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Dortmunder Street-View-Partisanen Weg mit Schalke!

19.08.2010 ·  Die Fans von Borussia Dortmund sind auf eine geniale Idee gekommen. Sie machen uns vor, wie man Google Street View lahmlegt - und dabei zugleich auch noch das Stadion des Erzgegners, die Arena auf Schalke, aus dem Verkehr zieht.

Von Michael Hanfeld
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Die Fans von Borussia Dortmund, die im Internet die Seite „schwatzgelb.de“ betreiben, sind auf eine geniale Idee gekommen. Sie machen uns vor, wie man Google Street View lahmlegt. Dafür braucht es kein Gesetz, Wehklagen über den Zugriff der Datenkrake ist fehl am Platz. Man muss nur abmelden. Nicht nur das eigene, kleine Häuschen, sondern den Prunkbau des Nachbarn gleich mit. Oder kommunale Bausünden. Was fiele uns da nicht ein? Der Stuttgarter Bahnhof, das Technische Rathaus (wird zum Glück abgerissen) und das monströse Kaufhaus „MyZeil“ in Frankfurt, der Alexanderplatz in Berlin, die Innenstadt im westfälischen Marl (wo die Fernsehpreise vergeben werden). Eine Kollegin schlägt Castrop-Rauxel und sämtliche H&M-Läden der Republik vor, wir nehmen McDonald’s auch mit. Die Liste wird länger. Das Gebot der Stunde lautet also: abmelden, massenhaft!

Was die Fans der Borussia abgemeldet haben, lässt sich leicht erraten: die Arena auf Schalke. Zur näheren Beschreibung des Gebäudes geben sie bei Google an: „Schiebedach“, als Begründung der Löschung: „hässlich“. Nach dem Kriterium haben wir auch unsere vorläufige Liste zusammengestellt. Doch geht das – nicht sich selbst, sondern den sportlichen Klassenfeind oder ungeliebten Nachbarn abmelden? Kann sich der wehren? Erführe er von der Hinausstellung aus dem Straßenbilderkosmos?

Missbrauch? Welcher Missbrauch?

Die Antwort von Google ist zunächst kryptisch: Es gebe Fälle, in denen der Eigentümer eines Gebäudes nicht dort wohne. Um auch diesen Personen die Möglichkeit zu geben, sich abzumelden, stelle man die Post auch an eine andere Adresse zu, schreibt Google. Auf Nachfrage folgt die Ernüchterung: öffentliche Gebäude lassen sich nicht abmelden. Ob es bei einem Fußballstadion darauf ankommt, ob es dem Verein oder der Stadt gehört?

Die Arena gehört mehrheitlich Schalke 04. Man finde schon heraus, was eine private Anschrift sei und was nicht, sagt Google: „In jedem Fall erfolgt eine Verifizierung des Namens und der Adresse. Wir sind sicher, dass ein eventueller Missbrauch so auf ein Minimum begrenzt wird.“ Missbrauch? Welcher Missbrauch? Die Borussen-Fans zeigen, wie man mit Google Street View umgeht. Da lässt sich ein schöner Datensalat anrühren. Die Retourkutsche der Schalker dürfte indes schon auf dem Weg sein. Per E-Mail an Google.

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Jahrgang 1965, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Medien“.

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