15.09.2002 · 650.000 Besucher verzeichnete das „Museum für 100 Tage“ - etwas mehr als beim letztem Mal.
Die documenta in Kassel hat mit rund 650.000 Gästen einen neuen Besucherrekord erzielt. Davon kamen mehr als 28 Prozent aus dem Ausland. Das teilten die Organisatoren der elften Weltkunstschau wenige Stunden vor dem Ende der 100 Tage dauernden Ausstellung mit.
Auf der letzten documenta vor fünf Jahren waren 631.000 Besucher gezählt worden. Die documenta 11 richtete ihren Blick erstmals über den Westen hinaus verstärkt auf die Kunst anderer Erdteile. Thema waren unter anderem die Folgen des Kolonianismus in den Entwicklungsländern.
Ein Ziel der documenta 11 sei es gewesen, gegen einen einseitigen Blick auf die Geschichte vorzugehen, sagte der aus Nigeria stammende documenta-Chef Okwui Enwezor. Einem Teil der Kunstkritiker warf Enwezor vor, von einer einheitlichen Geschichtsschreibung auszugehen, bei der bestimmte Teile der Vergangenheit ausgeblendet würden. 70 Prozent der Welt bestünden aus Menschen, die in der öffentlichen Wahrnehmung nicht existierten.
Die Besucher bewerteten die Ausstellung einer Umfrage zufolge positiv. Über zwei Drittel der Befragten gaben der documenta 11 die Note „gut“ oder „sehr gut“.