07.09.2007 · In typischer Mischform aus Spielszenen, Dokumentarbildern, Textfetzen, Ausschnitten aus Filmklassikern und Opernpassagen handelt „Die Macht der Gefühle“ vom Verhältnis von Gefühl und Verstand.
Die Oper ist für Kluge jene Kunst, die dem Kino am nächsten steht, ihm vorausgeht und nicht weniger empfindsam ist. „Die Macht der Gefühle“ handelt in seiner typischen Mischform aus Spielszenen, Dokumentarbildern, Textfetzen, Ausschnitten aus Filmklassikern - besonders aus Griffiths „Intolerance“ - und natürlich Opernpassagen (Wagner, Verdi, Puccini, Meyerbeer) von beider Verhältnis, vor allem vom Verhältnis von Gefühl und Verstand.
Der zentrale Unterschied zwischen Oper und Kino, so argumentiert auch dieser Film, liege in ihrer unterschiedlichen Gefühlsarchitektur: Während im Kino traurige Gefühle immer ihren glücklichen Ausgang finden, nimmt in der Oper das Glück einen traurigen Weg. Sieht man den Film heute, erscheint er zugänglicher als andere Spielfilme von Kluge. Man sieht neben einer wieder wunderbaren Hannelore Hoger und Alexandra Kluge auch viele damals neue Darsteller wie Klaus Wennemann, Suzanne von Borsody und Barbara Auer. Am Ende nimmt man deren Gesichter mit und zumindest eine Erfahrung: Gefühle sind nicht nur bei Kluge nicht zu verwechseln mit Sentimentalität.