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Kino : Omar Sharif mit 83 Jahren gestorben

  • Aktualisiert am

Omar Sharif, 1932 bis 2015 Bild: Picture-Alliance

Mit dem Film „Doktor Schiwago“ wurde er weltberühmt. Unvergessen bleibt er auch mit David Leans „Lawrence von Arabien“. Jetzt ist Omar Sharif mit 83 Jahren in Kairo gestorben.

          Ein Bild von einem Mann - gut aussehend, exotisch und verführerisch. So hat Omar Sharif als „Doktor Schiwago“ für Aufsehen gesorgt. Das war 1965, vor fünf Jahrzehnten. Die Rolle sollte seine größte bleiben. Im Mai war bekanntgeworden, dass der Schauspieler an Alzheimer erkrankt war. Er „ruhe sich in Ägypten aus“, hatte sein Londoner Agent Steve Kenis damals gesagt.

          Mit Schnauzbart und schwarz glühenden Augen hat Sharif vom britischen Gentleman bis zum indischen Maharadscha nahezu alle Rollen gespielt, die entweder eine bizarre, melancholische oder etwas verruchte Persönlichkeit auf die Leinwand bringen sollten.

          Aufgrund seines nicht unbedingt arabischen Aussehens – er kam aus einer melkitischen Familie aus dem Libanon –, konnte er in „Schiwago“ einen Russen spielen, in „Funny Girl“ einen New Yorker Juden, in „Die Nacht der Generale“ von Anatole Litvak (1966) einen deutschen Major.

          Internationaler Durchbruch nach mehr als 20 Filmen

          Von einigen Ausnahmen abgesehen war es bereits seit den siebziger Jahren stiller geworden um ihn. Als zu Affären neigender Schauspieler von Weltrang mit Hang zu einem aufwendigen Leben und den Spieltischen war Sharif auf seinem Zenit in den Schlagzeilen und gleichzeitig ein Publikumsliebling.

          Mit Barbra Streisand in „Funny Girl“ (1968). Bilderstrecke

          Am 10. April 1932 als Sohn eines reichen Holzhändlers unter dem Namen Maechel Shaloub in Alexandria auf die Welt gekommen, wuchs er in Kairo auf und zeigte schon als Kind Interesse für das Kino und die darstellende Kunst. Der Junge aus betuchtem Haus gründete eine Schauspielgruppe und feierte sein Filmdebüt 1953 in dem ägyptischen Film „The Blazing Sun“. Die prominente Hauptdarstellerin Faten Hamama sollte er nur zwei Jahre später heiraten.

          Der internationale Durchbruch kam nach mehr als 20 Filmen in Ägypten mit seiner Nebenrolle als Scheich in David Leans „Lawrence von Arabien“ (1962). Sie brachte Sharif eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller und Vollbeschäftigung im Filmgeschäft. Im Jahr 1966, etwa zeitgleich mit der hochgelobten Pasternak-Verfilmung „Doktor Schiwago“, ging die Ehe in die Brüche. Der gemeinsame Sohn Tarek spielt in dem Film den Vater im Kindesalter.

          „Ich lebe aus dem Koffer“

          „Die Nacht der Generäle“ (1967) und „Funny Girl“ (1968) – mit der Jüdin Barbra Streisand an der Seite des zum Islam übergetretenen Sharif – sollten folgen. Doch in den siebziger Jahren begann der Stern des Schauspielers zu sinken, von einem bestimmten Zeitpunkt an war Sharif nicht immer ausgesprochen wählerisch in seiner Rollenwahl.

          Seine Spielleidenschaft machte Sharif im Jahr 1973 zum Weltmeister im Bridge. Er rief sein eigenes Bridge-Team ins Leben, das überaus erfolgreich war. Die Spielerei soll ihn aber auch bis an den Rand des Ruins gebracht haben. Allein bis ins Jahr 1982 verlor er mindestens zehn Millionen Dollar beim Roulette, so hieß es. „Ich habe in den vergangenen 25 Jahren viel Müll gemacht, weil ich die ganze Zeit Schulden hatte“, sagte er im Jahr 2004 mit Blick auf seine Filmrollen.

          Zu den Allüren des einstigen Hollywoodstars passt die zweijährige Bewährungsstrafe, die Sharif 2007 in Los Angeles nach einem handgreiflichen Streit auferlegt wurde.

          Im Jahr 2003 kam der Film „Herr Ibrahim und die Blumen des Koran“. Sharif lief noch einmal zu schauspielerischer Hochform auf. In Venedig bekam er zur Vorstellung des Films einen „Goldenen Löwen“ für sein Gesamtwerk verliehen.

          Seit der Scheidung war er ein Vagabund mit Wohnsitzen in den Vereinigten Staaten, England, Ägypten und Frankreich. Er lebe in Hotels, hatte er vor ein paar Jahren einmal der „Frankfurter Rundschau“ gesagt: „Ich lebe aus dem Koffer. Und ich brauche nicht viel. Ich hänge mein Herz nicht an Dinge.“ Wohl fühlte er sich aber vor allem in Kairo. Dort sei er, wie er sagte, „unter Freunden“. In dieser Stadt ist Omar Sharif am Freitag an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.

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