24.11.2008 · Nichts für Kulturkritiker, aber genau das Richtige fürs Volk. Das ist die Formel, die das ZDF für seine Geschichtsserie „Die Deutschen“ gefunden hat. Aber ganz so schlecht geschminkt muss die Geschichte selbst im deutschen Geschichtsfernsehen nicht daherkommen.
Von Andreas KilbRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Serie ist ein derart großer Fortschritt in Sachen Geschichtsdoku, dass man über die darstellerischen Mängel großzügig hinwegsehen kann. Mir kommt das ganze auch noch etwas zu pathetisch daher, aber geschenkt. Wahrscheinlich geht ein solch umfassendes Filmvorhaben nicht ohne gewisses Pathos. Der große Gewinn an Geschichtsinformation und historischen Anregungen überstrahlt jedenfalls sämtliche stilistischen Mängel. Note 1
Ich zähle mich nicht zu dem Teil der Deuschen, die von Geschichte gar keine Ahnung haben. Dieser Teil unseres Volkes hat aber auch das ZDF wahrscheinlich gar nicht mehr einprogrammiert. Aber obwohl man vieles dessen, was in der Serie dar- und nachgestellt wird, von einem objektiven Standunkt aus als fragwürdig und am Rande der geschichtlichen Realität herabwürdigen kann, finde ich den Ansatz der Sendung sehr gut. Im Grunde ist die Geschichte, vor allem, die unsere, viel spannender als jeder Kinofilm. Leider wird sie nur selten so spannend und ansprechend erzählt. Da hat das ZDF schon recht, wenn es sagt, dass es sich nicht an Elite richten will. Im Umkehrschluss folgt die Qualität der Sendung doch viel eher dem Anspruch der Zuschauer. Schön anzusehen ist es dann aber trotzdem irgendwie, und in jedem Fall sinnvoller als was sonst so im deutschen TV läuft. Wenn man dann mal als Gegensatz die ein oder andere Ami-Doku vergleicht, in der mancher Satz 5-mal wiederholt wird, weil der Ami wegen Werbepausen und Zappen sowieso keine Sendung ganz schaut, muss man sich über das Niveau dieser Sendung wahrlich freuen. Und wenn der Rummel vorbei ist, kommt mit TerraX auch wieder ein etwas sachlicheres, aber nicht minder interessantes Programm.