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Drohnen über Brandenburg : Vom Himmel hoch

Da hab ich dich: Ein Adler fängt eine Drohne. So etwas soll es bald auch in Brandenburg geben. Bild: Reuters

Luftschlacht über Brandenburg: Ist es ein UFO? Ist es ein Flugzeug? Nein – eine Drohne. Doch was hält man den kompakten Technikwundern entgegen?

          Für die einen ist Opposition bekanntlich „Mist“, die anderen machen etwas daraus, indem sie den Regierenden auf die Finger schauen. Was etwa, fragt die Brandenburger CDU, die seit Menschengedenken in der Opposition ist, tut die Landesregierung eigentlich gegen Drohnen? Gegen Flugobjekte also, die „ungewollt abstürzen“ können, „die Privatsphäre stören“ oder, mit Sprengstoff bestückt, „bei Terroranschlägen gezielt als Angriffswaffe eingesetzt“ werden. Besonders „Großveranstaltungen oder Staatsbesuche“ machen der CDU Sorgen. Doch ihr Fraktionsvorsitzender Ingo Senftleben weiß Rat: Er möchte Adler in den Brandenburgischen Himmel schicken, um die Drohnen abzufangen und am Boden abzulegen.

          Im Interesse der Tiere möchte man hoffen, dass der Sprengstoff bei dieser Aktion nicht in ihren Krallen detoniert, und im Interesse der umstehenden Menschen, dass die Tiere genau wissen, wo sie den Fang abzulegen haben. Senftleben aber, der weiß, dass Meckern allein wenig, konstruktives Vorpreschen aber einigen Zuspruch einbringen kann, verweist auf die guten Erfahrungen, die in den Niederlanden und in Frankreich mit Adlern gemacht worden seien. Auch in Mittelerde, möchte man ergänzen, wo die stolzen Adler gern Hobbits und Zauberer im allerletzten Moment von brennenden Bäumen pflücken und vor den aufgesperrten Rachen der Riesenwölfe schützen. Nur dressieren lassen sich Tolkiens Adler nicht, und was das für die Drohnenabwehr bedeutet, kann man sich ausmalen. Der „spezielle Schutzschuh“ jedenfalls, den die Niederländer für ihre Adler entwickelt haben, ist unter Aspekten des Tierschutzes zu begrüßen und macht die Sache sicher effektiver.

          Doch spätestens wenn der Jagdinstinkt der Adler erst einmal geweckt ist und sie alles vom Himmel holen, was surrt und brummt, vom Amazon-Boten bis zur Filmkamera über Babelsberg, wird auch Brandenburgs Opposition die Sache noch einmal überdenken. Wer jedenfalls auf Youtube die zielstrebigen Tiere betrachtet, wie sie auch durch komplizierte Flugmanöver ihrer mechanischen Beute nicht aufzuhalten sind, ist offen für Alternativen zur dressurgestützten Drohnenabwehr. Die gibt es natürlich auch, man findet sie ebenfalls im Internet. Etwa in einem Video, das – offenbar mittels einer Drohne aufgenommen – eine Art Mittelaltermarkt aus der Luft zeigt. Alles ist friedlich, bis plötzlich zwischen den weißen Zeltdächern etwas aufsteigt, das auf die Kamera zufliegt und das man erst spät als Speer erkennt. Dann werden die Bilder schlagartig wirr, und der Boden nähert sich. Knapp neunhunderttausendmal wurde das Video angesehen. Offenbar gibt es da einen Bedarf.

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