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Krimibestenliste im Januar : Apokalypse aus der Pipette

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Im Januar schafft es Oliver Bottini an die Spitze, dazu gibt es Kriminelles aus der Zukunft und der Vergangenheit.

          1.

          Oliver Bottini - Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens
          Platzierung im Vormonat: 3

          Rumänien, Mecklenburg. Globale Agrarkonzerne greifen nach Land. In „Prenzlin“ und in Westrumänien. Beschiss, Bestechung, Mord allerorten. Im Strudel: zersprengte Familien, schuldig gewordene Polizisten, Männer mit Traumata. Europa heute: kein stiller Winkel ohne Tote. Episch und stark.
          Dumont, 414 Seiten, 22 Euro.

          2.

          Jan Costin Wagner - Sakari lernt, durch Wände zu gehen
          Platzierung im Vormonat: 1

          Turku. Kimmo Joentaa ist ein „Polizist, der keine Polizistenfragen stellt“. In ihm kondensierte Trauer, um ihn Verirrte, untröstliche Opfer. Sakari ist nackt mit einem Messer. Er glaubt, er sei ein Engel, und wird von Polizist Petri erschossen. Ein Haus brennt, Kinder sterben. Nichts wird besser, aber anders.
          Galiani. 236 Seiten, 20 Euro.

          3.

          John le Carré - Das Vermächtnis der Spione
          Platzierung im Vormonat: 2

          Europa. Die Kinder der Agenten erheben Anklage. Hektische Vernehmungen, Vertuschungen bei MI 6. Peter Guillam gibt preis: die Vorgeschichte zum Spion, der aus der Kälte kam. Wie eine junge Frau und andere im Kalten Krieg verheizt wurden. Für höhere Zwecke? Altmeister le Carré als Dekonstrukteur. Brillant.
          Aus dem Englischen von Peter Torberg. Ullstein, 320 Seiten, 24 Euro.

          4.

          Iori Fujiwara - Der Sonnenschirm des Terroristen
          Platzierung im Vormonat: 6

          Tokio 1971, 1993. Seit zwei Jahrzehnten lebt Shimamura, ein gesuchter Terrorist, im Untergrund. Als eine Bombe im Zentralpark von Shinjuku zehn Passanten zerfetzt, darunter seine frühere Geliebte, taucht er auf. Sucht Mörder, kooperiert mit Yakuza, findet Mann mit Sonnenschirm. Fulminante Entdeckung.
          Aus dem Japanischen von Katja Busson. Cass, 352 Seiten, 19,95 Euro.

          5.

          Tom Franklin - Smonk
          Platzierung im Vormonat: 5

          Old Texas, Alabama 1911. E.O. Smonk: Beischläfer, Killer, Zwerg und multimorbid, stellt sich der Anklage. Nietet alle männlichen Zuschauer um. Old Texas wird Stadt der Witwen. Evavangeline, 15, Hure, mordet mit und ohne Tequila. Rough South bizarr: Religion und Tollwut werden eins.
          Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl. Pulp Master, 310 Seiten, 14,80 Euro.

          6.

          Daniel Suarez: Bios
          Platzierung im Vormonat: /

          Singapur, Myanmar, Thailand 2045. Biosynthese und Gendesign triumphieren, Genom ist Handelsware. Ken Durand jagt organisierte Bio-Kriminelle, bis er selbst in den skrupellosesten transferiert wird. Apokalypse aus der Pipette: Ken muss den fassen, den er darstellt, bevor Interpol ihn erwischt.
          Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von-der-Tann. Rororo, 542 Seiten, 12,99 Euro.

          7.

          Volker Heise: Außer Kontrolle
          Platzierung im Vormonat: /

          Berlin. Die Stadt als Wille, Vorstellung und Kollaps. Alles muss gut werden mit dem Jungen und dem Mädchen. Alle kollabieren: der Sternekoch, seine Fische, der alte und der junge Polizist, der Ehebrecher, der Notarzt. Rau instrumentiert, in Moll komponiert: Heises Spätsommernachts-Metropolen-Sound.
          Rowohlt Berlin, 240 Seiten, 20 Euro.

          8.

          Norbert Horst - Kaltes Land
          Platzierung im Vormonat: 4

          Dortmund. Ein Fingerprint auf dem Bodypack aus dem Darm eines toten Nordafrikaners führt den unnachgiebigen Kommissar Steiger in Grauzonen des Umgangs mit jugendlichen Flüchtlingen. Stichworte: Kinderprostitution, Organhandel, Drogenschmuggel. Zum Heulen realitätsnah. Horst ist Hauptkommissar.
          Goldmann, 400 Seiten, 9,99 Euro.

          9.

          Liza Cody - Krokodile und edle Ziele
          Platzierung im Vormonat: 9

          London. Lady Bag hat Knastgenossin Kerrilla zugesagt, sich um Sohn Connor zu kümmern. Das halbherzige Versprechen ist der Beginn des tragikomischen Kampfes einer obdachlosen Säuferin mit Windhund gegen Kindesmisshandlung, Tierquälerei, kleinbürgerliche Idioten und die Lieblosigkeit der Welt.
          Aus dem Englischen von Else Laudan. Ariadne im Argumentverlag, 430 Seiten, 20 Euro.

          10.

          Dave Zeltserman - Small Crimes
          Platzierung im Vormonat: 8

          „Bradley“, Vermont. Als Ex-Polizist Joe vorzeitig aus dem Knast kommt, will ihn niemand sehen, weder seine Frau noch seine Töchter oder Eltern. Nur der korrupte Sheriff, ein Gangsterboss und dessen sadistischer Sohn wollen was: Geld, Geständnisse. Joes größter Feind: fundamentale Selbsttäuschung.
          Aus dem Englischen von Angelika Müller und Michael Grimm. Pulp Master, 348 Seiten, 14,80 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Elmar Krekeler, „Die Welt“ | Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, „Deutsche Welle“, WDR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
          Einen Newsletter zur Krimibestenliste mit ergänzenden Informationen zu den neuen Titeln können Sie unter www.togohlis.de/anmeldeseite)  abonnieren.

          Quelle: F.A.S.

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