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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

DVD-Edition Ein deutsches Jahrhundert

03.02.2005 ·  Hundert Jahre deutscher Geschichte dokumentiert eine DVD-Edition in zwölf Teilen, die gemeinsam von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und von „Spiegel TV“ erstellt wird. Die Reihe ist seit Anfang März erhältlich.

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Anläßlich des bevorstehenden 60. Jahrestages des Kriegsendes geben die Frankfurter Allgemeine Zeitung und „Spiegel TV“ gemeinsam eine zwölfteilige DVD-Dokumentationsreihe zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert heraus.

Jede DVD beinhaltet neben einem hundertminütigen Hauptfilm ein Interview, das Stefan Aust, Chefredakteur des „Spiegel“, und der Mitherausgeber dieser Zeitung, Frank Schirrmacher, mit einem prominenten Zeitzeugen oder Historiker geführt haben. Zu den Gesprächspartnern zählen unter anderen Altbundespräsident Richard von Weizsäcker, der Historiker Sir Ian Kershaw, der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt, Oppositionsführerin Angela Merkel und der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki sowie der renommierte Historiker Joachim Fest.

Bislang unentdeckte Bilder und Filme

In Hinblick auf das Kriegsende wird die Reihe am 5. März 2005 mit dem „Untergang des Dritten Reichs“ beginnen. In der dokumentarischen Arbeit des Regisseurs und Historikers Michael Kloft spiegeln sich zehn Jahre intensive Auseinandersetzung, Forschung und Materialsammlung. Er hat bislang unentdeckte Bilder und Filme von Amateuren gefunden, die in ihrer rücksichtslosen Selbstentlarvung besonders grausam sind.

Eine dieser Szenen spielt im Dezember des Jahres 1944 in den Ardennen. Es ist die Zeit der letzten deutschen Offensive, jenes verzweifelten Versuchs der Nationalsozialisten, die Niederlage noch abzuwenden. Man begleitet einen gutgelaunten Rüstungsminister Albert Speer, dessen Mimik und Gestik nur so von Optimismus durchtränkt zu sein scheinen, die Front entlang, vorbei an zerschossenem Kriegsgerät. Es sind Bilder wie aus einem absurden Theater. Ebenso erschütternd ist auch jenes Durchhalte-Interview mit einem Soldaten, aufgenommen an der Oderfront im März 1945. Es gehe ihnen allen gut, sehr gut sogar und es sei hier bestens, sagt der Soldat. Das Interview für die Wochenschau wurde nie gesendet.

Neue Details in den Interviews

So wie das Filmmaterial teilweise unveröffentlichte Passagen zeigt, förderten auch die Interviews Details zutage, die so bisher nicht bekannt gewesen seien, sagt Frank Schirrmacher. Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker beispielsweise erzählt, daß er sich nicht an irgendeinen Tag erinnere, an dem er geglaubt hätte, „daß dieser Krieg gewonnen werden kann“.

Die Reihe wird im Direktvertrieb von „Spiegel TV“ und von dieser Zeitung herausgegeben, sie ist vom 5. März an erhältlich und wird wöchentlich fortgesetzt. Die Folgen eins bis sechs widmen sich dem Aufstieg und Niedergang des nationalsozialistischen Deutschlands, dem Krieg und der NS-Vernichtungspolitik. Dabei verfolgt der Regisseur Michael Kloft „Hitlers Wege zur Macht“, rekonstruiert mit seltenen historischen Filmaufnahmen den historischen „Führerstaat“ und schildert in „Hitlers Volk“ die Faszination, mit der die Mehrheit der Deutschen auf den Diktator reagierte. „Hitlers Krieg“ beschreibt die politischen Strategien und den Kriegsalltag der Jahre 1939 bis 1945. Die NS-Vernichtungspolitik thematisiert der fünfte Teil der Reihe, „Holocaust“.

Herzog und Merkel im Gespräch

Die Folgen sieben bis zwölf erzählen die deutsche Geschichte nach dem Krieg, die vor allem von der Teilung Deutschlands und den politischen Folgen des Kalten Krieges gekennzeichnet war. Die Regisseure Jens Nicolai und Katrin Klocke schildern den „Aufbruch aus Ruinen“, „Die Teilung“ Deutschlands und den Bau der Mauer. Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog erlebte das Kriegsende in Landshut und schildert im Gespräch seine Erinnerungen daran. Angela Merkel erzählt, wie die Menschen in ihrer ostdeutschen Heimat für den Fall der Mauer kämpften.

Die Teile neun, zehn und elf befassen sich mit dem „Kalten Krieg“ und der „Wiedervereinigung“, die erst durch das „Ende des sowjetischen Imperiums“ möglich wurde. Der letzte Teil der Reihe ist Deutschlands Weg ins 21. Jahrhundert gewidmet.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4. Februar 2005
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