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Die Kanzlerin als Persönlichkeit Wer ist eigentlich diese Angela Merkel?

Drei neue Bücher über die Bundeskanzlerin und ein seltener Auftritt als sie selbst: Voilà, die Wahlkampf-Saison ist eröffnet.

© Michael Gottschalk/CommonLens Die Kanzlerin als Persönlichkeit: Wer ist eigentlich diese Angela Merkel?

Es ging kein Vorhang auf, als am vergangenen Donnerstag im Berliner Maxim-Gorki-Theater die Vorstellung begann. Es wurde auch nicht dunkel im Saal, als die Akteure unten im Parkett vom rechten Seitengang aus den Raum betraten und über eine kleine Treppe die Bühne erreichten, auf der vor einer Leinwand drei Stühle standen und ein kleiner Monitor zu sehen war. Sonst nichts.

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„Frauen wählen!“, hieß das Stück des Abends. In der Hauptrolle: Angela Merkel als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihr Kostüm: türkisfarbenes Leinensakko, schwarze Hose und schwarze Wildlederstiefel. In den Nebenrollen: Brigitte Huber, Chefredakteurin der Zeitschrift „Brigitte“, als „Brigitte“-Chefredakteurin sowie Meike Dinklage, Chefreporterin des Magazins, als Chefreporterin, die sich rechts und links neben die Kanzlerin setzten.

Die Kanzlerin spielt mit

Ein projiziertes Bild über ihnen zeigte Merkel mit der für sie typischen Handhaltung: die aus beiden Daumen und Zeigefingern geformte Raute, kurze Spitze mit den Daumen nach oben, lange Spitze mit den Zeigefingern nach unten. „Merkelizer“ hat das mal jemand getauft. Musik lief keine. Auch kein Walkürenritt beim Betreten des Raums, was angesichts der Merkelschen Richard-Wagner-Leidenschaft immerhin lustig gewesen wäre. Es war ganz still. Der Wahlkampf zur Bundestagswahl im September hatte begonnen.

„Brigitte live“ heißt die Gesprächsreihe, in der die Frauenzeitschrift in verschiedenen deutschen Städten Politikerinnen wie Ursula von der Leyen, Andrea Nahles, Claudia Roth oder die Bundeskanzlerin befragt. Dass diese Gespräche in Theaterräumen stattfinden, passte gerade an diesem Abend so besonders gut, weil man tatsächlich den Eindruck hatte, in einem Stück über und mit Angela Merkel zu sitzen. In einer Komödie, in der die Bundeskanzlerin gut gelaunt, schlagfertig und mit lakonischem Witz sich selbst spielte. Aber auch in einem Lehrstück über Politik und Intimität.

Eine Frage zum Männergeschmack

Wer ist Angela Merkel wirklich? Was treibt diese Frau um, die uns seit acht Jahren regiert? Die als wirtschaftspolitische Hardlinerin der Eurokrise im europäischen Ausland gehasst, mit Hitler verglichen und als Vampir karikiert wird? Wie sieht es in ihrem Inneren aus? Das waren die Fragen, auf die die „Brigitte“ endlich Antworten wollte. „Persönlich, nah und unverfälscht“ werde sie fragen, kündigte in ihrem Eingangsmonolog Brigitte Huber an, schließlich sei die Person bei Wahlentscheidungen mindestens genauso wichtig wie das Parteiprogramm.

Und wie Angela Merkel bei dem Wort „persönlich“ die Augenbrauen hob und ihr verschmitztes Merkellächeln lächelte, ihr Strahlegrinsen, in das sie ihr Pokerface mit entwaffnender Plötzlichkeit verwandeln kann, das war an diesem Abend genauso vielsagend wie die Reaktion der Bundeskanzlerin auf die zum Thema Männer sehr unvermittelt gestellte Frage: „Was macht einen Mann für Sie attraktiv?“ Da fielen ihr augenblicklich die Mundwinkel herunter, der Mund blieb kurz offen stehen, als staunte sie ungläubig darüber, dass man ihr eine solche Frage tatsächlich gestellt hatte. „Die Augen“, antwortete sie nach kurzem Zögern ganz persönlich - und blieb doch so unpersönlich wie immer.

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In den Jahren ihrer Regierungszeit hat Angela Merkel das Bild, das wir von ihr als privater Person haben, so perfekt kontrolliert wie wohl keiner der deutschen Bundeskanzler vor ihr. Nie ist sie auf die Idee gekommen, Journalisten zu sich nach Hause einzuladen oder in der Uckermark für sie etwas zu kochen.

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