28.09.2003 · Bei der Vergabe des Deutschen Fernsehpreises am Samstag abend in Köln bekam Günther Jauch den erstmals ausgelobten Publikumspreis. Jauchs Haussender RTL erhielt insgesamt die meisten Preise.
Bei der Vergabe des Deutschen Fernsehpreises am Samstagabend in Köln sind Günther Jauch und RTL als Sieger hervorgegangen. Jauch, der die Gala im Kölner Coloneum moderierte, wurde mit dem erstmals ausgelobten Publikumspreis belohnt. Der Kölner Privatsender RTL schnitt bei der Verleihung in 26 Kategorien mit neun Preisen am besten ab. Die ARD bekam sechs, SAT.1 und das ZDF jeweils drei, ProSieben zwei Preise und der Norddeutsche Rundfunk (NDR), der Westdeutsche Rundfunk (WDR), der Südwestrundfunk (SWR) und Premiere jeweils eine Auszeichnung.
In der Kategorie beste Kamera wurden zwei Filme ausgezeichnet. Den Ehrenpreis der Jury erhielt Rudi Carrell für sein Lebensweg. Die Förderpreise gingen an die Nachwuchsdarsteller Esther Zimmering, Luise Helm und Adrian Topol. Die Gala wurde zeitversetzt bei RTL übertragen. Der Fernsehpreis wird gemeinsam von den vier großen TV- Anstalten ARD, ZDF, RTL und SAT.1 getragen.
Shows und Serien brachten RTL Preise
Den Preisregen verdankte RTL hauptsächlich dem Show- und Serienbereich. Die Castingreihe „Deutschland sucht den Superstar“ setzte sich gegen die „70er Show“ mit Hape Kerkeling (auch RTL) und die SAT.1-Comedy „Genial daneben“ mit Hugo Egon Balder durch. Die altbewährte Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ behauptete sich gegen das neue SAT.1-Format „Lenßen & Partner“ und den ARD- „Marienhof“. Walter Sittler wurde zum besten Schauspieler einer Sitcom („Nikola“) gekürt, „Nikola“-Hauptdarstellerin Mariele Millowitsch in der weiblichen Sitcom-Konkurrenz. „Abschnitt 40“ hielt die Jury unter Vorsitz von „Focus“-Chefredakteur Helmut Markwort für die beste Serie.
RTL-Allzweckwaffe Günther Jauch triumphierte beim Publikumspreis in der Telefonabstimmung der Fernsehzuschauer gegen die Konkurrenten Oliver Geißen (auch RTL) und Harald Schmidt (SAT.1). Jauch war außerdem nominiert für seine Kommentarleistungen bei den RTL- Skisprung-Übertragungen. Gewinner wurde hier Premiere wegen seiner Fußball-Bundesliga-Konferenzschaltung.
ZDF zählt zu den Verlierern
Zu den Verlierern des Wettbewerbs muß das ZDF gerechnet werden, das trotz zahlreicher Nominierungen nur drei Fernsehpreise einheimsen konnte. In der Kategorie bester Fernsehfilm ging die Auszeichnung an den Streifen „Unter Verdacht - Eine Landpartie“, der auch in der Kategorie bestes Buch als Sieger hervorging. Jedoch konnten sich beispielsweise Claus Kleber und Marietta Slomka nicht bei der besten Moderation einer Informationssendung gegen Peter Kloeppel („RTL aktuell“) oder Wigald Bonings „WIB-Schaukel“ gegen die „Harald Schmidt Show“ (SAT.1) durchsetzen. In der Kategorie Beste Kamera bekam sowohl das ZDF als auch die ARD einen Preis. SAT.1 erhielt zwei weitere Preise für den Film „Jagd auf den Flammenmann“ mit Christoph Waltz als bester Schauspieler in einer Nebenrolle und für den besten Schnitt.
Als bester Schauspieler für seine Rolle in einem Fernsehfilm wurde Edgar Selge in dem Film „Pech und Schwefel“ in der ARD-Reihe „Polizeiruf 110“ gekürt - er bootete damit Götz George („Familienkreise“, ARD) und Oliver Bröcker („Mit dem Rücken zur Wand“, ZDF) aus. Beste Schauspielerin wurde Ulrike Krumbiegel im Film „Geschlecht: weiblich“ (SWR). Die Förderpreise gingen an die Nachwuchsdarsteller Esther Zimmering, Luise Helm und Adrian Topol.