Zeiten der digitalisierten Öffentlichkeit sei es noch mal härter, eine junge Schauspielerin zu sein als zu ihrer Zeit, und sie würde es sich heute nicht mehr antun. Dann hätte es nie Sarah Tobias in „Angeklagt“ gegeben und keine Clarice Starling im „Schweigen der Lämmer“, beides Arbeiten, für die Jodie den Oscar gewonnen hat. Da muss man als Jodie-Fan schon schlucken, auch wenn man kaum eine Ahnung hat, was mit Miss Stewart los ist.

Als Jodie-Fan weiß man aber, dass Jodie es schwer hatte. Und sie schildert diese miese alte Zeit auch nicht gerade als fantaberauschte Abwärtsfahrt auf dem Bonanzarad: „Ich musste lernen, mich unter fauliger Luft wegzuducken und durch einen Strohhalm zu atmen!“ Oder: „Die primitiven Werkzeuge, mit denen ich mein Überleben sicherte, habe ich mir selbst gebaut, wie so ein radioaktiver Mutant.“ Es klingt brutal, und es waren auch brutale Zeiten in Hollywood. Kinder- und Jugendstars der siebziger und der achtziger Jahre waren weit weniger geschützt als ihre Kollegen heute.

Vom kleinen Alexander zur großen Jodie

Es gab beispielsweise keine Anti-Stalker-Gesetze. So einer hatte auch Jodie Foster nachgestellt, bis ins Studentenwohnheim. Als sie ihn abwies, schoss er auf Präsident Reagan, um seine Liebe zu ihr in den Abendnachrichten verkündet zu sehen. Das trug Foster die lebenslange Spezialüberwachung durch das FBI ein. Jahrelang genügte schon der Versuch, ihre geheime Telefonnummer in Erfahrung zu bringen, um Besuch von Agenten zu bekommen. Und dass sie ihr Privatleben so effektiv abgeschirmt hat, eröffnete ihrem Nichtsnutz von Bruder die Möglichkeit, mit einem Buch über die gemeinsame frühe Kindheit einen müden Dollar zu verdienen. Darüber wissen wir seitdem auch Bescheid und noch viel mehr.

Bei ihrem ersten Werbeauftritt für Sonnenmilch war sie drei Jahre alt, zeigte dem Team ihre Bizeps und erklärte, sie heiße Alexander. Aus dem kleinen Alexander wurde Jodie die Große, die aus den schlimmsten Filmen unbeschadet hervorgeht und es selbstverständlich auch mit Facebook, Twitter und Rupert Murdoch aufgenommen hätte. Gerade indem sie den Nachwuchs wegen lahmer Paparazzibilder in Schutz nimmt, wird noch mal deutlich, aus welchem Holz sie geschnitzt ist. Hach.

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Jahrgang 1966, verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton.

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