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Opfer des Anschlags : Mord an den Respektlosen

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Charlie Hebdo Jean Cabut Bild: AFP

Charb, Wolinski, Cabu und Tignous, die beim Anschlag von Paris getötet wurden, zählten zu den besten Karikaturisten Frankreichs. Das Wirken der vier Zeichner im Überblick.

          „Ich würde sie ja gern einstellen, aber ich habe was gegen die Farbe ihrer... - äh - ... Krawatte“, sagt ein Personalchef zu einem schwarzen Bewerber, der traurig blickt. Stéphane Charbonnier alias Charb, Jahrgang 1967 und Verlagsleiter des „Charlie Hebdo“, hat sich mit respektlosen Kampagnen für die Chancengleichheit von Zuwanderern eingesetzt. In Frankreich recht bekannt ist seine Comicserie „Maurice et Patapon“. Maurice ist ein bisexueller anarchistischer Hund, der Exkremente liebt und lüstern ist. Patapon ist eine asexuelle Katze mit faschistischen Ansichten, die Tod und Leiden schätzt, aber nur bei anderen. Charbs Kolumne in „Charlie Hebdo“ hatte den Titel „Charb n’aime pas les gens“ („Charb mag die Menschen nicht“).

          Georges Wolinski, 1934 im nordafrikanischen Tunis geboren, zeichnete seit mehr als 50 Jahren. Neben der „Charlie Hebdo“ gehörten auch die sozialistische Parteizeitung „L’Humanité“ und die inzwischen eingestellte Tageszeitung „France Soir“ zu seinen Auftraggebern. Sein bekanntestes Werk ist die Serie „Paulette“, die er in den frühen 70er Jahren als Autor mit dem Zeichner Georges Pichard entwickelte. Die Titelheldin ist eine junge Milliardenerbin, die Vergewaltigern und Folterknechten in die Hände fällt. In vielen Karikaturen Wolinskis spielt der Kampf der Geschlechter eine große Rolle. In einer zeigt eine Frau in durchsichtiger Unterwäsche stolz das Wort „Freiheit“, das als Handschelle ihre Hände zusammenkettet.

          Jean Cabut, Jahrgang 1938, war ein Grandseigneur der Comicszene. In der Kultzeitschrift „Pilote“ begann seine Serie „Le Grand Duduche“ bereits 1963. Sein junges Alter Ego mit Seitenscheitel, Nickelbrille, Jeans und Basketballschuhen machte Cabu bekannt. Die Comicfigur geht mit der Zeit, wird schließlich Anhänger der Umweltbewegung und macht unangenehme Erfahrungen mit Polizeigewalt. Cabu - inzwischen bei „Charlie Hebdo“ und „Le Canard Enchaîné“ Zeichner - ähnelte seinem jüngeren Helden auch noch optisch sehr stark, als er auf die 80 zu ging. Eine seiner Karikaturen war überschrieben mit: „Es gibt keinen Gott!“ Darunter stehen der Papst, ein Mullah und ein Mann mit dem typischen Hut jüdischer Orthodoxer, alle drei schwer bewaffnet. Der Mann mit dem Turban droht: „Doch!“

          Bernard Verlhac, Künstlername Tignous, wurde 1957 geboren. Auch er setzte auf eine drastische Bildsprache. Bei einer Karikatur steht ein dicker Europäer mit saurer Miene am Stacheldraht der EU-Außengrenze. Hinter der Absperrung wartet eine große Menge schwarzer Menschen. „Kaum lässt man Amadou und Mariam (bekannte Weltmusiker aus Westafrika) herein, ist das hier ein Saustall!“

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